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in focus

in focus Fotografie / B. Arnold
Brüsselerstraße 83
D - 50672 Köln
Tel./Fax 0221 - 1300341
Di - Fr 15-19 Uhr, Do 15-20 Uhr, So 15-18 Uhr und nach Vbg.
galeriefoc@aol.com
www.infocusgalerie.de
aktuelle Ausstellung / current exhibition
vorausgegangene Ausstellung / previous exhibition

 

 

26.01. - 23.02.2001


Heads


Ausstellung mit Fotoportraits von

Lionel Bayol-Thémines, (F)

Herbert Döring-Spengler, (D)

Abe Frajndlich, (USA)

Georg Hornung, (D)

 

"Heads" = Köpfe heißt die kommende Ausstellung der in focus Galerie am Dom. Sie zeigt vier Fotografen und Fotokünstler mit höchst unterschiedlichen konzeptuellen Ansätzen, mit dem Genre des Portraits umzugehen. Das bedeutet nicht immer die Erfassung physiognomischer Wirklichkeit: Thémines z.B. fotografiert Köpfe von hinten, Hornungs bewegte Köpfe zeigen eine Verzerrung von Identität bis zur völligen Unkenntlichkeit. Deswegen ist der gewählte Ausstellungstitel "Heads" angemessener, als wenn von "Portraits" die Rede wäre.

 

Herbert Döring-Spengler, 1944 in Köln geboren, wurde als Fotokünstler vor allem dadurch bekannt, dass er die Chemikalien in Polaroidbildern manipuliert und dadurch Verfremdungseffekte erzielt, die mal an die Verschwimmungen in der impressionistischen Malerei erinnern, mal an die Oszillationen in jener Grafik, die im Umfeld der Pop Art entstand. Die "technische" Farbe der Fotografie bekommt auf diese Weise "malerische" Qualitäten. Durch Hitze, Kälte oder chemische Eingriffe vermag sich die Fotoemulsion zusammenzuziehen oder abzuperlen, so dass Sprünge in der Bildoberfläche entstehen oder sich eine Grobkörnigkeit herausbildet. Derlei formale Verfremdung überlagert auch die Bildinhalte - der Wille zum Experiment hat sich gegenüber der traditionellen Abbild-Funktion des Mediums emanzipiert.

 

Abe Frajndlich, 1948 in Frankfurt/Main geboren, kam im Alter von 10 Jahren nach Cleveland/Ohio. Nach dem Studium der englischen Literatur begann er 1970, sich der Fotografie zu widmen, hatte in den ersten Jahren seines fotografischen Schaffens engen Kontakt zu dem amerikanischen Meisterfotografen Minor White bis zu dessen Tod 1976. In den siebziger Jahren begann Frajndlich mit Portraits von berühmten Fotografen des 20. Jh., darunter Ilse Bing, Horst P.Horst und Laszlo Willinger. Später kamen Bilder von anderen Personen und Berufsgruppen hinzu. Bekannt ist z.B. sein Portrait der New Yorker Galeristin Mary Boone. Frajndlich zeigt die Abgebildeten nie (raum)-neutral - sondern er zeigt sie zumeist mit Gegenständen und in Räumen ihres Lebens und Wirkens. Diese Acessoires und Staffagemomente transportieren ebenfalls Informationen zur Persönlichkeit der Abgebildeten, genauso wie deren Gesichter oder Posen.

 

 

Georg Hornung stammt aus Glauchau/Sachsen, wo er 1951 geboren wurde und auch wieder von 1975-1981 lebte, nach seinem naturwissenschaftlichen Studium an der Leipziger Universität. In den Leipziger Jahren setzt auch seine Entwicklung als künstlerisch-fotografischer Autodidakt ein. Mit seinen Arbeiten hat er schon in den 80er Jahren bemerkenswerte Erfolge, verzeichnet Ankäufe durch die Staatl. Kunstsammlungen Dresden und Cottbus und durch die Kunsthalle Hamburg. Hornungs Werkkomplexe sind oft als seriell ausgebreitete Zyklen geordnet; dazu gehören der Zyklus "Gesichtszustände" (80er Jahre) und die "Bewegten Köpfe" (ab 1997). In seinem Studio hat er 60 Personen aufgenommen, während sie den Kopf schüttelten. Für Hornung sind diese Bilde reine Metapher des "gegenwärtigen Menschseins" in einem Dasein "permanenter Bewegung und Veränderung".

 

Lionel Bayol-Thémines wurde 1968 in Castelsarrasin (Frankreich) geboren und ist Gründungsmitglied von "Editions le Grand Os". Seit Anfang der 90er Jahre weist seine Biografie regelmäßige Einzel- und Gruppenausstellungen in Frankreich, Spanien, Belgien, Schweiz und Japan auf. Seine Portraits von hinten anonymisieren die Person. Die Strukturen von Kopfhaar und andere rein physische Phänomene haben innerhalb der Hell-Dunkel-Werte des Bildes eine ästhetische Eigenwertigkeit gegenüber Identität der abgebildeten Person - es sind Inszenierungen von Köpfen im wahrsten Wortsinn. Die Modelle wirken statuenhaft-ruhig, aus konkreten Raum-und Zeitkontexten entrückt.

 

Vernissage: Freitag, 26. Januar 2001, ab 19 Uhr

 

 

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