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ZKM - Museum für Neue Kunst

Lorenzstraße 9
76135 Karlsruhe
Tel. 0721 - 81 00 13 00; Fax 81 00 13 09
mnk@zkm.de
Mi - Fr 10-18 Uhr, Sa/So 11-18 Uhr, Mo/Di geschlossen
Medialounge/Mediathek: Di-Fr 12-18 Uhr, Sa/So 12-16 Uhr, Mo geschlossen
http://on1.zkm.de/zkm/
vorausgegangene Ausstellung / previous exhibition

 

bis 20.04. 2008

Klio. Eine kurze Geschichte der Kunst in Euramerika nach 1945

ZKM | Museum für Neue Kunst, 2. OG

 

10.05. - 06.07. 20 08

MAGNET. Thorbjørn Lausten's Visual Systems

Eine Ausstellung auf dem ZKM_Museumsbalkon

Eröffnung Fr 09.05. um 19 Uhr auf dem ZKM_Museumsbalkon

Visuelle Kunst hat sich schon immer mit dem Sichtbarmachen des Unsichtbaren beschäftigt. Der dänische Licht- und Medienkünstler Thorbjørn Lausten widmet sich seit einigen Jahren im Kontext von Kunst, Wissenschaft und Medien der Visualisierung wissenschaftlicher Daten. Innerhalb seines aktuellen Projektes »MAGNET« arbeitet er mit der Universität Tromsø und dem Dänischen Meteorologischen Institut zusammen, die ihm einen direkten Zugriff in Echtzeit auf geomagnetische und meteorologische Messdaten ermöglichen. Diese Daten werden von Lausten künstlerisch bearbeitet und mittels Projektionen sichtbar gemacht. Sie stellen eine Art Interface zwischen der ursprünglichen Energie und den daraus gewonnenen Informationen dar. Die unterschiedlichen Quellen der Daten sowie deren algorithmische Veränderungen sorgen dabei für eine große visuelle Variationsbreite. Laustens Verbildlichungen digitaler Messdaten werden zu konkreten »Farbfilmen«, die interaktiv und gleichzeitig an drei Ausstellungsorten (neben dem ZKM auch im Museet for Samtidskunst, Roskilde und im Nordjyllands Kunstmuseum, Aalborg) präsentiert und darüber hinaus online im Internet zu verfolgen sein werden.

Kuratiert von Andreas F. Beitin.

Zu den drei Ausstellungen erscheint eine Publikation: Morten Søndergaard und Peter Weibel (Hg.) »MAGNET«, ca. 120 Seiten, 100 Abbildungen, mit Texten von Hartmut Böhme, Thorbjørn Lausten, Peter Lunenfeld, Morten Søndergaard, Frederik Stjernfield
und Peter Weibel.

Virtuelle Ausstellung unter: ww.meteomag.dk

 

 

