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FilialeGalerie Conrads, Düsseldorf / Römerapotheke, Zürich
Brunnenstr. 188-190 (Berlin-Mitte)
10119 Berlin
Di - Sa 12-18 Uhr
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aktuelle Ausstellung / current exhibition
vorausgegangene Ausstellung / previous exhibition
01.09. - 20.10. 2007
Marcel Gähler
Anja Schrey
In den vergangenen fünf Jahren hat sich Anja Schrey - neben gelegentlichen Performances - auf überlebensgroße Selbstporträts in der Technik der Buntstiftzeichnung konzentriert. Mit feinen Parallelverläufen und Schraffuren entstehen in akribischer Genauigkeit faszinierende, in ihrer Vereinzelung fremd wirkende Figuren vor weißem Grund. Hinter bewusst gesetzter Posenhaftigkeit verbirgt die Künstlerin ihre Individualität. Ihre Gesten enthüllen stattdessen gesellschaftlich entstandene und medial verstärkte weibliche Rollenzuweisungen. Ist das Gesicht im Profil oder frontal gezeigt, lässt es keine emotionale Regung, keine Stimmung erkennen. Dieser gewollte Habitus der Teilnahmslosigkeit hält den Betrachter -- neben der Faszination vor der haptischen Präsenz der Dargestellten -- auf Distanz.
In Schreys Figuren verdichten sich unterschiedliche Quellen und Ableitungen: Mediale Bilder, Gesten aus ihren Performances und autoreflexive Modellsituationen im Atelier, welche vor ihrer Ausführung auf Papier von der Künstlerin in einer Fotovorlage konkretisiert werden. Der Prozess des Zeichnens stellt für die Künstlerin gleichzeitig eine Vermittlungs- und Distanzierungsebene zum Gegenstand ihrer Arbeit dar. Bevor sie diese dem Publikum "re-präsentiert", wieder vorstellt, hat sie eine klärende Auseinandersetzung geleistet. Das Zeichnen stellt für Schrey einen Prozess der "Reklamation", der Rückforderung dar, durch den sie wieder Kontrolle über ihr Bild und ihr Ich gewinnt.
Mit diesen Darstellungen "konstruierter Identitäten" eröffnen die Selbstporträts einen Fragenkomplex um die Problematik des Subjekts, des Individuums, des Ich und seiner Integrität. Anja Schrey leistet damit nicht nur einen beachtenswerten Beitrag zu den aktuellen, vielfältigen Äußerungsformen der Identitätsproblematik im Bereich der bildenden Künste. Sie erweitert darüber hinaus das klassische Künstlerporträt um eine neue Variante.
Dr. Bettina Ruhrberg, Direktorin des Mönchehaus Museums für moderne Kunst in Goslar und Michael Stanley, Direktor der Milton Keynes Gallery
Vorwort zum Katalog >Anja Schrey Soloentertainer< 2006Anja Schrey, geboren 1967 in Viersen (NRW) studierte an der Kunstakademie bei Jan Dibbets, erhielt u.a. das Reisestipendium der Akademie nach NY, das Postgraduiertenstipendium für De Ateliers, Amsterdam, das Ringenbergstipendium und das Stipendium der Kunststiftung NRW.
Bekannt wurde sie in den letzten Jahren mit ihren großformatig gezeichneten Selbstdarstellungen, die in zahlreichen institutionellen Ausstellungen u.a. in der Milton Keynes Gallery, Milton Keynes (GB), Mönchehaus Museum Goslar, Junge Kunst e.V., Wolfsburg, KV, Bochum und Galerien im In-und Ausland gezeigt wurden.
Ihre Arbeiten befinden sich in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen.
