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Neue Pinakothek

Barerstrasse 29
80333 München
Tel. 089 - 23805 - 195, Fax - 185
Mi - So 10 - 17 Uhr, Mi zusätzlich bis 20 Uhr,
montags von 10 - 17 Uhr, dienstags geschlossen
info@pinakothek.de
www.pinakothek.de
aktuelle Ausstellung / current exhibition
vorausgegangene Ausstellung / previous exhibition

 

 

04.04. - 27.07.2003


Großer Auftritt

Piloty und die Historienmalerei

Carl Theodor von Piloty (1826-1886) gehörte zu den berühmtesten Historienmatern seiner Zeit. Heute weitgehend in Vergessenheit geraten - in der kunsthistorischen Literatur unserer Zeit kaum mehr erwähnt - widmet die Neue Pinakothek dem bedeutenden Lehrer an der Münchner Kunstakademie eine umfangreiche Ausstellung.

Pilotys europaweiter Ruhm gründete sich auf dem 1855 vollendeten großformatigen Gemälde "Seni vor der Leiche Wallensteins, das unmittelbar nach seiner Ausstellung von König Ludwig I. von Bayern für die Neue Pinakothek angekauft wurde. Pilotys, für die deutschen Sehgewohnheiten der Zeit um 1850 revolutionär anmutender Maler, der sich an französischen und belgischen Vorbildern orientierte, erregte allgemeines Aufsehen. Vor altem durch sein reiches Kolorit und seine dramatisch-theatralische Lichtführung setzte er sich deutlich von der bis dahin dominierenden Malerei der Cornelius-Schule ab.

Ebenso neu war seine in späteren Jahren stark kritisierte realistisch anmutende Behandlung von Details sowie die Auswahl seiner Themen. Mit Bedacht wählte Piloty aus dem Leben seiner Protagonisten einen Moment, in dem sich die Tragik einer historischen Konstellation oder einer einzelnen Person zu bündeln schien. Die Titel seiner Hauptwerke, einstmals berühmt und gefeiert, sprechen für sich: Nero auf den Trümmern Roms, Die Ermordung Caesars, Der Morgen vor der Schlacht am Weißen Berg, Die Gefangennahme der Söhne Eduards V., Der Tod Alexanders des Großen, Die Befreiung Jerusalem durch Gottfried von Bouillon, Thusnelda im Triumphzug des Germanicus.

Die Ausstellung rückt die Historienmalerei Pilotys in das Blickfeld und wird eine Reihe der monumentaten Hauptwerke zeigen. Daneben dokumentieren Zeichnungen und Ölskizzen den Werkprozess. Die Werkschau wird gemeinsam mit den Teilnehmern des Promotionsstudiengangs "Museums- und Ausstellungswesen" des Instituts für Kunstgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität vorbereitet.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation. Neben monographischen Analysen und farbigen Abbildungen der ausgestellten Hauptwerke bietet der Band einführende Aufsätze unter anderem zur Entwicklung der Geschichtsmalerei im 19. Jahrhundert. Der Katalog wird herausgegeben von Prof. Dr. Reinhold Baumstark, Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und Prof. Dr. Frank Büttner, Ordinarius am Institut für Kunstgeschichte der Ludwig-Maximitians-Universität München.

Pressevorbesichtigung: Donnerstag, 3. April 2003 um 11 Uhr in der Neuen Pinakothek.

 

Vorträge

Die Neue Pinakothek bietet zur Ausstellung "Großer Auftritt. Karl Theodor von Piloty und die Historienmalerei " eine Vortragsreihe an: In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fand das Interesse an Geschichte weite Verbreitung und wurde in den unterschiedlichsten Bereichen aufgegriffen. Das Bildungsbürgertum umgab sich mit historisierenden Einrichtungsgegenständen, las historische Romane und goutierte ebensolche Dramen in aufwändigen Inszenierungen an den deutschen Theaterhäusern. Die Vortragsreihe zur Ausstellung soll dieses kulturgeschichtliche Phänomen, das umfassende Geschichtsbewusstsein und dessen Auswirkung, in vier Dimensionen wissenschaftlich vertiefen.