22.05. - 21.09. 2008

Vertrautes Terrain - Aktuelle Kunst in/über Deutschland


Eine Ausstellung im ZKM | Museum für Neue Kunst

Eröffnung Mi 21.05. um 19 Uhr im ZKM_Foyer

Konstruktionen »Deutsche Kunst« oder »Kunst aus Deutschland« ist ein Etikett mit Ausstellungstradition, das Fiktion ist. Denn mit der Realität künstlerischer Praxis hat nationale Festschreibung meist wenig zu tun. Troz allem stellen länderspezifische Fragen auf der Suche nach Geschichte, Genealogien oder Tendenzen eine Konstante in der Kunstgeschichte und im Kunstbetrieb dar: Die Überblicksausstellung ist ihr gängiges Format. In diesem Zusammenhang werden auch Lebens- und Arbeitsorte als Koordinaten in Künstlerbiografien entsprechend gewichtet. Sie dienen einer ersten Bestimmung der Position im System des Kunstbetriebs. Oft werden sie dabei mit vermeintlich nationalen oder lokalen Qualitäten verknüpft, die sich in der künstlerischen Produktion widerspiegeln sollen. Mittels kulturpolitischer oder kuratorischer Rhetorik ­ häufig vom Kunstmarkt unterstützt ­ wird so versucht, via Herkunftsbefund nationale Repräsentationen abzuleiten. Besonders sichtbar wurde dies im prominenten englischen Fall der »Young British Art«, wo eine Bewegung erfolgreich konstruiert und vermarktet wurde. Ähnliche Ansätze und Erfolge von »Kunst aus Russland« (SOZART) oder »Kunst aus China« (1990er-Jahre) zeigen, dass es sich dabei um ein wiederkehrendes Phänomen handelt.
Vorläufer Von der legendären Ausstellung »Von hier aus ­ Zwei Monate neue deutsche Kunst in Düsseldorf« im Jahre 1984 bis zu »Made in Germany« 2007 in Hannover haben zahlreiche Präsentationen die Frage nach der Herkunft und dem Produktionsstandort Deutschland behandelt. Eine thematisch-kulturelle Auseinandersetzung fand bislang allerdings nur indirekt statt. Denn schon aufgrund der Geschichte wird eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Land als heikel und problematisch angesehen. Gerade die Analyse und Beschäftigung mit dem scheinbar vertrauten wie auch fremden Terrain Deutschland ist in einer Situation änderübergreifender Kommunikation und von Auflösungstendenzen bedrohter, nationalstaatlicher Entscheidungsmacht in Europa besonders interessant und wichtig. Einerseits lässt sich beobachten, dass sich nationale Unterschiede zu nivellieren scheinen, andererseits wird lokalen Kulissen und nationalen Ereignissen als identitätsstiftendem Moment eine neue Bedeutung zugesprochen. Vor diesem Hintergrund versteht sich das Projekt »Vertrautes Terrain ­ Aktuelle Kunst in/über Deutschland« als Resonanzraum für die differenzierte Auseinandersetzung mit Arbeiten von internationalen KünstlerInnen, die Deutschland auf sehr unterschiedliche Weise als Geschichts-, Kunst- und Sozialraum reflektieren. Die Konzentration auf die Situation in Deutschland gilt der Erkundung einer »imaginären Kartografie«, die inhaltliche und formale Anliegen, Symptome und Virulenzen in der Kunst vor dem Hintergrund ihrer gesellschaftspolitischen oder sozio-kulturellen Gegenwart aufspüren möchte.
Identität Fragen nach Geschichte, Erinnerung, kultureller Verortung, Identität, biographischen Bezügen, Strukturen, Symbolen, Formbezügen, Klischees und Repräsentationspolitik bilden die Basis des Projekts: Was interessiert Künstler unterschiedlicher Nationalitäten an Deutschland heute? Wo entstehen Bezüge zu Deutschland? Entsteht aus der »Identität im Zweifel« (Hans Belting) eine wie auch immer geartete thematische Brisanz in künstlerischen Arbeiten? Welche ästhetische und künstlerische Qualität haben Werke, die auf deutsche Kultur, Geschichte, Personen oder Orte Bezug nehmen? Welche Rolle spielen historisch etablierte Qualitätssiegel und aktuelle Hypes (von der Romantik bis zur »Leipziger Schule«) in der internationalen
Außenwahrnehmung?
Resonanzraum »Vertrautes Terrain ­ Aktuelle Kunst in/über Deutschland« versteht sich dementsprechend sowohl als Prozess als auch als aktuelle Momentaufnahme mit rund 50 deutschen und internationalen KünstlerInnen. So wird die Ausstellung nicht zuletzt geprägt sein von gemeinsamen und sich durchaus wandelnden Vorstellungen davon, was der Begriff »Deutschland« bedeutet. Um diese Fragestellungen nicht nur auf die Bildende Kunst zu beschränken, sondern auch mögliche Parallelentwicklungen und Referenzen auf anderen kulturellen Feldern wie Literatur, Musik, Theater, Tanz, Design, Mode oder Film aufzuzeigen, bildet ein gemeinsam mit dem Künstler Heiner Blum konzipierter »Resonanzraum« das Herz der Ausstellung. Die räumliche Umsetzung der Metapher »Resonanzraum« ist transdisziplinärer Arbeitsplatz, temporäre Ausstellungsfläche und Veranstaltungsort zugleich. In Vorträgen, Diskussionen, Aktionen, Präsentationen, Performances, Führungen und Aufführungen mit unterschiedlichen Kooperationspartnern soll der Komplexität des Themas Rechnung getragen und eine Annäherung von unterschiedlichen Seiten erlaubt werden.
Collectors' Choice Die Einnahme einer weiteren Perspektive auf das Thema ermöglicht die im 2. Obergeschoss des Museums zeitgleich gezeigte Ausstellung »Vertrautes Terrain ­ Collectors' Choice« aus den Beständen der mit dem ZKM | Museum für Neue Kunst kooperierenden Privatsammlungen Boros, Grässlin und der LBBW.

