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lothringer13

Ort für aktuelle Kunst und neue Medien
Lothringer Straße 13
81667 München
Tel. 089 - 448 69 61, Fax 089 - 688 62 44
Öffnungszeiten: täglich außer Montag von 13 - 19 Uhr
www.lothringer13.de
aktuelle Ausstellung / current exhibition
vorausgegangene Ausstellungen / previous exhibition

 

program angels proudly present.

15.08. - 07.09.2002, lothringer13/LADEN


Science 'n Art Summer Camp

Fotografie, Installation, Interaktion, Video, Performance

Karsten K. Panzer Perzan (Köln), Oliver Ressler (Wien), Karin Rosenberg (Berlin), Anna Bleisteiner/Heidrun Waadt (München), Florian Ladstätter (Wien), Huang Zhiyang (Taipei), Stuart Gurden (Edinburgh), Schöner Scheitern (München)

In-Vitro-Vermehrung von Künstlermuskel zum Tragen am Ohr, Visualisierung von DNA-Farbsequenzen, Beobachtung und Analyse des Sozialverhaltens von Mikroben und Zimmerpflanzen, Bakterien-Lounge oder Wettgrillen zwischen Künstlern und Wissenschaftlern - lothringerl 3/LADEN wird zum Forschungscamp vom 15. August bis zum 7. September. Neun Künstler- Statements zur wissenschaftlichen Forschung.

Da Vinci ist tot, der Glaube an die Wahrheit in der Schönheit ebenso, die wissenschaftliche Weltanschauung als Staatsideologie hat sich im globalen Kapitalismus aufgelöst, die Hoffnung auf Fortschritt durch Wissenschaft kränkelt auch schon deutlich, das einzig übrig gebliebene Paradigma heißt: Interdisziplinarität. Im Labor der Lothringer 13/LADEN observieren die Program Angels in ihrem Science n'Art Summer Camp Künstler, die wiederum Wissenschaftler beobachten, oder selbst in die Maske des Wissenschaftlers schlüpfen- vielleicht werden auch die Wissenschaftler in die Rolle der Künstler schlüpfen, und den Kunstbetrieb hinterfragen, wer weiß? Das Update zum Wahren, Guten und Schönen der Wissenschaft wird ab dem 15. August im LADEN serviert.

Begleitprogramm / Aktionen

14. August 2002, 20 Uhr: Vernissage mit Vortrag und Aktion
Prof. Dr. Eckhard Wolf (Lehrstuhl für molekulare Tierzucht und Biotechnologie, Genzentrum der Uni München,
bekannt geworden durch die erste deutsche Klonkuh): "Biotechnologie und Öffentlichkeit"
danach: BBQ-contest"Künstler und Wissenschaftler grillen um die Wette". Grillen Sie mit oder werden sie Teil
der Jury (Grillfleisch-Geld-Zurück-Garantie Info 0170 8390407)

21. August 2002, 20 Uhr: Vorträge, Diskussion, Performance "Kunst und Wissenschaft" Patricia Drück (Kuratorin, München), Wissenschaft in der Kunst - Ausstellungs-HighLights der letzten Jahre Karsten K. Panzer Perzan (Künster, Köln) Werkschau 2 Jahre zwischen Kunst und Naturwissenschaft" Andreas Kragler Markus Freidl (Künstler, Nürnberg) Performance und Lesung mit Selbstversuch

28. August 2002, 20 Uhr: Vorträge, Cocktail-Mixen, Performance "Mikrobenkoffer, Gene-webs und Evolutions-Cocktails" Dr. Horst Ibelgaufts (Genzentrum der Uni München): Ein Gen-Wissenschaftler im Kunstraum Fritz Eicher (Künstler, Bad Dürkheim): Mikrobenwelten aus Pseudoviren - Vortrag mit Leuchtkoffern Alexis Dworsky (technolution, München): Cocktails-Mixen nach dem Evolutionsprinzip

7. September 2002 Finissage mit Performance und Party "Schöner Scheitern" Offener Treff der Selbsthilfegruppe - Finnissage und Party mit Michi Matthes, Philipp Catterfeld, Friedrich Buhl u.v.a.: Meditation, Bekenntnisgespräche und schamistisches reisen für Künstler und Wissenschaftler. danach: gemeinsames hineintanzen in die nacht mit DJ Voiti.