Anja Schrey
1967 born in Viersen, lives and works in Berlin
199298 Kunstakademie Düsseldorf bei Jan Dibbets
1999 MeisterschülerGrants
2007 Artist in residence, Goethe-Institut Porto Alegre, Brazil
2006 Catalogue-Award WestLB
2005 Collectors Prize Art Brussels
2004 Stipendium der Kunststiftung NRW
2001 Katalogstipendium der Stiftung für Kunst und Kultur des Landes NRW
2000 Ringenberg-Stipendium des Landes NRW
199597 De Ateliers, Amsterdam, Postgraduiertenstipendium
1995 Reisestipendium der Akademie Düsseldorf nach New YorkInternet
anjaschrey.de
Exhibitions
2007 Galerie Les Filles du Calvaire, Paris
2006 Milton Keynes Gallery, Milton Keynes, UK (solo)
2006 ðFace to FaceÐ, Hallen für Neue Kunst, Münster
2006 Museum Goslar (solo)
2006 ðCross the LineÐ, Galerie Conrads, Düsseldorf
2005 ðNeue Malerei aus Düsseldorfer AteliersÐ, Museum für zeitgenössische Kunst, Eupen, Belgium
2005 Galerie Conrads, Düsseldorf (solo)
2005 Städtische Galerie Waldkraiburg (solo)
2005 ðEt le Canard était toujours vivantÐ, Centre d'Art contemporain, Meymac, France
2005 ðNeue Bilder aus Düsseldorfer AteliersÐ, Museum für zeitgenössische Kunst, Eupen, Belgium
2004 ðAnja Schrey: Anja SchreyÐ, Junge Kunst, Wolfsburg (solo)
2004 ðEASTinternational 2004Ð, Norwich Gallery, Norwich, UK (catalog)
2004 ðgleichzeitigÐ, Galerie Konrad Fischer, Düsseldorf
2004 ðMadame RéalitéÐ, E-Werk Hallen für Kunst, Freiburg
2004 ðNatürlichkeit-KünstlichkeitÐ, Kunstverein Ahlen, Westfalen (solo, catalog)
2004 ðMach mir ein Bild von mirÐ, Kunstverein Bochum (solo)
2004 ðRe: FigurativeÐ, Gahlberg Gallery, McAninch Arts Center, Glen Ellyn, USA
2002 ðBrushÐ, Galerie enders-projects, Frankfurt a. M.
2002 ðPrivate ÖffentlichkeitÐ, Projekt der Städtischen Galerie im Museum Folkwang, Essen (catalog)
2002 ðhellgruenÐ, Euroga, Stadt Düsseldorf (catalog)
2001 ðNo DogmaÐ, Galerie Hoffmann, Paris
2001 ðEverything is alrightÐ, Galerie enders-projects, solo show with Maria Pask, Frankfurt a. M.
2001 ðBig Jim and friendsÐ, Förderverein Aktuelle Kunst, Münster (solo)
2001 ðAttention pleaseÐ, Leopold-Hoesch-Museum, Düren
2001 ðInterieur-ExterieurÐ, Galerie Six Friedrich & Lisa Ungar, Munich
2001 Badischer Kunstpreis, Museum Baden, Solingen
2000 ðTrendwändeÐ, Kunstraum Düsseldorf
2000 ðThreesomeÐ, Begane Grond, Utrecht, Netherlands
2000 Schloss Ringenberg, Stipendiatenausstellung, Hamminkeln
2000 ðHanky-PaintingsÐ, Galerie von der Milwe, Aachen (solo)
1999 Zwischenraum-Galerie, Münster
1997 Ida-Gerhardi-Preis, Lüdenscheid
1995 Internationale Kunstausstellung Hiroshima, Japan
1995 Aachener Kunstverein
1995 Galerie Grahn, Mönchengladbach
Weitere Informationen zu Anja Schrey:
www.galerieconrads.de
www.anjaschrey.com
oder telefonisch: Galerie Conrads 0211.323 07 20 oder 0177.323 07 20
FILIALE Berlin: 030.27 58 24 60
Marcel Gähler
There are no great gestures, no posing, no breaching of taboos, no reference to current topics. Marcel Gähler's images of alienation from reality exist outside of time. They portray mortality and losing one's grip on reality in pictures which are unspectacular. Pictures in which what the beam of a pocket torch makes fleetingly visible reveals only that what you are looking for is not there in what has been shown. Swiss artist Marcel Gähler, born in 1969, has found his own way as a painter. Gähler only ever suggests. He allows flashes of light to break through the darkness and an even deeper darkness to emerge from the impenetrable blackness of the night. Here too, the uncanny derives not from hints of past crimes or lurking monsters. His drawing drives us towards the limits of our perception. It makes it disconcertingly clear that seeing nothing does not imply that nothing is there. Gähler understands how to create a vacuum and then punctuate it with shafts of seeing.
