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halle für kunst e.V.

Reichenbachstraße 2
21335 Lüneburg
Fr - So 14-18 Uhr , Do 14-20 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung
hfk@lueneburg.net
Postanschrift:
halle für kunst e.V.
Postfach 2128
21311 Lüneburg
www.halle-fuer-kunst.de
vorausgegangene Ausstellung / previous exhibition


bis 25.05. 2008

Jeanne Faust

My Private Satellite, 2002, Video (loop)
IV, 2005, Video (9 Min)
Répéter Alba Negra, 2007, Video (7 Min) 

 

 

Führung durch die aktuelle Ausstellung und Präsentation filmischer Arbeiten
von Jeanne Faust in Anwesenheit der Künstlerin
 
Dienstag, 6. Mai 2008, 19 h
Ort: Halle für Kunst, Reichenbachstr. 2, 21335 Lüneburg

Eigentlich bekannt für ihre Film- und Videoarbeiten, realisierte Jeanne Faust in der Woche des vollständigen Materials eine Installation, welche mit Rückgriff auf Fotografie, Diaprojektion und Skulptur die Herstellung theatraler Situationen zum Thema hat.

Einem Theater gemäß besteht die Ausstellung aus Räumen unterschiedlicher Zuständigkeiten: dem Bühnenraum, den der Besucher ordnungsgemäß als erstes betritt, sowie dem Lager, welches sich, wenn auch deutlich abgetrennt, unmittelbar an den Ort des öffentlichen Geschehens anschließt und zur Begehung einlädt. Im Prozess des Abschreitens dieser Räumlichkeiten in der ihm vorgegebenen Reihenfolge wird der Besucher seine Erwartungen an einen konventionellen Theater- oder Ausstellungsbesuch revidieren müssen: Die klassische Situation eines aufführungsreifen Stückes vor erstellter Kulisse bzw. einer Ausstellung, die dem Besucher ausgewählte und rezeptionsfertig zubereitete Werke präsentiert, wird hier nicht vorgefunden werden. Was die Bühne vermissen lässt, bietet jedoch der angrenzende Raum, welcher Fotografien der Künstlerin in der Form eines Bühnenbildlagers bereithält. Der Ausstellungsbesucher ist nun selbst gefragt, sich mit Hilfe des zur Verfügung stehenden Materialpools eine Bühnensituation vorzustellen.

Neben einer Führung durch die Ausstellung gemeinsam mit Jeanne Faust werden im Anschluss die drei Filme My Private Satellite (2001/2002), IV (2003) und Répéter Alba Negra (2006) vorgestellt. 

My Private Satellite, 2002, J. Faust/J.Zehe
My Private Satellite entstand in Neu-Allermöhe, einem neuen Stadteil, das auf einem trockengelegten Fehn erbaut wurde. Einige Monate lang konnte das Team die Aufbauphase dieser Gemeinde miterleben; man "beschattete" einzelne Personen, alles Neuanfänger, und entwickelte danach das Drehbuch. (NEM)

IV, 2005
Jeanne Faust ist fasziniert von der Verführungskraft schöner Oberflächen - und misstraut ihr zutiefst. In ähnlicher Weise setzt sie in ihrem Film IV die Diskrepanz zwischen sprachlicher Bildfindung und beschriebenem Bild in Szene. Zu sehen ist eine junge Frau, die, nach Worten tastend, zwei unterschiedliche Beschreibungen desselben Bildes - genauer: eines Filmstills aus einem Vampirfilm - vorträgt. (AW)

Répéter Alba Negra, 2007, J. Faust/J.Zehe
Ein paar rumänische Männer und Frauen scharen sich in einem Pariser Vorort um ein Bügelbrett, auf dem ein Mann mit flinken Fingern eine Variation des Hütchenspiels darbietet. Drei schwarze Holzplättchen, von denen nur eines eine weiße Markierung auf der Unterseite aufweist, werden mehrfach getauscht und verschoben, wobei es gilt, das Plättchen mit der Markierung wiederzufinden. Das Spiel, das man aus größeren Städten und Tourismuszentren kennt, mutet in dieser einsamen Umgebung zunächst etwas befremdlich an. Die scherzhafte und freundschaftliche Atmosphäre hat im Grunde nichts mit dem betrügerischen Charakter des Trickspiels gemein. Plötzlich fällt die Inszenierung ins Auge: Die Frauen spielen Lockvögel, die bei ihrem späteren "Auftritt" in der Stadt die Menschen durch Spielgewinn und -verlust zum Stehenbleiben und Mitmachen animieren, während die Männer kunstfertig die Fingerchoreographie des Plättchenverschiebens proben. Weiße Nächte üben zeigt die theatralische Probe eines der ältesten Falschspiele unserer Zeitrechnung, das dabei zum Spiel im Spiel mutiert. Es mag eine ironische Anspielung des Titels auf die Tatsache sein, dass ein heute sehr populäres Pariser Kulturfest La nuit blanche [Die weiße Nacht] genannt wird. [JZ]

 

Der Eintritt ist frei! 

 

Die Ausstellung Die Woche des vollständigen Materials von Jeanne Faust wurde verlängert und ist noch bis zum 25. Mai 2008 in der Halle für Kunst Lüneburg eV zu sehen!

 

Herzlichen Dank:
Land Niedersachsen, Stadt Lüneburg, Lüneburgischer Landschaftsverband, Galerie Meyer Riegger, Galerie Karin Günther, Astrid Wege, AR/GE Kunst, Bozen, Christoph Keller, Jörn Zehe, Imke Weißermel 

 

 

 
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