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Galerie Karl PfefferleReichenbachstr. 47-49
80469 München
Tel. 089 - 29 79 69; Fax 089 - 291 35 71
Di - Fr 14 - 18.30 Uhr, Sa 11 - 16 und nach Vereinbarung
www.galeriekarlpfefferle.de
aktuelle Ausstellung / current exhibition
vorausgegangene Ausstellung / previous exhibition
11.9. - 17.10. 1998
Jiri Georg Dokoupil, Gerard Kever, Ekrem YalcindagZusammenhänge (Teil 2)
J. G. Dokoupil: Orangenbild, 1993, 200 x 940 cm,
Orangensaft/Leinwand (Detail)
In unserer Ausstellungsreihe ZUSAMMENHÄNGE zeigen wir Werke von jeweils zwei bis drei Künstlern im Dialog. Jiri Georg Dokoupil, der 1954 in der CSSR geboren wurde, in Köln aufwuchs und u.a. bei Hans Haake in New York studierte, trifft auf den zehn Jahre jüngeren türkischen Künstler Ekrem Yaleindag, der sein Kunststudium in Izmir abschloß und dann am Frankfurter Städel studierte sowie auf Gerard Kever (geb 1954), der wie Dokoupil zu Beginn der 80er Jahre Mitglied der Kölner Künstlergruppe "Mülheimer Freiheit" war. Malerei heißt für die drei Künstler: Neue 'Sprachen' jenseits der Konventionen zu erfinden, in denen sie sich malerisch artikulieren können. Von Dokoupil zeigen wir die "Orangenbilder". In diesen Werken preßt Dokoupil halbierte Orangen auf die Leinwände, die er anschließend erhitzt. Die fast unsichtbaren Abdrücke und Spuren des Saftes färben sich und offenbaren eine reiche, expressive, aber völlig pigment- und pinsellose Malerei. Gerard Klever schafft extrem farbintensive Stilleben, indem er die Pigmente wohldosiert direkt auf die mit einem Binder bestrichene Leinwand streut. Vor dem Auge des Betrachters synthetisiert sich der Farbstaub zu einer nuancenreichen Malerei ohne Duktus. Ekrem Yaleindag wählt für seine Gemälde einen hauchdünnen Pinsel der Stärke Null. Tropfenweise trägt er die Ölfarbe pastos auf. Die Oberfläche mit feinsten Erhebungen und Senkungen läßt an wertvolle Handarbeiten aus dem orientalischen Kulturkreis denken. Die Hand des Künstlers ist spürbar, aber kaum sichtbar. Seine zeitintensive, unökonomisch scheinende Malweise führt den exzellenten Kenner der westlichen gegenstandslosen Malerei zu Bildern von ganz eigener Qualität, die im künstlerischen Grenzgebiet zweier Kulturen entstehen.
Kai Middendorff