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Museum Ludwig Köln
Bischofgartenstr. 1
50667 Köln
Tel. 0221 - 221 26165, Fax 221-24114
Di -Do 10-18 Uhr, Fr 11-18 Uhr, Sa/So10-18 Uhr,
jeden 1. Fr im Monat 11-23 Uhr
info@museum-ludwig.de
www.museenkoeln.de/ludwig
vorausgegangene Ausstellung / previous exhibition
23.04. - 22.08, 2010
Wade Guyton
Für seine Bilder benutzt der amerikanische Künstler Wade Guyton (*1972) häufig reproduzierte Bilder und Ausschnitte aus Büchern oder Kunstzeitschriften. Sie werden eingescannt, bearbeitet und auf Leinwand mit einem Tintenstrahldrucker ausgedruckt. Dabei wird die Oberfläche des Bildes durch kalkulierte, aber kaum steuerbare Zufälle gestaltet: Wie bekommt der Druckkopf das Leinen zu fassen? Wo entstehen Leerstellen? Jeder "Fehler" im technischen Herstellungsprozess verleiht der Leinwand so ihre Individualität. Mit Wade Guyton wird eine Malerei erfahrbar, die sich auf das Material und den Herstellungsprozess selbst bezieht. Was ist dem Bild als Bild wesentlich? Welcher materielle Träger ist zeitgemäß? Wer macht das bildnerische Kunstwerk und ist sein Schöpfer? Das sind die Fragen, die Wade Guyton ins Werk setzt.
29.05. - 31.10. 2010
Bilder in Bewegung: Künstler & Video_Film
Das Museum Ludwig präsentiert eine großangelegte Überblicksausstellung zur Geschichte des Bewegten Bildes in der bildenden Kunst. Das Haus räumt sein komplettes Untergeschoss aus, um seine umfangreiche Film- und Videosammlung den Besuchern erstmals seit 30 Jahren zugänglich zu machen. 55 raumgreifende Installationen mit substantiellen Arbeiten, beispielsweise von Aernout Mik, Mike Kelley und Nam June Paik werden präsentiert, rund 270 Arbeiten werden über Videosichtplätze abrufbar sein.
Erstmals werden die Medien Video und Film nicht getrennt von Kunst- oder Filmwissenschaftlern untersucht, sondern ihre Verschränkung, die um 1968 einsetzt, wird in den Blick genommen. Die gemeinsame Präsentation dieser Medien hat im Rheinland Tradition: so mit der Gründung von XSREEN als Abspielstätte für den Avantgardefilm und die Integration von Filmen in Ausstellungen der bildenden Kunst 1970 im Kölnischen Kunstverein, sowie Nam June Paiks für das Medium Video wegweisende Ausstellung "Exposition of Music, Electronic Television" 1963 in Wuppertal. Viele der Werke, die damals präsentiert wurden, sind anschließend in die Sammlung des Museum Ludwig gelangt.
Außerdem fragt die Ausstellung nach dem Einfluss des Kinos und seiner erzählerischen Strategien, dem Dokumentarische als künstlerische Haltung und dem Verhältnis von Video und Film zum Ausstellungsraum. Der Einfluss des Kinos findet sich in ganz unterschiedlichen Werken, beispielsweise bei Francesco Vezzoli in Form eines vorgetäuschten Filmtrailers, als Collage mit gefundenem Material bei Jonathan Horowitz oder einer in einen anderen Zusammenhang gebrachten Wiederaufführung eines Sketches von Laurel und Hardy bei Clemens von Wedemeyer. Beispiele für das Dokumentarische als künstlerische Haltung sind u.a. Werke von Renée Green und Jonas Mekas. Es wird aber auch deutlich gemacht, dass Videos um 1968, die lange als Dokumentationen von Aktionen rezipiert wurden, eigentlich eine Eigenständigkeit besitzen, da die Künstler die Medien konzeptionell in ihren Aktionen mitdachten. Das Verhältnis von Video und Film zum Ausstellungsraum reicht von der "kinematografischen Installation", die den Kinoraum mit dem Ausstellungsraum verschmilzt bis zur "Videoskulptur", die Monitore als skulpturale Elemente installiert. Entweder wird der Kinoraum in der Arbeit zitiert, wie z.B. bei Janet Cardiff oder Mark Leckey oder die kinematografische Apparatur wird zum Bestandteil der Installation wie in den Arbeiten von Simon Dybbroe Møller und Edgar Arcenaux. Schließlich sind Installationen zu finden, die einen direkten Bezug vom Raum im bewegten Bild zum Ausstellungsraum herstellen, wie bei Aernout Mik und Guy Ben-Ner.
