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halle für kunst e.V.

Reichenbachstraße 2
21335 Lüneburg
Fr - So 14-18 Uhr , Do 14-20 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung
hfk@lueneburg.net
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halle für kunst e.V.
Postfach 2128
21311 Lüneburg
www.halle-fuer-kunst.de
vorausgegangene Ausstellung / previous exhibition


 Sa. 15.12.2007, 19h

ANTI-CAPITALISM-LOUNGE
mit Weihnachtsgeschenke kaufen für alle

 

Ausstellung
Fehmi Baumbach
James DINA4
Jo Zimmermann


Musik
Heiko H. Gogolin (Pingipung)
Rueftata 110 (MFOC; Golden Pudel Club)


 


 
Stipendiaten in der Künstlerstätte Schloss Bleckede
 
 
 für das Jahr 2008

 

Seit nunmehr 29 Jahren ist es das Ziel der Künstlerstätte Schloss Bleckede junge innovative KünstlerInnen im Bereich der zeitgenössischen Kunst zu fördern. Während des Aufenthalts in der Künstlerstätte Schloss Bleckede wird den StipendiatInnen, die Möglichkeit gegeben werden, ihre zeitaufwendigen Projekte zu realisieren. Die dazu notwendige finanzielle und wissenschaftliche Unterstützung soll den KünstlerInnen durch die wahlweise 3 oder 6-monatigen Aufenthaltsstipendien gegeben werden.

 

Für die Stipendien des Jahres 2008 haben sich mehr als 460 KünstlerInnen aus dem In- und Ausland beworben. Das stetig wachsende Renommee und die auch im Ausland anerkannte Attraktivität und Qualität der Künstlerstätte Schloss Bleckede, spiegelt sich hierbei unter anderem an dem außerordentlich hohen Niveau der im Rahmen der Bewerbungen eingereichten Mappen wider. Darüber hinaus lässt sich vermerken, dass der Anteil der internationalen Bewerbungen sich auf einem erfreulich hohen Stand bewegt.

Am 11./12.10.2007 wurden die StipendiatInnen für das Jahr 2008 durch den künstlerischen Beirat ausgewählt und am 16.10.2007 durch das Kuratorium einstimmig bestätigt.

 

Ein Stipendium für drei Monate wurde folgenden fünf KünstlerInnen zugesprochen: Falke Pisano, Thomas Baldischwyler und Mirjam Thomann (April-Juni 2007), Bettina Allamoda (Juli-September 2008), Carsten Fock (Oktober-Dezember 2007)

 

Die niederländische Künstlerin Falke Pisano (NL, 1978) nähert sich den Gegenständen ihrer Kunst oft in Form von Sprache an. Dabei lotet sie die Möglichkeiten und Grenzen von Sprache und künstlerischem Ausdruck aus. Hierbei spielt das schöpferische Potential von Denken und die Möglichkeiten der Umsetzung in abgeschlossenen Systemen von Sprache, Schreiben und Text eine zentrale Rolle für sie. Die Künstlerin wählt einen fast schon philosophischen Ansatz, wenn sie in Projekten wie "A sculpture turning into a conversation" (2005/2006) versucht, einen Text zu verfassen, der nicht nur narrativ einen Sinn produziert, sondern auch undurchsichtigere existenzielle Wahrheiten zu Objekten und Existenz an die Oberfläche bringt. Auch wenn ihre Arbeiten hauptsächlich auf Texten basieren, haben sie immer auch einen Bezug zum faktisch Dinglichen. Mehr noch, durch den konzeptionellen Zugang zu Objekten über die Sprache, schafft sie es, diese miteinander zu konfrontieren und so neue Möglichkeiten von Skulpturen und Objekten zu erforschen.

