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Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

Hans-Thoma-Straße 2
76133 Karlsruhe
Tel. 0721 - 926 31 88; Fax 0721 - 926 67 88
E-mail: info@kunsthalle-karlsruhe.de
Di - So 11 - 18 Uhr, Mittwoch 11 - 20 Uhr
www.kunsthalle-karlsruhe.de
vorausgegangene Ausstellung / previous exhibition

 

14.02. - 03.05. 2009

Tony Cragg

Second Nature

Zeichnung und Skulptur

 

Tony Cragg zählt mit der frappanten Form- und Innovationsfülle seines Werks zu den bedeutendsten Bildhauern der Gegenwart. Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe zeigt vom 14. Februar bis 3. Mai 2009 mit rund 120 Arbeiten einen Querschnitt seiner Zeichnungen, Aquarelle und Druckgraphiken, der bis in die 1970er-Jahre zurückreicht, und mehr als zwanzig Skulpturen des Künstlers, die seit dem Jahr 2000 entstanden. Die Ausstellung wird sowohl im Hauptgebäude als auch in der Rotunde der Orangerie stattfinden, die einen idealen Raum für eine eindrucksvolle Präsentation von Großskulpturen darstellt.

SECOND NATURE, der Titel der Ausstellung, reflektiert eine kulturphilosophische Grundüberlegung, die besagt, dass Kultur die zweite Natur des Menschen darstellt. Diese zweite Natur schaffen wir nicht nur, indem wir Natur als Landschaft, unsere Biosphäre verändern, sondern auch an und in uns selbst, indem wir unsere anthropologischen Dispositionen überformen und kultivieren. Viele Versuche der modernen Naturwissenschaften (seien es die Anstrengungen, Gene und Zellen zu manipulieren, jene, Anti-Materie oder Schwarze Löcher herzustellen, oder die, künstliche Intelligenz zu produzieren) sind auf die Entwicklung einer neuen, verbesserten Natur ausgerichtet. Nicht zuletzt in Auseinandersetzung mit den Methoden und Erkenntnissen neuzeitlicher Forschung justiert Tony Cragg die Parameter der modernen Plastik seit dreißig Jahren neu.

1949 in Liverpool geboren, arbeitete Tony Cragg 1966 bis 1968 zunächst als Labortechniker in der Chemie-Industrie und ging 1969 an das Gloucestershire College of Art, Cheltenham, danach für drei Jahre an die Wimbledon School of Art und von 1973 bis 1977 an das Royal College of Art nach London. 1976 wurde er Professor an der École des Beaux-Arts in Metz, 1978 erhielt er einen Lehrauftrag an der Kunstakademie Düsseldorf, wo er von 1988 bis heute eine Professur bekleidet. Von 2001 bis 2006 lehrte er zwischenzeitlich an der Universität der Künste Berlin. Cragg war mehrmals mit Werken bei der Biennale in Venedig vertreten und repräsentierte Großbritannien dort 1988 im britischen Pavillon. In den Jahren 1972 und 1987 nahm er an der documenta in Kassel teil. 1988 erhielt er den Turner-Prize, 2001 den Shakespeare-Prize und 2007 den Praemium Imperiale des japanischen Kaiserhauses, der als Nobelpreis der Künste gilt. Tony Cragg lebt und arbeitet seit 1977 in Wuppertal, wo er 2008 einen Skulpturenpark eröffnete.

Sein plastisches uvre, das anfänglich Impulse aus der Auseinandersetzung mit der britischen Land Art und körperbetonten Arbeitsmethoden aufnahm, zeichnet sich durch einen immensen Reichtum an überraschenden Formerfindungen aus, die sich auch in den Zeichnungen widerspiegeln. Metamorphosen von Wahrnehmungen der Gegenstandswelt, der Landschaft und der Figur gehen amalgamiert in Craggs Werke ein.