When Marcel Gähler's camera flashes in the darkness of night, his photograph captures a world asleep. His are views of familiar but forgotten places, often in rain or snow. It might be an allotment with shrivelled, overgrown vegetable foliage, a trace of last summer amid remains of an improvised greenhouse, the front wall of a house behind a garden shrub, or a tree-top pointing skywards. Gähler bases his spectacularly detailed pencil drawings on these photographs. The real content of the photograph is highlighted by this transposition. What a superficial glance might previously have missed now emerges, subtly reinforced, in his pictures.
These are images which lie at the interface between casual snapshot and meaningful allusion. Thus they create a motif-like state of suspense, open to free interpretation. They recall lost memories, summon up dream sequences. The ongoing daily loss of universe comes into view, captured on paper.
Die Bilderwelt in den kleinstformatigen Zeichnungen des Schweizers Marcel Gähler scheint vertraut: Es sind Ausschnitte vergessener Orte, häufig im Schnee, bei Regen oder in der Nacht. Unorte, gekennzeichnet von der Zivilisation und doch bar jeder Figur. Motive der Miniaturzeichnungen sind etwa ein verlassener Schrebergarten mit verdorrtem und aufgestängeltem Gemüse, die Überreste eines improvisierten Treibhauses, das noch vom vergangenen Sommer zeugt, eine Hauswand hinter einem Vorgartenstrauch oder eine eingerüstete Baustelle im Schnee.
Der Skizzenblock Gählers ist die Kamera. Seine Fotos dienen ihm als Vorlage für die spektakulär detaillierten Bleistiftzeichnungen. Durch diese künstlerische Umsetzung und Verlangsamung wird sichtbar, was in der Fotografie aufgrund des schnellen Blickes nicht sichtbar wird: Die Welt im Schlaf zeigt sich nun durch die subtile Verstärkung im jeweiligen Medium in den Bildern verstärkt in einer faszinierenden, ungreifbaren Intensität.
Es sind Bilder, die sich an einer Schnittstelle von belanglosem Schnappschuss und bedeutungsgeladener Anspielung befinden und so einen motivischen Schwebezustand kreieren, der die Interpretation offen lässt. Entrückte Erinnerungen oder Traumsequenzen werden geweckt. Ins Bild tritt der täglich wiederkehrende Verlust von Welt, gebannt auf Papier.
Marcel Gähler
1969 born in Zurich, lives and works in Winterthur
199096 studied at Hochschule für Gestaltung und Kunst, Zurichsingle exhibitions
2007 Kammgarn, Vebikus Schaffhausen
2007 Städtische Galerie Kirchheim Teck, Stuttgart
2007 Kabinett, Bern
2006 Galerie Römerapotheke, Zurich
2005 Kabinett, Bern
2005 ðVorsicht Marcel GählerÐ, Kunstverein Friedrichshafen
2004 Art Magazin, Zurich
2004 Kunsthalle Winterthur
2004 Kabinett, Bern
2002 ðMarcel Gähler und Michael ZieglerÐ, Kabinett, Bern
2002 Art Magazin, Zurich
2001 Kunststafette, Kunstkeller, Bern
2000 Galerie ge, Winterthurgroup exhibitions (selection)
2007 ðSchwarz auf Weiss Zeichnung in der Sammlung BosshardÐ
2007 ðreduce to maxÐ, Galerie Römerapotheke, Zurich
2006 ðWas macht die Kunst?Ð, Helmhaus Zürich
2006 ðHeimspielÐ, Kunstmuseum St. Gallen
2006 ðDezemberausstellungÐ, Kunstmuseum Winterthur
2006 ðScary TalesÐ, Filiale Berlin (Galerie Conrads, Düsseldorf/Galerie Römerapotheke, Zurich)
2006 scope London, Galerie Römerapotheke, Zurich
2005 scope Miami Beach, Galerie Römerapotheke, Zurich
2005 scope London, Galerie Römerapotheke, Zurich
2005 ðDezemberausstellungÐ, Kunstmuseum Winterthur
2004 ðWeisse Wunderware SchneeÐ, Bündner Kunstmuseum, Chur
2004 ðDezemberausstellungÐ, Kunstmuseum Winterthur
2003 ðSchönes und weniger SchönesÐ, Kabinett, Bern
2003 ðDezemberausstellungÐ, Kunstmuseum Winterthur
2003 ðBelle VueÐ, Art Magazin, Winterthur
2003 ðPanorama CityÐ, Kunstpanorama, Luzern
2002 ðWeihnachtsausstellungÐ, Kabinett, Bern
2002 ðDezemberausstellungÐ, Kunstmuseum Winterthur
2002 ðPanorama CitaÐ, Galerie STAUB, Zurich
2002 ðPoints of viewÐ, Galerie Art Magazin, Zurich
