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Galerie NetuschilSchleiermacherstraße 8
64283 Darmstadt
Tel. 06151 - 249 39, Fax 06151 - 295 280
Di - Fr 14.30-19 Uhr, Sa 10-14 Uhr und nach Vereinbarung
galerie.netuschil@t-online.de
aktuelle Ausstellung / current exhibition
vorausgegangene Ausstellung / previous exhibition
bis 10.11. 2007
Wilhelm Loth
(1920-1993)
Torso als Thema - Der weibliche Körper als Motiv
Plastiken aus vier Jahrzehnten
Arbeiten auf Papier und Fotos
Wilhelm Loth , Relief 16/55, Bronze, 1955
Wilhelm Loth, Statueete 2/63, Bronze, 1963
Wilhelm Loth, Relief 10/81, Bronze, 1981
In Erinnerung an den Darmstädter Bildhauer Wilhelm Loth, der vor 15 Jahren
in Darmstadt gestorben ist, zeigt die Galerie Netuschil einen Überblick
über das Schaffen des Darmstädter Bildhauers.Wilhelm Loth gehört zu den herausragenden Bildhauern der zweiten Hälfte des
20. Jahrhunderts in Deutschland! Mit seinem plastischen Werk hat er
wesentliche Aspekte dem Menschenbild seiner Zeit hinzugefügt. Er hat das
Repertoire zum Thema Figur substanziell erweitert und ein ebenso
überzeugendes wie vielfältiges Gesamtwerk geschaffen!1920 in Darmstadt geboren, prägte ihn die politische Situation im
Nazi-Deutschland und der 2. Weltkrieg. Schon früh arbeitete er künstlerisch
und entschied sich, dem Rat Käthe Kollwitz folgend, für die Bildhauerei.
Nach der Kriegsgefangenschaft studierte er ab 1947 bei Fritz Schwarzbeck an
der Werkkunstschule in Darmstadt und wurde 1948 Hauptassistent von Prof.
Hermann Geibel am Lehrstuhl für Zeichnen und angewandte Plastik an der
TH-Darmstadt. 1954 übernahm er den Lehrstuhl von Hermann Geibel und
wechselte vier Jahre später an die Akademie der Bildenden Künste nach
Karlsruhe, deren Geschicke er 28 Jahre wesentlich mitbestimmte.Sehr schnell stellten sich sichtbare Erfolge ein: U.a. erhielt er 1954 die
Joseph-Hoffmann-Ehrung der Wiener Sezession, 1955 wurde ihm, gemeinsam mit
Helmut Lortz, der Kunstpreis der Stadt Darmstadt, der heute seinen Namen
trägt, verliehen. 1959 erhielt er ein Stipendium der Deutschen Akademie in
Rom, das mit einem einjährigen Aufenthalt in der Villa Massimo verbunden
war. 1964 war er documenta-Teilnehmer und erhielt 1965 den großen
Kunstpreis für Plastik der Stadt Köln.Kunstpolitische Fragen innerhalb von Künstlergruppen oder im Zusammenhang
mit Hochschulen beschäftigten den Bildhauer nachhaltig. Als Vorsitzender
der Darmstädter Sezession von 1953-55 beteiligte sich Wilhelm Loth als
wichtiger Exponent an der Diskussion um ein zeitgemäßes Bild des Menschen,
das in der Ausstellung "Das Menschenbild in unserer Zeit" dokumentiert
wurde. Durch weitreichende Kontakte gelang es ihm u.a. das bildhauerische
Werk Ossip Zadkines nach Darmstadt zu holen. Der Bildhauer starb 1993 in
Darmstadt.Unsere Ausstellung gibt einen konzentrierten Überblick über das Werk von
den späten 40er bis Anfang der 90er Jahre. Terrakotten, Bronze, Neusilber,
Bilder, Aquarelle, Zeichnungen und Fotos dokumentieren die Einheitlichkeit
des Werkes in der Entwicklung über viereinhalb Jahrzehnte.Zentrum von Wilhelm Loths Schaffen war, innerhalb der menschlichen Figur,
der weibliche Körper. Mit seinen plastischen und zeichnerischen Arbeiten
spürte er der Metaphysik des Fleisches nach. Den Begriff des Torsos
ersetzte er seit den 80er Jahren durch den Begriff des Idols, da die
torsierten Figuren für ihn im ganzheitlichen Sinne abgeschlossene Plastiken
waren.Die Ausstellung ist bis zum 10. November 2007 dienstags bis freitags von
14.30 bis 19 Uhr und samstags von 10-14 Uhr geöffnet.