In den 1980er-Jahren wurde der Künstler für seine Installationen aus Plastik-Fragmenten welt-berühmt, die er mosaikartig zu farbigen Reliefs und Bodenarbeiten arrangierte und mit denen er ästhetisch provokativ Ikonen und Klischees der Gegenwart befragte. Stapelung, Schichtung und Häufung ­ Strategien, die er auch in Zeichnungen durch federnde Formwiederholungen nachempfindet ­ waren damals und sind bis heute werkkonstitutive Verfahren, mit denen sich Cragg verschiedenster vorgefundener Altmaterialien und Gebrauchsgegenstände bemächtigte und sie überraschend umdeutete. Neben der monumentalen Vergrößerung von Alltagsgegenständen erarbeitete er Ende der 1980er-Jahre seine abstrakten Early Forms, die sich als autonome Formgebilde aus einer Haut entwickeln, die sich dramatisch einstülpt und ausbuchtet, zu rasanten Kurven aufschwingt, sich dynamisch dreht und Gefäßhaftes in sich aufnimmt, mehrdeutig an Körperhöhlungen und -innenräume, an Frühformen der Entwicklung des Organischen erinnert, aber auch technoide Züge aufweisen kann. Plastiken von frappanter Geschmeidigkeit entstehen in dieser Werkgruppe bis heute.

Wirbelsäulenstrukturen waren in den neunziger Jahren produktive Ausgangskonstellationen für die Entwicklung weiterer Werkreihen. Diese Articulated Columns, die Early Forms und die mit den Wirbelsäulen verwandten Rational Beings, die schlauch- und hüllenhafte Gestalt annehmen, weisen eine jeweils eigene Art von "Körpersprache" auf. In jüngster Zeit erwachsen derartige Stelen deutlich aus Reihungen und Deformationen von Gesichtern und Köpfen, die sich vielfach verzerrt und wie in rotierender Bewegung im Raum entfalten. In der Horizontalen vereinigen sich Köpfe, Gesichter mit geschlossenen Augen und aus ihnen hervorgehende plastische Brückenformen zu Mental Landscapes, Kopf- und Denk-Landschaften, die sich visionär und traumverloren auffächern, scheinbar sukzessive in Phasen festgehaltene Bewegungen in die Skulptur überführen.

Cragg selbst bezeichnet sich gerne als "Materialisten", der die Möglichkeiten seiner immer wieder neuen und auch in dieser Ausstellung breit repräsentierten Werkstoffe erforscht und zu erweitern sucht. Tatsächlich setzt er sich in seinen Werken aus Holz, Kunststoff, Bronze, Gips, Fiberglas, Aluminium, Glas und Stein mit dem Verhalten von Materie, aber auch mit Raum und Zeit auseinander, mit Bewegung und Statik, mit Mikrostrukturen und Makrozusammenhängen, mit dem, was Lebendigkeit ausmacht.

Dabei kommt dem Begriff der Energie besondere Bedeutung zu ­ auch für die Zeichnungen Craggs. Zeichnung und Skulptur stehen sich in seinem Schaffen weitgehend autonom gegenüber ­ dennoch entspinnen sich starke und befruchtende Dialoge zwischen beiden Sektoren. Die Zeichnung mit ihren vibrierenden Gesten lässt auch jene Dimensionen erahnen, die die Plastik verschweigt, die Cragg nur in diesem Medium sichtbar machen kann: Welle und Teilchen, Partikel und Strahlung, Schwingung, Strömung und das Geschehen im Raum zwischen den Körpern, der erfüllt ist von unsichtbaren Kräften.

Die Ausstellung wird von einem 253 Seiten umfassenden Katalog begleitet, der im Dumont-Verlag erscheint und Texte von Christa Lichtenstern, Kirsten Claudia Voigt und Jon Wood enthält. Das Museum der Moderne in Salzburg übernimmt die Ausstellung vom 27. Juni bis 4. Oktober 2009.

 

 

Ab 20.02. 2009

Meisterwerke der Kunsthalle Bremen zu Gast in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe

Die Sammlung Altdeutscher Malerei der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe zählt nicht nur zu den ältesten und größten, sondern auch zu den bedeutendsten Sammlungen ihrer Art weltweit. Zu dieser Abteilung, die mehr als 230 Gemälde umfasst, gehören die sechs Tafeln des Meisters der Karlsruher Passion, die eines der raren Zeugnisse für die wunderbare Blüte spätgotischer Kunst am Oberrhein sind. Einen Schwerpunkt der Sammlung bilden auch die Tafeln Dürers und seines Schülers Hans Baldung Grien sowie herausragende Werke Lucas Cranachs.
Ab dem 20. Februar 2009 werden fünf bedeutende Kunstwerke Altdeutscher Meister als Leihgaben der Kunsthalle Bremen die Sammlung für voraussichtlich zwei Jahre bereichern. Zwei Altarflügel mit Darstellungen des Heiligen Onuphrius und Johannes, des Täufers (um 1505) von Albrecht Dürer, "Die Geburt Christi" von Albrecht Altdorfer (1507), ein Andachts- bild vom Meister des Bartholomäus-Altares (um 1490) sowie eine alte Kopie nach einem verschollenen Gemälde Dürers fügen sich krönend in den Umkreis Dürers ein und eröffnen einen neuen Blick auf die Sammlung. Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe zählt damit zu den 21 deutschen Museen, die während des Umbaus der Kunsthalle Bremen ausgesuchte Werke aus deren Bestand beherbergen.