Kuratiert von Gregor Jansen und Thomas Thiel.
Projektleitung: Anne Däuper.

Zur Ausstellung erscheint ein Ausstellungs- und Programmheft sowie abschließend ein Dokumentationsband mit DVD.

Weitere Informationen, Künstlerliste und Rahmenprogramm ab April unter:
www.vertrautes-terrain.de

Die Ausstellung wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.
Medienpartner: Arte.

 

 

 

Do 08.05.08
Les Avatars de Vénus
Ein Film von Jean-Jacques Lebel
Filmpräsentation und Einführung im ZKM_Medientheater, 19 Uhr, Eintritt frei
Die Venus aller Epochen, aller Zivilisationen und Kategorien in einem Film. Der Künstler Jean-Jacques Lebel hat die Kunstgeschichte dieser mythologischen Figur in seinem Film »Les Avatars de Vénus« aufgearbeitet. In einem knapp 45-minütigen Film ziehen sie am Betrachter vorbei. Die eine geht in die andere über, die Grenzen verschwimmen und es bleibt eine einzige, sich ständig verändernde Göttin der Liebe in Erinnerung. Ermöglicht wird diese mediale Venus durch die Technik des Morphing, die vielen bereits aus Michael Jacksons Video »Black or White« bekannt sein dürfte. Lebels Interesse für die Figur der Venus leitet sich her von seiner Arbeit als Bildhauer an der Installation »Reliquaire pour un culte de Vénus«, an die er seit zehn Jahren immer wieder zurückkehrt. Sie besteht mittlerweile aus über 2000 Einzelteilen: Malerei, Collagen, Fotografien und Texte. Aus dieser kontinuierlichen Arbeit am Venuskult ging das am ZKM gezeigte Projekt hervor. In ihm wird die Kunstgeschichte bzw. die Geschichte der Sicht auf die Göttin in verschiedenen Epochen oder sozialen Kontexten in den Blick genommen. Ihre Avatare, wie Lebel die unterschiedlichen Darstellungen der Venus nennt, vermehren sich ständig weiter, manchmal nehmen sie unerwartete Formen an. Man stellt jedoch zugleich eine stetige Wiederkehr von Motiven fest. In zwölf Einheiten zusammengefasst zeigt der Film, welche Archetypen sich im Laufe der Geschichte auch über kulturelle und zeitliche Grenzen hinweg herausgebildet haben. Jean-Jaques Lebel wird seinen Film selbst im ZKM vorstellen.

