german galleries / index cities / index galleries / index artists / index Nürnberg
Kunsthalle NürnbergLorenzer Straße 32
90402 Nürnberg
Tel. 0911 - 231 24 03 / 28 53, Fax 0911 - 231 37 21
Di - So 10-18 Uhr, Mi bis 20 Uhr, montags geschlossen
kunsthalle@stadt.nuernberg.de
www.kunsthalle.nuernberg.de
aktuelle Ausstellung / current exhibition
vorausgegangene Ausstellung / previous exhibition
1.4.- 30.5.1999
CHROMAMalerei der neunziger Jahre
Die Kunst am Ende des Jahrtausends offeriert eineVielzahl künstlerischer Ausdrucksmöglichkeiten, ist tolerant gegenüber allen Formen und Techniken künstlerischen Schaffens. Symptomatisch für diese Offenheit ist in den neunziger Jahren die erneute und vielgestaltige Ausnutzung eines traditionellen Mediums, der Malerei. Die Ausstellung zeigt Arbeiten von Sabine Funke, Katharina Grosse, Susanne Paesler, Vero Pfeiffer, Anke Pfisterer, Frances Scholz und Corinne Wasmuht. Eingeschrieben in dieTradition der bildenden Kunst und distanziert zugleich benutzen, verklären, hinterfragen und entgrenzen diese Künstlerinnen die konstituierenden Elemente der Malerei, Farbe und Form, Oberfläche und Raum. Die dogmatischeVorstellung von dem, was ein Bild ist, wurde abgelöst, von einem offenen Feld an Konzepten und technischen Verfahren. Im weitesten Sinne ungegenständlich oder abstrakt, tarieren zugleich viele der in der Ausstellung gezeigten Arbeiten die Grenze zum Gegenständlichen hinaus. Farbe wird als Gestaltungsmittel, Material oder Gegenstand begriffen, geht über Bildgrenzen hinaus, öffnet sich hin zum Raum, vermischt und überlagert sich und geht fremdartige Symbiosen ein.
Zur Ausstellung erscheint eine Publikation.
Zu den Künstlerinnen:
Sabine Funke, 1955 in Bochum geboren, studierte an der Folkwangschule Essen und an der Städelschule Frankfurt a. M. unter anderem bei Reimer Jochims. Sie lebt und arbeitet in Wiesbaden und Karlsruhe. Die Tonwerte der Farben sind das zentrale Thema ihrer Arbeiten. Ungemischte Farben werden in bis zu 20 Lasuren und in streng geordneten Bahnen übereinander gelegt. Das Ergebnis sind Bildräume von hoher Transparenz und Leuchtkraft.
Katharina Grosse, 1961 in Freiburg geboren, studierte an den Akademien in Münster und Düsseldorf, wo sie Meisterschülerin bei Gotthart Graubner wurde. Sie lebt und arbeitet in Düsseldorf. Grosse nimmt Farbe in ihrer sinnlichen Qualität wahr, trägt sie mit dynamischer Geste auf und inszeniert sie auf großen Flächen. Farbe wird nicht als Metapher eingesetzt, sondern als Raum- und Materialwert begriffen.
Susanne Paesler, 1963 in Darmstadt geboren, studierte an der Städelschule in Frankfurt, und lebt und arbeitet in Berlin. Ihre akuraten Karobilder rufen den Eindruck bedruckten Tuches hervor. In bewußter Anlehnung an illusionistische Bildtechniken vergangener Jahrhunderte imitiert und zitiert sie Stoffe und Dekor. Malerei wird hier nicht um ihrer selbst willen zelebriert, sondern hinterfragt Wahrnehmung und geltende Bewertungskriterien für Kunst.
Vero Pfeiffer, 1961 in Tübingen geboren, studierte von 1981 bis 1987 an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf und war dort 1986 Meisterschülerin von Nam June Paik. Sie lebt und arbeitet in Düsseldorf. In ihren Farbstreifenbildern und den mehrteiligen Arbeiten, deren Monochromie durch texturbedingte Hell-Dunkel-Differenzierungen durchbrochen wird, weist die Künstlerin den einzelnen Farben Räume zu, die sich zu einem Dialog, einem gemeinsamen Klang verbinden.
Anke Pfisterer,1962 in Mannheim geboren, studierte an der Staatlichen Kunstakademie Stuttgart bei Prof. Brodwolf und an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Rinke. Die Künstlerin, die unter dem Label ap-pists - A. Pfisterer arbeitet, lebt in Berlin und Baruth/Mark. Malerei wird von ihr am Computer generiert. In Leuchtkästen integrierte Fotografien dokumentieren zusätzlich die gewandelten Komponenten eines traditionellen Mediums.
Frances Scholz, 1962 in Washington D.C. geboren, studierte 1982-88 an der Hochschule der Künste Berlin und lebt und arbeitet seit 1988 in Köln. Ihre Bilder beruhen auf der Dominanz der in Gitternetzen gebundenen, frei oder mit Hilfe von Klebestreifen gezogenen Linie. Malerei steht hier nicht als singuläres Endprodukt eines Schaffensaktes, sondern wird von Gemälde zu Gemälde fortgeschrieben.
Corinne Wasmuht, 1964 in Dortmund geboren, studierte von 1983 bis 1990 an der Kunstakademie Düsseldorf, unter anderem als Meisterschülerin bei Professor Alfonso Hüppi. Sie lebt und arbeitet in Düsseldorf. In ihren Gemälden gehen altmeisterlicher Farbauftrag und bildnerische Traditionen mit zeitgenössischen Darstellungs- und Rezeptionsformen eine Synthese ein. Der Detailreichtum auf großen Flächen stellt den Betrachter vor eine nahezu unüberschaubare Fülle und fordert zugleich größte Aufmerksamkeit für das einzelne Bildelement.
Eröffnung: Mittwoch, 31. März 1999, 20.00 Uhr