 

Termine

Geschichte spielen

Prof. Dr. Günther Erken, Professor für Dramaturgie (Theaterakademie München):
Gegenwart der Geschichte: Historisches Drama und Bühnenhistorismus (1848-1870)
Donnerstag, 24. April, 20 Uhr, Neue Pinakothek
Eintritt frei

 

Geschichte forschen

Prof. Dr. Wolfgang Hardtwig, Institut für Geschichtswissenschaften der Humbotdt-Universität Berlin: Geschichtskultur in Deutschland zwischen gescheiterter Revolution und Weltmachtsanspruch
(1850-1890)
Donnerstag, 15. Mai, 20 Uhr, Neue Pinakothek, UG
Eintritt frei

 

Geschichte alltäglich

Prof. Dr. Hans Ottomeyer, Generaldirektor des DeutschenHistorischen Museums in Berlin: Der Streit um die Geschichte. GeschichtskuLtur in Fest und Alltag im 19. Jahrhundert.
Donnerstag, 26, Juni, 20 Uhr, Neue Pinakothek, UG
Eintritt frei

 

Geschichte malen
Vortragsreihe zur Carl Theodor von Piloty-Ausstellung in der Neuen Pinakothek
Prof. Dr. Thomas Gaehtgens, (Deutsches Forum für Kunstgeschichte Paris): Historienmalerei und Geschichtsschreibung um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Frankreich
Donnerstag, 3. Juli, 20 Uhr, Neue Pinakothek, UG
Eintritt frei

 

Vortragzur Carl Theodor von Piloty-Ausstellung in der Neuen Pinakothek
Prof. Dr. Hans Michael Körner, Historisches Seminar der Ludwig-Maximitians-Universität München
Donnerstag, 17. Juli, 20 Uhr, Neue Pinakothek, UG
Eintritt frei

 

Führungen finden jeden Donnerstag um 18.00 Uhr statt.

 

Kinderprogramm

Unterwegs mit Karte und Kompass
Oster-Ferienprogramm für Kinder von 5-8 Jahren und 9-13 Jahren

Der Maler Karl Theodor von Piloty erzählt von großen Ereignissen und Geschichten. Die Helden auf seinen riesigen Bildern haben weite Reisen rund um den Globus gemacht. Die Kinder entdecken die Welt der Bilder des Malers und lernen mit spannenden Montessori-Materialien die Gestalt der Erde kennen.

Wer kommt mit auf die Entdeckungsreise in die Neue Pinakothek?
Termine: 23., 24., 25. oder 26. April, jeweils 14.45 bis 16.15 Uhr

Anmeldung bitte unter +49.(0)89.23805-198

 

Filmreihe Leinwandhelden

"...Pilotys stärkste Begabung hätte heute erst ihren wahren Triumph gefeiert ... im Film." (Hermann Uhde-Bernays, 1922) Die Pinakothek der Moderne zeigt in der Reihe "...Leinwandhelden" fünf bedeutende Historienfiltme aus verschiedenen Epochen der Filmgeschichte zur Carl Theodor von Piloty-Ausstellung in der Neuen Pinakothek. Mit seinen vielfältigen Möglichkeiten des anschaulichen Erzähtens und der perfekten Illusion steht der HistorienfiLm in der Tradition der Historienmalerei. Thematisch beziehen sich die ausgewählten Filme direkt auf die großformatigen Historienbilder des Leinwandregisseurs Carl Theodor von Pitoty.

