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Kunstverein für die Rheinlande
und Westfalen, DüsseldorfGrabbeplatz 4
40213 Düsseldorf
Tel. 0211 - 32 70 23; Fax 0211 - 32 90 70
Di - Sa 12-19 Uhr, So 11-18 Uhr
mail@kunstverein-duesseldorf.de
www.kunstverein-duesseldorf.de
vorausgegangene Ausstellung / previous exhibition
09.01. . - 17.01. 2010
Ideenbilder
Ein Kooperationsprojekt mit dem -1/MinusEins/Experimentallabor der Kunsthochschule für Medien Köln und der Montag Stiftung Bildende Kunst
ideenbilder_webIdeenbilder ist eine künstlerische Auseinandersetzung mit Fragestellungen, die ein mehr als 2000 Jahre alter Text aufwirft: Platons Höhlengleichnis. Der griechische Philosoph verdeutlicht Irrtum, Täuschung und die Befreiung von Trugbildern in einem prägnanten Sinnbild. Raum, Licht, Erkenntnis und Wahrheit werden genuin verknüpft. Das Bild ist auch heute, in Zeiten medialer Bilderflut, visueller Manipulation und virtueller Welten, erstaunlich aktuell.
Seit dem Sommersemester 2009 setzten sich StudentInnen des -1/MinusEins/Experimentallabors der Kunsthochschule für Medien Köln unter der Leitung von Prof. Hans Ulrich Reck und Prof. Mischa Kuball kritisch mit diesem Themenkanon auseinander und erarbeiteten künstlerische Konzepte, Ideen und Skizzen.Eröffnung: 8. Januar 2010 um 19 Uhr
Samstag, 16. Januar 2010 um 11 Uhr
Diskussionsveranstaltung mitUniv.-Prof. Dr. Hans Belting
Kunsthistoriker und Medientheoretiker, Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (em.)Univ.-Prof. Dr. Wilhelm Salber
Begründer der Psychologischen Morphologie, ehemaliger Direktor des Psychologischen Instituts der Universität zu Köln
28.11. 2009 - 28..02 2010
Dance in My Experience
Manon de Boer, Henning Bohl, Tom Burr, Claire Fontaine, Brice Dellsperger, Josephine Meckseper, Michaela Meise, Aleksandra Mir, Hanna Schwarz
Der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen bezog im Jahr 1967 gemeinsam mit der Kunsthalle ein neu erbautes Gebäude am Grabbeplatz im "brutalistischen", spätmodernen Stil. Joseph Beuys forderte sogleich den sofortigen Abriss dieses Hauses, das ihm nicht nur in seiner Architektur missfiel, sondern auch eine elitäre Kunstbetrachtung fördere. "Das Haus wirkt wie eine Pralinenschachtel. Es lädt nicht ein, die Kunst zu besichtigen, sondern hier wird die Kunst verbarrikadiert!"
Retrospektiv markiert das Jahr 1967/68 einen Umbruch, der weit über architektonische Debatten hinausgeht. Nicht nur das gängige Politikverständnis wurde radikal in Frage gestellt, auch die Kunst sollte eine neue, auf die Gesellschaft und ihre Veränderungsmöglichkeiten ausgreifende Rolle erhalten.
Die Ausstellung "Dance in My Experience" fragt, was aus den oftmals utopischen Ideen der damaligen Zeit geworden ist. Der Titel spielt auf den gleichnamigen Text an, den der brasilianische Künstler Hélio Oiticica 1965 verfasste und in dem er versucht, die Merkmale einer neuen zeitgemäßen Kunstform zu skizzieren. Die Zusammenarbeit mehrerer Künstler, die Abschaffung des Publikums zugunsten eines umfassend partizipatorischen Ansatzes, die Notwendigkeit der Abwendung vom Intellektuellen und die Suche nach direkten Ausdrucksformen hält Oiticica für wesentlich. Letztlich ließe sich sogar die Überwindung vorherrschender Ideen, sozialer Gruppierungen und auch Klassenunterschieden in der "lebendigen Erfahrung einer totalen kollektiven Schöpfung" realisieren. Ähnlichkeiten zwischen Oiticicas "Héliotropisme" und Joseph Beuys' Ideen zur künstlerischen Praxis sind evident.
Die Ausstellung im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen argumentiert jedoch nicht historisch, sondern stellt Werke der jüngeren Gegenwartskunst ins Zentrum, die aus heutiger Perspektive auf die revolutionären Ideen von damals blicken. Was ist von den Ideen und Idealen geblieben? Was ist Ausdruck der Zeit, was hat überzeitliche Qualitäten? Vor den Hintergrund des Gebäudes, das in seinen Ausstellungsräumen noch immer die Idee des White Cube affirmiert, tritt die Diskrepanz heutiger künstlerischer Produktion zu der impulsiven Attitüde der damaligen Zeit und ihrer Neuformulierung der bildenden Kunst deutlich zutage.
Das liegt auch daran, dass die Werke in der Ausstellung eine gewisse Distanz zur damaligen Zeit aufrecht erhalten. Vor allem die Transformation gesellschaftlich-utopischer Ansätze und alternativer Lebensstile in kommerziell verwertbare Konzepte wirkt wie ein Korrektiv gegenüber einfachen Adaptionen. Diese ambivalente Beziehung zwischen Anti-Establishment und dem heutigen Blick auf diese Zeit wird von "Dance in My Experience" thematisiert, gleichzeitig werden aber auch die Widersprüche sichtbar zwischen dem damaligen Wunsch, alternative Lebensweisen zu entwickeln, und einer aktuellen Gesellschaft, die scheinbar alle Formen der Überschreitung absorbiert und selbst Dissidenz zu vermarkten in der Lage scheint.
Die Ausstellung wurde gemeinsam mit der Kuratorin Cristina Ricupero entwickelt.
Mit freundlicher Unterstützung der
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