 

Thomas Baldischwyler (D, 1974) arbeitet als Künstler, DJ und Musiker. Je nach Thema und Kontext produziert er Musikprojekte, Collagen, Filme, Skulpturen, Installationen. Eine weitere Dimension seiner Arbeit ist die Hinterglasmalerei: anhand von historischen Anhaltspunkten entwickelt er eine eigene Ästhetik und gibt dieser eigentlich historischen, autodidaktischen Kunst einen neuen Kontext, indem er die inhaltlichen und materiellen Ebenen verknüpft und sie in die zeitgenössische Kunst überführt ("Hinterglasmalerei als bäuerlicher Nebenerwerb", 2006). Diese Formen von überlieferten Elementen künstlerischer oder kultureller Produktion findet man auch in der Ausstellung "Mode, Bücher und Musik", die 2006 im Kunstverein Hamburg gezeigt wurde. Baldischwyler gestaltete den dritten Teil dieser Ausstellung "Teil 3: Musik", indem er im Kunstverein einen Plattenladen inszenierte.

 

Bettina Allamoda (USA, 1964) beschränkt sich in ihrem Schaffen nicht nur auf die künstlerische Produktion, sondern agiert ebenso als Kuratorin und Herausgeberin von Publikationen. Von Performance über Collagen, Skulptur und Video findet Bettina Allamoda Formen, die es ihr ermöglichen, sich je nach Fokus ihrer Arbeiten präzise auszudrücken. Allamoda charakterisiert ihre künstlerische Arbeit mit dem Begriff einer "Archäologie der Gegenwart", die sie unter anderem in ihrer Performance "Vom Happening zum Deutschen Herbst" (1992/2005) umsetzt und in der dazugehörigen Dokumentation in Form einer Installation durch Fotos, Reproduktionen und Dias zugänglich macht. Hierbei schafft sie visuelle Parallelen zwischen damals tagesaktuellen politischen Ereignissen und der Welt der Kultur und des Entertainment. Auch in ihren Arbeiten von 2005/2006, die unter dem Titel "All Dressed Up" stehen, lässt sich dieser zeithistorische Bezug erkennen. Die Collagen untersuchen die Strategien von Verkleidung und Dekoration und den Umgang mit dem weiblichen Körper und stellen sie in Bezug zu aktuellen Brennpunkten wie dem Nahost-Konflikt oder der Wahrnehmung der arabischen Welt.

 

Mirjam Thomann (D, 1978) beschäftigt sich mit Räumen, Zwischenräumen, Architektur, Gebäuden und ihrem Verhältnis zum Betrachter. Sie untersucht die Bereiche, die sonst zwar sichbar sind, aber meist unbeachtet bleiben. Eingänge, Ecken, Durchgänge oder Türen werden so von einem selbstverständlichen, zweckorientierten Raumelement zum eigentlichen Gegenstand der Untersuchung. Durch gezielte, oft zurückhaltende Eingriffe in die Struktur eines Raumes markiert sie diese so, dass sie ihrer eigentlichen Funktion oder Nicht-Funktion enthoben werden. Zu jeder Arbeit gibt es Zeichnungen, gleich einer Bauskizze, die Größenverhältnisse, Farben, Material und Platzierung klar definieren und somit einer Bauanleitung gleich kommen und Wiederholbarkeit möglich machen. Somit erweitert sich der Bezug über das Räumliche hinaus, bis hin zu allgemeinen Fragen der Kunstwissenschaften über die Bedingungen eines Kunstwerkes und dessen Objekthaftigkeit.

 

Der Maler Carsten Fock (D, 1968) bewegt sich zwischen Stilrichtungen, die vor allem durch das Material und die Malweise geprägt sind. So erinnern seine Acrylmalereien teilweise an Streetart oder Graffitis. Schattenschnitte oder Siebdruck, erweitern diese Assoziationen und sind doch Malerei. Oft integriert er Portraits bekannter Persönlichkeiten in seine Bilder, übermalt sie teilweise, lässt Flächen aus, verfremdet sie somit und ergänzt dadurch die stilistischen und technischen Assoziationen durch inhaltliche, die gemeinsam einen reflektierten Gegenwartsbezug erkennbar machen. Immer wieder tritt gemalter Text aus den Farbschichten hervor, Songlines, Statements, eigene Satzfragmente. der Typografie des Plakatdrucks nachempfunden und manchmal wieder übermalt. Dies führt zu einer Fragmenthaftigkeit, die den Betrachter aufmerksam werden lässt. Aber nicht nur durch die Motive verleiht Fock seinen Bildern eine starke, oft politische Aussage, diese wird ergänzt durch Worte wie "But please fuck the System", die manchmal erst auf den zweiten Blick lesbar sind.