Die Ausstellung wird gefördert vom Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen.
02.07. - 03.10. 2010
Roy Lichtenstein: Kunst als Motiv
Die Rasterpunkte des Pop Art Meisters Roy Lichtenstein (1923-1997) sind weltberühmt. Nach Motiven aus der Comic- und Konsumwelt fertigte Lichtenstein Gemälde, die er aus Punkten und Farbflächen zusammensetzte. In der Ausstellung im Museum Ludwig sind nun noch ganz andere Seiten seines Oeuvres zu entdecken. In rund 100 Exponaten, überwiegend großformatigen Gemälde, sowie einigen Skulpturen und Zeichnungen wird seine Auseinandersetzung mit kunsthistorischen Stilrichtungen von Expressionismus und Futurismus bis Bauhaus und Artdeco nachvollziehbar. Außerdem hat sich Lichtenstein Werke von Künstlerheroen wie Picasso, Matisse, Mondrian oder Dali angeeignet und sie oft ironisch, hintergründig in seiner eigenen Bildsprache interpretiert.
Viele seiner Frühwerke basieren auf historischen amerikanischen Gemälden, z.B. von Benjamin West. Außerdem malte er nach Vorbildern von Picasso, Braque und Klee, die er nach eigener Aussage in einem "expressionistischen Kubismus" verarbeitet.
Mit Picasso setzt er sich auch später weiter auseinander, als er bereits mit Rasterpunkten arbeitet. Unter seiner Hand wird Picasso zum Pseudo-Comic und erhält einen völlig eigenen Charakter. "Ein Werk zu malen, das eindeutig einem Picasso ähnelt, war ein Befreiungsschlag".
Lichtensteins großformatige Gemälde aus der Serie der "Brushstrokes" zeigen nichts als gigantische, comicartig stilisierte Pinselstriche auf Leinwand. Dieses Motiv hat eine große Bedeutung in der Kunstgeschichte: es steht als Symbol für die Malerei oder die Kunst. Es zeugt von Lichtensteins Reflexion einer Malerei über Malerei.
Das Museum Ludwig besitzt die größte Sammlung amerikanischer Pop Art außerhalb der USA, darunter auch zahlreiche Werke Lichtensteins. Im Vorfeld der Ausstellung konnte durch die Peter und Irene Ludwig Stiftung ein neues, großformatiges Spätwerk Lichtensteins erworben werden. Das 2,80 x 1,30 m große Gemälde von 1996 stammt aus einer Serie von asiatisch inspirierten Werken. Roy Lichtenstein setzte sich Mitte der 90er Jahre intensiv mit chinesischer und japanischer Landschaftsmalerei auseinander.
Die Ausstellung wurde in enger Zusammenarbeit mit der Roy Lichtenstein Foundation organisiert. Von Januar bis Mai war sie in anderer Form in Mailand in der "Triennale di Milano" unter dem Titel "Roy Lichtenstein: Meditations on Art" zu sehen. Sie wurde von Gianni Mercurio kuratiert, für das Museum Ludwig gemeinsam mit Stephan Diederich.
In der Ausstellung wird ein Dokumentarfilm über Roy Lichtenstein gezeigt, der bisher unveröffentlichtes Material aus internationalen Archiven beinhaltet, sowie Ausschnitte aus Michael Blackwoods Film "Roy Lichtenstein" von 1976 und Auszüge aus Interviews mit Diane Waldman und Martin Friedman. Es erscheint ein umfangreiches, begleitendes Katalogbuch mit zahlreichen Abbildungen.
Die Ausstellung wird unterstützt durch die RheinEnergie AG als Partner des Museum Ludwig, die Ströer Out-of-Home Media AG als Medienpartner und die Deutsche Bahn: mit dem Kultur-Ticket-Spezial der Deutschen Bahn für 39 ¤ (2.Kl.) und 59 ¤ (1.Kl) zur Ausstellung und zurück an einem Tag. Weitere Informationen unter www.bahn.de/kultur
bis 20.02. 2011
Kasimir Malewitsch und der Suprematismus im Museum Ludwig