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Museum für Moderne Kunst

Domstraße 10
60311 Frankfurt am Main
Tel. 069 - 212 30 447; Fax 069 - 212 378 82
Di - So 10 - 17 Uhr, Mittwoch 10 - 20 Uhr, Montag geschlossen
mmk@stadt-frankfurt.de
http://www.mmk-frankfurt.de
aktuelle Ausstellung / current exhibition
vorausgegangene Ausstellung / previous exhibition

 

10.06. - 15.08 2010

Andreas Slominski

Hochsprunganlage im MMK

Ausstellungsreihe "Double" zeigt ein Werk von Andreas Slominski

Eine dicke, blaue Matte mit einer davor aufgebauten Hochsprunganlage erwartet die Besucher seit heute im MMK Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main. Dies ist nicht etwa eine neue Wettkampfstätte für sportliche Museumsbesucher, sondern die Arbeit Fallen, Hochsprunganlagen, Berg Sportgeräte, die der Künstler Andreas Slominski für die Ausstellungsreihe Double aufgebaut hat. Das Werk wurde erstmals 1988 für das Kabinett für aktuelle Kunst in Bremerhaven konzipiert und im MMK originalgetreu rekonstruiert. Alle einzelnen Teilausstellungen der Reihe "Double" zeigen exemplarische Projekte des legendären Bremerhavener Ausstellungsraumes, die in enger Zusammenarbeit mit den Kuratoren Gregor Schneider und Moritz Wesseler für das Frankfurter Museum gedoubelt werden.

Die bis zum 15. August im MMK zu sehende Arbeit gehört zu Slominskis Werkgruppe der "Fallen", die besonders bezeichnend für den Künstler sind, der sich selbst häufig einen "Fallensteller" nennt. Doppelbödige, humorvolle Werke sind ein beliebtes Thema bei Slominski, der seine Fallen meist aus dem Alltäglichen ableitet. Bei dieser Arbeit handelt es sich nicht um eine Tierfalle, sondern um eine eher abstrakte Falle.

Die handelübliche Hochsprunganlage ist voll funktionstüchtig. Im Gegensatz zu den Readymades von Marcel Duchamp, der den zur Kunst erklärten Gegenständen bewusst ihre grundlegende Funktion entzog, behalten die Fallen bei Andreas Slominski sogar eine Doppelfunktion: Sind sowohl Kunstwerk wie auch Sportgerät. Formal betrachtet nimmt die Sprunganlage das Fensterkreuz des nachgebildeten Ausstellungsraumes mit seinen Horizontalen und Vertikalen auf und betont - im ansonsten leeren Raum - die Farbe, Form und den ästhetischen Charakter des Kunstwerks. Das Sportgerät steht so im Ausstellungsraum, dass es durch einen Sprung durch die Scheibe benutzbar wäre. Damit könnte es zur Falle werden, zur Vorspiegelung veränderter Tatsachen. "Hier zeigt sich, dass subtile und vielschichtige Deutungsebenen das Werk des Künstlers prägen. Die Falle ist ein berechenbares Verhältnis von Ursache und Wirkung, genau austariert. So steht sie als Symbol für die Kunst Andreas Slominskis", so Dagmar Kürschner, die das Projekt Double am MMK betreut.

Zwar zeigt die Ausstellung "lediglich" eine handelsübliche Hochsprunganlage, doch wird sie zur Falle für Erwartungshaltungen beim Betrachter und bringt diesen zum Nachdenken über Wahrnehmung und Kunst.

Im Rahmen der Ausstellung hält Gerd Mörsch am 24. Juni um 19 Uhr im MMK einen Vortrag über die Fallen von Andreas Slominski.

 

 

 

Eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellungsreihe Double - 40 Jahre
Kabinett für aktuelle Kunst, Bremerhaven, die vom 11. Juni bis 15. August
2010 die Arbeit "Fallen-Hochsprunganlage - Bergsportgeräte, 1988" von
Andreas Slominski präsentiert.

Donnerstag, 24. Juni 2010, 19 Uhr im MMK Vortragssaal

Was verbindet Adam und Eva, den listigen Teufel und die Mausefalle
miteinander? Und handelt es sich etwa bei dem Künstler Andreas Slominski,
der sich selbst als Fallensteller bezeichnet und Fallen baut, um einen
zeitgenössischen Parrhasios, weil seine Fallen wie der gemalte Vorhang
des antiken Malers die Menschen täuschen?

Diesen Fragen wird Gerd Mörsch in seinem Vortrag am MMK nachgehen. Er hat
sich in seiner umfangreichen Dissertation mit der Falle als Motiv und
Strategie in der Kunst des 20. Jahrhunderts intensiv auseinandergesetzt.
Der Autor ist Slominski bereits 2004 in die Falle gegangen. Ausgehend von
seiner Magisterarbeit über die (Tier-) Fallen Slominskis hat Mörsch die
Falle als ein nicht nur für Slominski bedeutendes, übergreifendes
Konzept entlarvt. Im MMK wird der Autor sich nun auf die weniger
offensichtlichen Fallen des Künstlers konzentrieren.

Das Buch Die Falle in der Kunst des 20. Jahrhunderts ist über das Museum
und die Buchhandlung Walther König verfügbar.

Der Eintritt ist frei!

 

 

 

 

 

 

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