 

 

Ein sechsmonatiges Stipendium erhalten Vahram Aghasyan und Taocheng Wang (jeweils von Juli-Dezember 2008).

 

Der armenische Künstler Vahram Aghasyan (AM, 1974) stellt oft sein Heimatland ins Zentrum seiner künstlerischen Arbeiten. Anhand von Fotos, Videos und Installationen untersucht er vor allem architektonische Strukturen und stellt sie in einen gesellschaftspolitischen und historischen Kontext. So zeigt seine Fotoserie "Ruins of our time" (2007) verlassene Bushaltestellen, die zwischen den sechziger und siebziger Jahren gebaut wurden und mittlerweile im Niemandsland, ihrer Funktion enthoben, von vergangenen Zeiten zeugen. In ihnen sieht Aghasyan Überreste einer experimentellen Architektur, die immer auch vor dem Hintergrund der sowjetischen Monumentalarchitektur betrachtet werden muss. Einen ähnlichen Fokus hat auch die Foto-Video-Installation "Ghost City" (2005-2007), die sich mit einer städtebaulichen Utopie der Sowjetzeit beschäftigt: Nach einem Erdbeben sollte ein Wohnviertel errichtet werden, um die Wohnungsknappheit zu bewältigen. Die im Jahre 1989 begonnenen Bauarbeiten wurden nie abgeschlossen und so zeugen die halbfertigen Bauruinen von nie erreichten Zielen und einer glorreichen Zukunft, die nun in einer morbiden Aura versinkt.

 

Taocheng Wang (CN, 1981) reflektiert in seinen Bildern und Zeichnungen autobiographische Aspekte, Erlebnisse in seiner Umgebung und Alltagseindrücke. Seine Arbeiten haben oft narrativen Charakter, der vor allem in den Bilderfolgen mit ergänzenden Textelementen hervortritt. Die in manchen Fällen bildbestimmende Farbigkeit setzt Taocheng Wang in anderen Zeichnungen eher selektiv ein. Sein Stil ist zum einen geprägt von traditioneller chinesischer Malerei und Zeichnung, zum anderen ergänzt er diese Elemente mit westlichen Einflüssen, sowohl in der Motivwahl als auch in der Form. So tritt stellvertretend in "Superman Return (the land of might have been)" (2007) eine Superman-Figur auf, die unter anderem bei einem Picknick mit einer Person gezeigt wird, die auf den ersten Blick an eine traditionelle Geisha-Darstellung erinnert. Bei näherem Hinsehen fällt jedoch die Kleidung der vermeintlichen Geisha auf, die aus Flaggen verschiedenster Nationalitäten zusammengesetzt ist. Taocheng Wang versteht es, den Betrachter durch die Ästhetik seiner Arbeiten zu fesseln und ihn gleichzeitig durch morbide Elemente zu verstören.

 

Wir freuen uns auf ein spannendes und vielseitiges Jahr 2008 in der Künstlerstätte Schloss Bleckede. Auch in diesem Jahr wird es zusätzlich zu den Künstlergesprächen wieder ein vielseitiges Veranstaltungs- und Vermittlungsprogramm geben, von dem Sie über unseren Newsletter zum gegebenen Zeitpunkt in Kenntnis gesetzt werden. Sollten Sie weitere Fragen haben, stehen wir Ihnen jederzeit unter der Telefonnummer +49 4131 402001 zur Verfügung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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