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Sprengel Museum

Kurt Schwitters Platz
30169 Hannover
Tel. 0511 - 168 438 75; Fax 0511 - 168 450 93
Di 10 - 20 Uhr, Mi bis So 10 - 18 Uhr, Mo geschlossen
www.sprengel-museum.de
aktuelle Ausstellung / current exhibition
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30.01. - 21.04.2002


Eduard Thöny

Zeichnungen für den Simplizissimus


Mit der Eduard Thöny-Ausstellung setzt das Sprengel Museum Hannover die Serie der Präsentationen aus den eigenen Beständen von Künstlern der Jahrhundertwende fort, die mit Henri de Toulouse Lautrec und Théophile Steinlen begonnen wurde.

Nach der Studium an der Münchner Kunstakademie liefert der Südtiroler Eduard Thöny (Jahrgang 1866) Gesellschafts- und Militärkarikaturen für die Zeitschrift "Simplizissimus". Daneben erscheinen seine Zeichnungen auch in der "Jugend". Mit Jagd- und Reitsportbildern, die u.a. auch in vielen deutschen Passagierschiffen zu sehen sind, macht sich Thöny als impressionistischer Maler einen Namen. Er stirbt am 26. Juli 1950 in Holzhausen.

Der in München erscheinende "Simplizissimus" wurde 1896 von Albert Langen in Anlehnung an französische Vorbilder wie "Le Rire" oder "Le Charivari" als sozialkritisches Medium gegen das Wilheminische Kaiserreich gegründet. Zunächst war der "Simpl" eher als literarisches Blatt gedacht, in dem Beiträge von Thomas, Mann, Knut Hamsun, Frank Wedekind, August Strindberg oder Ludwig Thoma erschienen, doch bald gewann es wegen der bissigen Karikaturen von Karl Arnold, Thomas Th. Heine, Olaf Gulbransson und Thöny eine große Leserschaft und wandelte sich so zu Deutschlands bekanntester satirische Zeitschrift. Im 1. Weltkrieg, als der "Simplizissimus" auf eine nationale Gesinnung einschwenkte, begann der Niedergang. Versuche, in der 20er Jahren an die großen Erfolge der Vorkriegsära anzuknüpfen, schlugen fehl. Unter den Nationalsozialisten wurde der "Simpl" gleichgeschaltet und verlor jegliche Bedeutung. 1944 stellte das Blatt sein Erscheinen ein.

Unter den Karikaturisten des "Simplizissimus" war Eduard Thöny derjenige, der sich noch am weitesten der Kunst, der Malerei verpflichtet fühlte. Die Bissigkeit seiner Zeichnungen enthüllt sich häufig
nur durch den unter der Karikatur publizierten Text. Ohne diesen Text sind seine Zeichnungen recht
eigentlich pointierte Genrestudien seiner Zeit.


 

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