 

Do 29.05.08
Visual Music
Screening im ZKM_Kubus, 20 Uhr, ¤ 10/7
»Visual Music« ist eine neue computergestützte künstlerische Ausdrucksform, die sich zwischen Bild und Klang bewegt. Der Computer bildet die digitale Schnittstelle, um Musik und Bild zu verknüpfen. Die Musik steuert die Charakteristiken des Bildes oder umgekehrt. Beide Medien, wechselseitig miteinander verknüpft, erzeugen neue Wahrnehmungsweisen zwischen »Hören« und »Sehen«. Die Vielfalt der Stücke führt in konkrete und poetische, in imaginäre und psychedelische Landschaften: zu sehendem Hören und hörendem Sehen. Für das Screening im ZKM wurden Werke ausgewählt, die zum Teil beim »Visual Music Marathon« (VMM) Boston gezeigt wurden. Ergänzend kommen drei Uraufführungen am ZKM hinzu.
Werke u.a. von Bret Battey, Per Bloland, Jean Deteux (UA), Rajmil Fischman,
Yanjun Hua, Hiromi Ishii (UA), Wilfried Jentzsch (UA), Elsa Juste, Jonathon Kirk,
Stephan Larson, Dennise Miller, Hans Mittendorf (UA), Nathaniel Resnikof, Vishal
Shah, Adam Stansbie, Arie Stavchansky, Rebecca Ruige Xu

Kuratiert von Wilfried Jentzsch, Visual Music.
Ko-kuratiert von Hiromi Ishii.

 

 

Der starke Konsument
Ein Projekt von Stephanie Senge
Konsumprozession, Ausstellung und Symposium im ZKM | Karlsruhe

Die Konsumgesellschaft fordert starke Konsumenten ­ doch wodurch zeichnen sie sich aus? Die Münchner Künstlerin Stephanie Senge stellt in ihrem Projekt diese Frage, gibt eigene Antworten und lässt vor allem auch andere antworten.

Sa­So 31.05­01.06.08 Symposium
Sa 11­14 Uhr, So 10­16 Uhr im ZKM_Medientheater
International bekannte ReferentInnen legen jeweils aus ihrer Sicht dar, was für sie einen starken Konsumenten ausmacht. Ist er kritisch, asketisch, markenkundig, lustvoll oder nachhaltigkeitsbewusst? Linke und Neoliberale, Verbraucherschützer und Vertreter des
LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability), Philosophen und Kunstwissenschaftler sollen hier gleichermaßen zu Wort und miteinander in Diskussion kommen.
Organisation: Stephanie Senge, Wolfgang Ullrich (HfG, Karlsruhe)

Sa 31.05.08 Konsumprozession
15 Uhr, Treffpunkt: Stephansplatz, Karlsruhe
Im Mai geht Senge mit einer Skulptur, die einen starken Konsumenten repräsentiert, auf Karlsruher Straßen und diskutiert dort mit BürgerInnen, die ihre Meinungen schließlich auf Plakaten formulieren sollen. Diese Plakate werden Teil einer großen Konsumprozession, die am Nachmittag des 31. Mai durch die Innenstadt Karlsruhes zieht. Angeführt von einigen Eseln und um sieben Skulpturen der Künstlerin gruppiert, die für verschiedene Konsumententypen stehen, soll mit der Prozession eine breitere Öffentlichkeit zur Haupteinkaufszeit auf die bestimmende Stellung des Konsumismus aufmerksam gemacht werden. Eine eigens komponierte Prozessionsmusik von Carl Friedrich Oesterheldt sowie Einlagen der Performancekünstler Eva Rostfrei und Bazon Brock ergänzen den Umzug.

Sa 14.06.08 Ikebana-Workshop mit Stephanie Senge
14­18 Uhr, ZKM | Medienmuseum,
Eintritt frei
Mit dem Workshop »Mehr Liebe für das Billigkaufhaus!« bietet Stephanie Senge während der Laufzeit der Ausstellung selbst einen Ikebana-Kurs an. Mit den TeilnehmerInnen geht sie in ein Billigkaufhaus, berät sie bei ihren Einkäufen
und zeigt ihnen, wie man aus jeweils drei Gegenständen eine Ikebana-Skulptur bauen kann.
Eine Kooperation mit der Staatlichen Hochshule für Gestaltung Karlsruhe

 

 

 

 

 

 
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