Die Ausstellung und Aktionen finden im Rahmen des Wissenschafts-Programms "New Frontiers in Science - Weltstadt der Wissenschaft, Medien, Kunst und Wirtschaft", einer Kooperation von EH Euro-House mit der LMU München (Akademisches Auslandsamt), dem DAAD und dem lothringer13/LADEN statt. Mit beteiligt sind Max-Planck-Institute, die GSF und die Fraunhofer Gesellschaft, auch das Goethe Institut soll eingebunden werden. Studenten und Mitarbeitern der Goethe Institute werden in vier Wochen Spitzenforschung in München gezeigt - der LADEN ist dabei zentraler Treffpunkt und Schnittstelle zum Kunstkontext.

Karsten K. Panzer Perzan (Köln) Karsten K. Panzer Perzan experimentiert seit nunmehr 12 Jahren im Transferbereich von Kunst und Naturwissenschaft. In Zusammenarbeit mit namhaften Universitäten und Forschungszentren entschlüsselte er eine Grammatik fundamentaler Prinzipien, die sowohl der Farbtheorie als auch dem genetischen Code zu eigen sind. In der Gestalt visualisierter Algorithmen (starkfarbige Digitalprints) kommunizieren Genetik und Ästhetik in einer stringenten Metasprache.

Oliver Ressler (Wien)
Oliver Ressler überschreibt in seiner Digitalprintserie "Focus on Companies" Texte aus den Geschäftsbereichen von
Gentech-Konzernen. Dabei werden die ökologische und soziale Logik und die gesellschaftspolitischen Auswirkungen
der Gentechnik thematisiert, für die in den Konzernpublikationen kein Platz ist.
Karin Rosenberg (Berlin)pp
In ihrer Installation "Graue Zellen" stellt Karin Rosenberg aus Alltagsgegenständen geclusterte Pflanzen durch lineare
Leitsysteme mit wissenschaftlichen Zeichnungen und naturalistisch gemalten Pflanzendetails in ein assoziatives
Bezugsverhältnis. Das Gegensatzpaar Kunst und Wissenschaft erweitert sich zu einer Frage von Emotion und Ratio,
Chaos und Ordnung.

Anna Bleisteiner/Heidrun Waadt (München) Zu einem "Genetic Game" lädt das Künstlerinnen-Duo Bleisteiner/Waadt ein. Der Spieler bastelt sich am Computer seinen optimierten Menschen und bedient sich zu diesem Zweck nach Belieben aus einem Genpool. Die Digitaldrucke der neuen Menschen sind ab 1 Euro ersteigerbar.

Florian Ladstätter (Wien) Vollen Körpereinsatz in bester Wiener Tradition zeigt der Künstler Florian Ladstätter: in vitro kultiviert er eigene Muskelzellen, läßt sie dann zu kleinen Objekten über Trägerstrukturen wuchern. Als Ohrschmuck getragen vermitteln diese Objekte zwei virulente Mythen: Selbstverstümmelung als Künstlertstrategie zur Abgrenzung gegen Gesellschaft - klassisch repräsentiert durch Van Gogh's abgeschnittenes Ohr - und den gegenwärtigen Traum von Biotechnik als der universalen Utopie - veranschaulicht durch das auf einer Maus modellierte Menschenohr.

Huang Zhiyang (Taipei) Die Video-Lounge von Huang Zhiyang beamt uns in die Welt von Keimen und Bakterien. Dort kann man sich ein 200-fach vergrößertes Bild mikrobiologischen Soziallebens machen - und findet eine ideale Projektionsfläche für all die Parallelen, man schon seit Darwin immer gerne sehen wollte, oder aber man in buddhistischer Manier über den
Kosmos in einem Sandkorn meditieren, der sich in diesem Falle in einem Tropfen städtischen Abwassers findet.

Stuart Gurden (Edinburgh) Das narrative Video "Minorplanets" von Stuart Gurden zeigt in einer sehr poetischen Bildsprache Parallelen zwischen Graffiti-Sprayern und Astronomen, wenn es um das Markieren von Territorium geht. Er nimmt dabei den Betrachter auf eine Reise mit S-Bahn und Raumschiff.

"Schöner Scheitern" Michi Matthes, Philipp Catterfeld, Friedrich Buhl (München) Die Selbsthilfegruppe"Schöner Scheitern" wendet sich an alle vom Scheitern bedrohten Kreativen und Innovativen. Michi Matthes, Philipp Catterfeld und Friedrich Buhl nehmen den Selbsthilfegedanken auf, um Betroffene wieder zum Lachen zu bringen und Misserfolge positiv zu definieren.

Konzept: Patrick Gruban/Program Angels, Mitarbeit: Moni Tress
Jury: Angela Dorrer, Patrick Gruban, Isabei Reiß, Thomas Rohde, Felix Schöber


Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag 16 - 20 Uhr


Vernissage: Mittwoch, 14. August, 20 Uhr

 

 

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