2001 ðDezemberausstellungÐ, Kunstmuseum Winterthur
2001 ðWinterausstellungÐ, Kunstkasten Winterthur
2001 ðund/oder/aberÐ, Binz 39, Zurich
2001 ðcurry game and multipleÐ, modo, Winterthur
2000 ðDezemberausstellungÐ, Kunstmuseum Winterthur
2000 ðWinterausstellungÐ, Kunstkasten Winterthurscholarships
2005 Förderbeitrag Kanton Appenzell
2004 Carl Heinrich Ernst-Kunstpreis
2003 Kulturförderpreis, Stadt Winterthur
2001 Kunst- und Werkbeitrag, Kanton Zürich
1999 Kunst- und Werkbeitrag, Kanton Zürichrepresented in
Kunstmuseum Winterthur
Kunstmuseum Bern
Kanton Zürich
Kanton Appenzell
Stadt Zürich
Stadt Winterthur
Bank Julius Bär, Zürich
Credit Suisse, Zürich
Kantonsschule Romanshornpublication
2004 ðMarcel Gähler, Bleistift auf Papier [Pencil on Paper]Ð, Edition Patrick Frey. ISBN 3-905509-51-2internet
marcelgaehler.ch
Anja Schrey
Over the last five years Schrey has made a remarkable collection of works on paper, augmenting her drawings through photography and performance. In all cases, it is always Schrey the artist who is the focus. Though she appears as the 'constant' throughout, the means by which she arrives at her varying poses often involves the participation of other people. It is not unusual for Schrey to invite others to suggest the differing guises, gestures and very often the clothing that she should wear. This 'collaboration' as such, through staged photo-shoots, manifests itself in poses that seem unnatural, forced and ill at ease.
Schrey is distinctly aware of the tradition within which she works and the sometimes contested history of the female body in Twentieth Century art practice. However, her performances and drawings do not operate on the same 'sensationalist' level as her forbears they are 'slower', seemingly more modest, psychological as opposed to physical. And despite the implied eroticism in some of the works, they remain distant, cold, troubled they attract and they repel. For instance, Schrey never engages in direct eye contact with the viewer, instead she avoids her audience favouring to stare into a space beyond the margins of the drawing.
For Schrey, the drawing process acts as another layer of mediation and of distancing before the work is 're-presented' back to the public. Drawing for Schrey signals a process of 're-clamation' through which the artist seizes control and ownership once again of her image and of her self. It is a process of impressive skill and solitude. Alone in the studio, Schrey immaculately arranges her drawing table with hundreds of colour pencils all beautifully sharpened and fanned through the colours of the rainbow. It epitomises the precision and intent with which Schrey, through the act of drawing, almost 'surgically' reconstructs her self image.Michael Stanley, Director Milton Keynes Gallery
Dr. Bettina Ruhrberg, Director Mönchehaus Museum für moderne Kunst, Goslar
FILIALE
Galerie Conrads, Düsseldorf / Römerapotheke, Zürich
FILIALE
die neue Galerie an der Brunnenstrasse, Berlin Mitte
Gerne teilen wir Ihnen mit, dass die beiden international tätigen Galerien Conrads (aus Düsseldorf) und die Galerie Römerapotheke (aus Zürich) unter dem Namen FILIALE in Berlin Mitte zusammen arbeiten werden.FILIALE wird sowohl neueste Arbeiten der Künstlerinnen und Künstler beider Galerien zeigen als auch spezifische, thematische oder projektorientierte Ausstellungen sowie neue und spannende Positionen. Die beiden Galerien werden FILIALE abwechselnd betreiben, in regelmäßigen Abständen aber auch Kurator/innen einladen und der fas (Fotografie am Schiffsbauerdamm, jetzt ebenfalls Brunnenstr. 188) Gastrecht geben.
Bereits jetzt ist die Brunnenstraße eine angesagte Galerienmeile in Berlin. Mit der bevorstehenden Eröffnung weiterer Galerien in diesem Herbst dürfte diese zu einer der spannendsten "Straßen der Kunst" werden. Die Galerie FILIALE befindet sich in Nachbarschaft der Galerien Kunstbank, Winkelmann, Amerika und Goff & Rosenthal und anderer.