Mit Albrecht Dürer fiel die Wahl auf einen Künstler, der von jeher das Gesicht des Hauses mit prägte. Schon beim Eintritt in das 1837­1846 errichtete Hauptgebäude empfängt er die Besucher: Rechts neben der Eingangstür befindet sich ein von Franz Xaver Reich in Sandstein gemeißeltes Relief, das Dürer, flankiert von Hans Holbein d. J. und Peter Vischer, in pelzbesetzter Schaube und mit einer Palette in der linken Hand zeigt. Auf dem Weg zur altdeutschen Abteilung im ersten Oberschoss begegnet man dem Nürnberger Meister erneut, diesmal repräsentiert durch eine monumentale Büste, 1840 vom Deutschrömer Johann Christian Lotsch in Marmor gehauen.

Lotsch schuf diese Skulptur zusammen mit ihrem Gegenstück, das Raffael darstellt, im Auftrag des badischen Großherzogs Leopold für den Ort, an dem sie sich noch heute be- findet: das Wendepodest des großen Treppenhauses. Allen Kunstfreunden, die das Haus betraten, wurden auf diese Weise die überragenden Vertreter der deutschen und itali- enischen Hochrenaissance als über die Jahrhunderte hinweg wirkende Leitfiguren vor Augen geführt. Ein Mangel dieses romantischen Konzepts war, dass weder Dürer noch Raffael mit Gemälden in der Sammlung vertreten waren, jedenfalls nicht mit eigenhändigen Bildern. Für Raffael gilt das bis heute. Doch mit dem Tafelbild "Christus als Schmerzensmann" gelangte 1941 ein bedeutendes Frühwerk Dürers in den Besitz der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe. Außerdem kann sein druckgraphisches uvre in großer Breite und hoher Qualität bewundert werden: Das Kupferstichkabinett besitzt 136 Holzschnitte, 97 Kupferstiche und neun Radierungen Dürers, die zum größten Teil aus der Sammlung des badischen Markgrafen Friedrich V. von Baden-Durlach (1594 ­1677) stammen.

Die beiden Bremer Dürer-Tafeln "Der hl. Onuphrius" und "Der hl. Johannes der Täufer" sind vor diesem Hintergrund hochwillkommene Gäste. Während der Karlsruher Schmerzensmann ­ um 1493, das heißt in Dürers oberrheinischer Zeit entstanden ­ stilgeschichtlich noch der Spätgotik angehört, sind die um 1505 gemalten Bremer Heiligen schon ganz von der Be- gegnung mit der italienischen Renaissance geprägt. In der Gegenüberstellung wird die durch Dürers Venedigreise 1495 ausgelöste Entwicklung evident.

Auch zwei weitere Leihgaben der Kunsthalle Bremen laden zum Vergleich mit Dürers Schmerzensmann-Darstellung ein: Die dem "Meister des Bartholomäus-Altares" zuge- schriebene Tafel, ebenfalls mit dem Motiv des "Christus als Schmerzensmann" sowie das Leinwandbild "Christus mit der Dornenkrone", eine alte Kopie eines anonymen Meisters nach einem verschollenen Gemälde Dürers. Alle diese Werke sind Andachtsbilder, die mit großer Eindringlichkeit zur compassio und Nachfolge Christi aufrufen.
Als weiterer Höhepunkt wird die bezaubernde "Geburt Christi" Albrecht Altdorfers auf Zeit eine empfindliche Lücke im ansonsten so reichen Karlsruher Bestand altdeutscher Gemälde schließen, da dieser Hauptmeister der Donauschule hier leider mit keinem Werk vertreten ist. Eindrucksvoll wird die Bremer Leihgabe hier mit Gemälden Lucas Cranachs harmonieren und zum Vergleich mit Hans Baldung Griens geheimnisvollem Weihnachtsbild herausfordern.Pressebilder zum Download demnächst auf www.kunsthalle-karlsruhe.de

 

 

28.02. 13.09. 2009

Tierisch gut!

