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Galerie Netuschil

Schleiermacherstraße 8
64283 Darmstadt
Tel. 06151 - 249 39, Fax 06151 - 295 280
Di - Fr 14.30-19 Uhr, Sa 10-14 Uhr und nach Vereinbarung
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aktuelle Ausstellung / current exhibition
vorausgegangene Ausstellung / previous exhibition

 

18.10. - 22.11. 2009

Matthias Beckmann

Vor dem Umbau

Ein gezeichneter Streifzug durch das Hessissche Landesmuseum Darmstadt

 

 

Metamorphosen eines Hauses.
Matthias Beckmann zeichnet im Hessischen Landesmuseum

Am Sonntag, 18. Oktober 2009 um 11 Uhr wird in der Galerie Netuschil die Ausstellung "Matthias Beckmann. Vor dem Umbau. Ein gezeichneter Streifzug durch das Hessische Landesmuseum" mit Zeichnungen des Berliner Künstlers eröffnet. Zur Ausstellung sprechen Dr. Theo Jülich, Hessisches Landesmuseum Darmstadt und Claus K. Netuschil.

Im Frühjahr 2007 war der Berliner Zeichner Matthias Beckmann zu Gast im Hessischen Landesmuseum Darmstadt, um vor Ort seine Eindrücke vom Charakter des Museums vor der vierjährigen Schließung wegen tief greifender Modernisierungs- und Erweiterungsarbeiten festzuhalten. Der Darmstädter Galerist Claus K. Netuschil hatte den Künstler zu diesem Zeichenprojekt eingeladen. Die Museumsleitung ermöglichte den freien Eintritt in die Ausstellungsräume sowie Einblicke in die Depots und Werkstätten.

Matthias Beckmanns streng linearen Bleistiftzeichnungen entstehen direkt vor Ort ohne fotografische Hilfsmittel. Scheinbar mühelos hält der Künstler das Geschehene fest und kommt ohne Korrekturen und den Einsatz des Radiergummis aus. In seinen Zeichenserien arbeitet der Künstler wie ein Kameramann. Er umkreist die Objekte, wechselt die Perspektiven, wählt ungewöhnliche Ausschnitte und montiert die Bildserie zu einer spannungsreichen visuellen Erzählung. Nebensächliches wird mit der gleichen Sorgfalt abgebildet wie die Highlights der Sammlung. Der Künstler zeigt keine repräsentativen Postkartenansichten sondern interessiert sich ­ mit einem sehr eigenen Sinn für Humor ­ gerade für das Aufeinandertreffen von Erhabenem und Banalem. Die Ausstellungsstücke treten in einen Dialog mit ihrer architektonischen und technischen Umgebung, mit Luftbefeuchtern, Stühlen, Schildern, Kopfhörern.

Beckmanns besonderes Interesse gilt den Übergangssituationen in den Depots oder während der Ausstellungsumbauten, in denen die Kunstwerke ihrer musealen Repräsentationsfunktion enthoben sind und sich neben anderen Kunstwerken, Verpackungsmaterialien und technischen Geräten behaupten müssen.

Die Zeichenserie über das Hessische Landesmuseum Darmstadt steht im Kontext anderer Projekte des Künstlers, in denen er sich im Medium der Zeichnung mit unterschiedlichen Institutionen auseinander setzt und das Verhältnis von Repräsentation und Alltäglichem auslotet. Es entstanden Zeichenserien über das Museum als Institution und Betrieb ­ das Kunstmuseum Bonn, das Von der Heydt-Museum Wuppertal, das Museum für aktuelle Kunst S.M.A.K. in Gent, die Ausstellung "Van Gogh ­ Felder" in der Kunsthalle Bremen sowie über Orte wie den Deutschen Bundestag Berlin, die romanischen Kirchen in Köln, die Produktionsstätten eines süddeutschen Autobauers, das Fraunhofer Institut Stuttgart.

 

 

 

Beckmanns jüngste Zeichenserie über Kunst- und Wunderkammern in Deutschland und Österreich, die nun an den Orten ihrer Entstehung gezeigt wird, bietet einen direkten Anknüpfungspunkt an die Darmstädter Zeichnungen. Die frühen Wunderkammern kennen, anders als die meisten modernen Museen, noch keine Trennung der Sammlungsgebiete und bieten ein anschauliches Bild der damaligen Kenntnis der Welt durch Gemälde, Kunsthandwerk, ethnographische Objekte, Kuriositäten, mathematisch-physikalische und astronomische Geräte, Bücher und verschiedenste Naturalien. In dieser Tradition steht auch das Hessische Landesmuseum, das als Universalmuseum Sammlungen aus vielfältigen Bereichen wie alter und zeitgenössischer Kunst, Kunsthandwerk, Archäologie und Naturkunde vereint und dadurch einen spannungsreichen Dialog zwischen Kunst und Natur ermöglicht.

Die Ausstellung und das begleitende Buch sind ein bildhafter Gang durch das Hessische Landesmuseum vor der Schließung und dem Umbau. Seit Generationen ist das Vielspartenhaus der zentrale Angelpunkt bildender Kunst in Darmstadt, ein Ort, an dem mit der prallen Fülle seiner Sammlung Bildung und Universalwissen vermittelt wird.

Parallel sind Leihgaben aus den Sammlungen des Hessischen Landesmuseums zu sehen, die in enger Korrespondenz zu den Zeichnungen stehen.

Während der Ausstellung sind Führungen, Lesungen und ein Filmabend geplant. Der Darmstädter Filmer und Fotograf Horst Dieter Bürkle hat vor der Schließung im Hessischen Landesmuseum und während des Umbaus mehrere Filme gedreht.

Am Sonntag, 22. November 2009 um 11 Uhr kommt der Berliner Schriftsteller Christoph Peters zu einer Lesung in die Galerie. Auch zu dieser Veranstaltung lädt die Galerie herzlich ein.

 

 

 

Biographie:

Matthias Beckmann wurde 1965 in Arnsberg geboren und lebt und arbeitet heute in Berlin. 1984-90 studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf bei Franz Eggenschwiler (Meisterschüler) und 1990-92 bei Rudolf Schoofs an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Für sein Werk erhielt er viele Preise und Stipendien. Nach mehreren Lehraufträgen in Dortmund hatte er 2001/02 an der Fachhochschule Darmstadt eine Vertretungsprofessur inne. 1995 gehörte er zu den Mitgründern der Künstlergruppe "Die Weissenhofer", die seither Ausstellungen, Installationen und Happenings veranstalten.

Die Ausstellung ist bis zum 22. November 2009 dienstags bis freitags von 14.30-19.00 Uhr und samstags von 10-14 Uhr zu sehen.

 

Ausstellungseröffnung: Sonntag, 18. Oktober 2009, 11 Uhr

Es sprechen:
Dr. Theo Jülich, Hessisches Landesmuseum Darmstadt
und Claus K. Netuschil

Der Künstler ist anwesend.

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog mit einer Erzählung des Berliner Schriftstellers Christoph Peters und einem Text des Darmstädter Journalisten Klaus Honold. 96 Seiten, Blockbuchbindung, Euro 15,- Vorzugsausgabe mit einer eingelegten Original-Radierung von Matthias Beckmann, Euro 65,-

Am Sonntag, 22. November 2009 um 11 Uhr kommt Christoph Peters zu einer Lesung in die Galerie

Während der Ausstellung werden Filme von Horst Dieter Bürkle gezeigt, die vor der Schließung und während des Umbaus des Hessischen Landesmuseums (bis 2011) entstanden sind und noch entstehen.

 

 

 

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