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in focus

in focus Fotografie / B. Arnold
Brüsselerstraße 83
D - 50672 Köln
Tel./Fax 0221 - 1300341
Di - Fr 15-19 Uhr, Do 15-20 Uhr, So 15-18 Uhr und nach Vbg.
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27.04. - 26.05.2001


Heinrich Heidersberger (D)

Retrospektive zum 95. Geburtstag

Vintage und Modern Prints


Heinrich Heidersberger, 1906 in Ingolstadt geboren, wohnte Anfang der fünfziger Jahre in Braunschweig. Neben seiner künstlerischen und bildjournalistischen Tätigkeit begann er damals Auftragsarbeiten für die Architekten der Braunschweiger Schule (Friedrich Wilhelm Kraemer, Dieter Oesterlen und Walter Henn) auszuführen. Diese führten ihn quer durch die damalige Bundesrepublik. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit lag aber immer auch in der Region Hannover - Braunschweig - Wolfsburg. Seit 1961 lebt und arbeitet Heinrich Heidersberger in Wolfsburg. Durch sein fotografisches Schaffen wurde er zu einem Chronisten der Entwicklung der Volkswagenstadt und der Region.

In seinen Arbeiten ist der Respekt und das tiefe Verständnis erkennbar, das er der Architektur entgegenbringt. Dabei stehen sie unter dem Anspruch, mit größter Präzision das optimale Bild der Architektur zu vermitteln. Der "Meister", wie er von seinen Schülern liebevoll genannt wird, hat sich nie mit Kompromissen zufrieden gegeben. Selten benutzte er seine Arbeitsgeräte so, wie die Industrie sie lieferte, sondern baute sie seinen Bedürfiüssen entsprechend um. Für seine Aufnahmen scheute er weder körperliche Anstrengungen, noch zeitlichen Aufwand.

Die Ausstellung "Heinrich Heidersberger, Retrospektive zum 95. Geburtstag in der in focus Galerie am Dom, Köln, gibt anhand von ca. 50, teilweise unbekannten Architekturfotografien, Rhythmogrammen, Aktfotografien, Landschaftsfotografien und Stilleben aus Heidersbergers persönlichem Archiv einen Einblick in sein künstlerisches Schaffen mit einem Schwerpunkt auf die 50er und 60er Jahre.

 

Eröffnung: Freitag, 27. April 2001, 19 Uhr

Ein Bildband, der Heidersbergers Sichtweise der Architektur seiner Zeit vertiefend darstellt und ein Katalog über seine Rhythmogramme sind in der Galerie erhältlich. Diese Ausstellung wurde realisiert unter Mitarbeit von Bernd Rodrian, Fotograf und Assistent von Heinrich Heidersberger.

Heidersberger, Heinrich
geb. 1906 in IngoIstadt
Aufgewachsen in Linz, studierte er zunächst Architektur in Graz. Wechselte 1928 nach Paris und studierte an der privaten Kunstschule von Fernand Léger Malerei. Erste Beschäftigung mit der Fotografie, um die eigenen Arbeiten zu reproduzieren. 1931 Rückkehr nach Österreich. Zwischenstation in den Niederlanden und bis 1936 Aufenthalt in Dänemark. Heidersberger arbeitete in dieser Phase vorrangig als freier Foto-Journalist und als Sach- und Werbefotograf. Ende 1936 ging er nach Berlin zurück und erhielt den Auftrag, die neuerbauten Flugzeugwerke Heinkel mit den dazugehörigen Siedlungsanlagen zu fotografieren. Mit dieser Arbeit begründete er seinen Ruf als Architekturfotograf. Während des Krieges war er als Industriefotograf tätig. Nach 1945 nahm er seine Tätigkeit als freier Bildjournaiist und Architekturfotograf wieder auf. Seit 1950 beschäftigte er sich mit den von ihm so bezeichneten Rhythmogrammen, für deren Erzeugung er seine eigene Maschine konstruierte. Diese Maschine bringt exakt wiederholbare Schwingungsbewegungen hervor, die durch eine Lichtquelle sichtbar gemacht und fotografisch festgehalten werden können.

Cocteau über Heidersberger
Die bewundernswerten Rhythogramme von Heidersberger sind ein Beweis dafür, daß der Zufall für die Poeten nicht existiert, oder besser, daß sie ihm einen anderen Namen geben. Die Verbindung von Menschen und Maschinen scheint mir ein Merkmal unserer Zeit. Angesichts dieser erstarrten Schwingungen, so geheimnisvoll wie die Frage, ob nicht das gewaltige Wirken des Kosmos unseren Künstler beeinflußt und uns durch sein Werk eine Musik der Stille bringt, einer Stille, die nichts anderes ist als eine Tonfolge, die unser Ohr nicht wahrzunehmen vermag. Ich möchte das Oeuvre Heidersberger mit der Auflehnung eines Insekts oder einer Blume vergleichen, die es müde ist, sich den Gesetzen ihrer Gattung zu beugen. Es geschieht wohl, daß Spinnen unter der Einwirkung von Drogen die Struktur ihres Netzes ändern, und daß Marienfäden zu teuflichen Fallstricken werden. Bewundern wir, auch wenn wir nicht begreifen! Nur so können wir der Düsternis des kartesischen Weltbildes entrinnen.

 

 

 

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