Irmela Maier und Thomas Putze


Junge Kunsthalle

Die erste Ausstellung "Tierisch gut!" in der neu eröffneten Jungen Kunsthalle präsentiert bis zum 13. September 2009 Tierskulpturen sowie Grafiken von Irmela Maier und Thomas Putze. Obwohl beide Künstler oft mit ähnlichen Materialien wie Holz oder Draht arbeiten, haben ihre Werke jeweils einen ganz eigenen Charakter.

Die 1956 in Bad Waldsee geborene Künstlerin Irmela Maier studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, der Académie des Beaux Arts, Paris und der Saint Martin's School of Art, London. Sie lebt und arbeitet seit 1988 in Ettlingen. In ihren aktuellen Arbeiten kombiniert sie Drahtgeflechte, die teilweise mit Pappmaché kaschiert werden, mit Elementen aus Ton, Gips oder Holz. Daraus entstehen realistische Tierskulpturen, die ­ betrachtet man vor allem die ausdrucksstark gearbeiteten Gesichter ­ erstaunlich präzise das Wesen der Tiere weit über das rein Sichtbare hinaus widerspiegeln. Dabei liegt jeder Skulptur ein langer Prozess der genauen Tierbeobachtung, beispielsweise im Karlsruher Zoo, zugrunde, bei dem die Künstlerin ihr Gegenüber in zahlreichen detailgenauen Zeichnungen festhält. Hierdurch ist sie weit davon entfernt, Tiere zu vermenschlichen oder mythisch zu überfrachten. Vielmehr werden Orang Utans, Elefanten oder Raben in ihren natürlichen Bewegungen und ihrem Sozialverhalten porträtiert. In den facettenreichen Bildnissen finden sich melancholische aber auch humorvolle Untertöne, beispielsweise in der Darstellung von Kattas, einer Lemurenart aus Madagaskar.

Nach einer Lehre als Landschaftsgärtner, einem Theologiestudium und der freiberuflichen Tätigkeit als Illustrator und Musiker studierte der 1968 in Augsburg geborene Thomas Putze von 1998 bis 2003 freie Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Seitdem arbeitet er als freiberuflicher Bildhauer in Stuttgart. Thomas Putzes Figuren sind witzig und merkwürdig, dabei aber nie platt oder auf billigen Spaß aus. Seine Tiere sind vielmehr Karikaturen und Sinnbilder, mit denen Putze auch menschliche Charakterzüge und Verhaltensweisen ironisch tiefgründig hinterfragt. Aus unterschiedlichen Materialien, vor allem Holz und Alltagsgegenständen, entstehen "coole Pinguine", "tanzende Schweine" oder ein "Kampfhase", die den Betrachter zum Schmunzeln und Nachdenken bringen.

Was Irmela Maier und Thomas Putze verbindet, ist das verblüffende Vermögen, Materialien so zu verarbeiten, dass sie völlig gegensätzlich wahrgenommen werden. So meint man beispielsweise beim Anblick eines Pinguins von Thomas Putze den Flaum des Gefieders förmlich zu erspüren und muss beim genaueren Hinsehen erkennen, dass die Struktur tatsächlich aus porösem rauem Beton besteht. Ebenso verhält es sich beim scheinbar flauschigen Fell von Irmela Maiers Orang Utan, das sich schließlich als Gespinst von unzähligen Kupferdrähten entpuppt.Die Ausstellung bietet die Gelegenheit, sich faszinierenden Kreaturen zu nähern und diese mit einer Vielzahl von Angeboten kreativ zu erfassen. Neben der Möglichkeit zu malen und zu zeichnen, können junge Besucher ihre Eindrücke auch in kleinen Gedichten und Geschichten als Tonaufnahme festhalten, Zwiesprache mit den Tieren halten oder sich in die Gedankenwelt eines nachdenklich schauenden Orang Utans einfühlen.In zahlreichen Workshops und Sonderführungen wird es Gelegenheit geben, mit den gleichen Materialen zu experimentieren, die auch die beiden Künstler einsetzen. Hier werden Tiere aus Draht, Holz, Ton oder auch Alltagsgegenständen entstehen.

"Tierisch gut!" versteht sich als Fortführung der sehr erfolgreichen Schau "Schwein gehabt! Eine kleine Tierschau im Museum". Während dort Gemälde vom 17. bis zum frühen 20. Jahrhundert das Thema "Tier" beleuchten, wird hier dieser Themenkreis durch höchst unterschiedliche zeitgenössische Tierskulpturen erweitert. Die voneinander unabhängig konzipierten Ausstellungen ergänzen sich damit inhaltlich, kontrastieren aber gleichzeitig durch die unterschiedlichen Gattungen, Entstehungszeiten und Fragestellungen der Kunstwerke.