 

 

Quo Vadis?
USA 1951, 132 Minuten, Regie Mervyn Le Roy, mit Peter Ustinov, Robert Taylor, Deborah Kerr.
Rom um 60 n. Chr.: Korruption und Mord bestimmen die Herrschaft von Kaiser Nero. Der siegreiche Marcus Vinicius, soeben von einem Feldzug zurückgekehrt, verliebt sich in die junge Christin Lygia, eine als Geisel festgehaltene Königstochter. Marcus bittet Kaiser Nero, Lygia als Geschenk für seine mi[itärischen Leistungen zu erhalten. Doch die eifersüchtige Kaiserin Poppea intrigiert.
Donnerstag, 17. April, 20 Uhr, Pinakothek der Moderne, Ernst von Siemens-Auditorium Eintritt E 5.-

Anna Boleyn
Deutschland 1920, 132 Minuten, Regie Ernst Lubitsch, mit Emil Jannings, Henny Porten, Ludwig Hartau. Opulentes Historiendrama um das tragische Leben der schönen Anna Boleyn. Die Nichte des Herzogs von Norfolk wird von dem verheirateten König Heinrich VIII. von England heiß umworben. Als Heinrich ihr die Krone anträgt, willgt Anna in eine Heirat ein. Nachdem sie ihm nicht den erhofften Thronfolger schenken kann, wendet sich die Geschichte. Während Anna zur Hinrichtung geführt wird, bereitet Heinrich bereits seine nächste Trauung vor. Musikalische Begleitung: Sabrina und Aljoscha Zimmermann (Violine und Klavier] Donnerstag, 8. Mai, 20 Uhr, Pinakothek der Moderne, Ernst von Siemens-Auditorium Eintritt E 5.-

Alexander der Große
USA 1956, 109 Minuten, Regie Robert Rossen. Mit Richard Burton, Frederic March, Claire Bloom.
356 v. Chr. erblickt Alexander das Licht der Welt. Nach der Ermordung seines Vaters erlangt der gerade 20jährige die Herrschaft und wird König von Mazedonien. Sechs Jahre später hat Alexander der Große nahezu die ganze damals bekannte Welt erobert. Sein großes Ziel: die Vereinigung der westlichen und östlichen Völker. Robert Rossen thematisiert jedoch nicht nur Alexanders gigantische Feldzüge, sondern auch dessen private, teils dramatische Beziehungen. So die Bindung zum mächtigen, willensstarken Vater und Alexanders Liebe zur aufregenden Barsine. Ein Spektakel.
Donnerstag, 22. Mai, 20 Uhr, Pinakothek der Moderne, Ernst von Siemens-Auditorium Eintritt E 5.-

Ein Mann zu jeder Jahreszeit
GB 1966, 120 Minuten, Regie Fred Zimmermann, mit Faul Scofield, Robert Shaw, Orson Welles.
Im Jahre 1529 wird Thomas More von König Heinrich VIII. zum Lordkanzter ernannt. Als der König sich von seiner ersten Frau scheiden lassen will, um Anna Boleyn zu heiraten, widersetzt sich More. Mit der Suprematsakte wird Heinrich Oberhaupt der englischen Kirche, More wird in den Tower geworfen und 1535 hingerichtet. Mit diesem Historiendrama konnte der legendäre Regisseur Fred Zimmermann 8 Oscars einspielen.
Donnerstag, 5. Juni, 20 Uhr, Pinakothek der Moderne, Ernst von Siemens-Auditorium Eintritt E 5.-

Richard III
USA, GB 1995. 104 Minuten, Regie Richard Loncraine, mit Ian Mc Kellen, Annette Bening, Kristin Scott Thomas Shakespeare ganz anders: Für seine Filmversion des berühmten Königsdramas hat Regisseur Richard Loncraine das Stück in einem imaginären England der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts angesiedelt. Mit großem visuellem Einfallsreichtum wird das blutige Geschehen inszeniert. Der charismatische, aber intrigante Machtmensch Richard, Herzog von Gtoucester, hat nur einen Traum: König von England zu werden. Sein Ziel erreicht, muss er dennoch scheitern.
Donnerstag, 12. Juni, 20 Uhr, Pinakothek der Moderne, Ernst von Siemens-Auditorium Eintritt E 5.-

 

 

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