Eröffnung: Samstag, 28. Februar 2009, 15 Uhr

 

 

28. Februar 2009

Neueröffnung Junge Kunsthalle

Das Karlsruher Kindermuseum gehört neben den Kindermuseen in Berlin und Frankfurt zu den ältesten Einrichtungen dieser Art in der Bundesrepublik. Bereits 1973 lockte die erste Ausstellung "Museum macht Spaß" junge Besucher zu Alten Meistern. Fortan folgten Jahr für Jahr eine oder auch mehrere Ausstellungen für das junge Publikum. Seit nahezu 20 Jahren etablieren sich nun in Deutschland Kindermuseen, und das Karlsruher Vorbild gilt vielen auch heute noch als Standard.

Kunst- und kulturhistorische Inhalte vom Mittelalter bis zur Gegenwart, immer in Be-ziehung zu den Originalen der Sammlung betrachtet, werden hier methodisch so aufgearbeitet, dass es eine Lust für Kinder und Jugendliche ist, sich diese selbst zu erschließen. Junge Menschen werden hier früh mit Kunst und Kultur in Berührung gebracht und erfahren dabei Kultur als Teil ihrer eigenen Identität. Abhängig von der jeweiligen Ausstellung knüpfen unterschiedliche Lern- und Spielbereiche an die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen an. Wahrnehmen und Erkennen durch die Aktivierung mehrerer Sinne verspricht größere Intensität und so wird ein Besuch des Kindermuseums auch immer zu einem sinnlichen Erlebnis, bei dem die Besucher selbst zu Akteuren werden und sich kreativ betätigen. Wissen wird spielerisch vermittelt, so dass Lernen hier stress- und angstfrei geschieht.

Bis 2005 war das Kindermuseum in der Carrera der Orangerie untergebracht, was den Vorzug hatte, dass nicht nur Kinder, sondern auch Eltern schon auf dem Weg zum Kindermuseum moderner Kunst begegneten. Für viele wurde dadurch der Umgang mit Kunst allmählich zur Selbstverständlichkeit.

Zahlreiche Ausstellungen fanden in diesem großzügigen Ambiente statt, zum Bei-spiel: "Als Großmama ein Backfisch war" (1975); "Felix strickt und Katrin kickt" (1979); "Karlsruher Kinder im Dritten Reich" (1982/83); "Aus dem Rahmen gefallen. Bilder erleben in lebenden Bildern" (1987/88); "Meine Güte, was für Hüte!" (1993/94); "Jeder denkt, die sind perdü! Aber nein noch leben sie! Wilhelm Busch für Kinder" (1999/2000); "Loplops Traum ­ Die phantastische Welt des Max Ernst"(2000) und "Wilde Tiere, Orient und Abendland. Geschichten zu Bildern Eugène Delacroix'" (2003/04).

 

Die Neugestaltung der Orangerie bedingte eine zwischenzeitliche Unterbringung im Hauptgebäude bis zum Umbau der dafür vorgesehenen Räumlichkeiten im Haus zwischen Hauptgebäude und Orangerie. In dieser Zeit begleitete das Kindermuseum die Studio-Ausstellung zu Dubuffet (2005) und im Anschluss die Große Landesausstellung (2005/06) zu Teniers mit der "Kleinen Teniers-Welt". Es folgten "Gemalte Städte. Malerei und Tüten-Kunst von Thitz" (2006) und im selben Jahr "Kinder, Kinder. Künstler sehen Kinder. Kinder sehen sich selbst". Großartige Schauen wie "Wald-Meister. Bilder vom Wald" (2007) und "Mathis hat's gemacht", die Große Landesausstellung zu Grünewald begleitend (2007/08), und "Körper ­ gewickelt, gegossen, geschweißt" (2008) sowie die derzeitige Ausstellung "Schwein gehabt. Eine kleine Tierschau im Museum" setzten die Reihe der weit über 50 Ausstellungen im Kindermuseum fort.

Jetzt ist es endlich so weit, und das Kindermuseum kann eigene Räume im Erdge-schoss der ehemaligen Villa des Gartendirektors an der Hans-Thoma-Straße bezie-hen. Während sich in der ersten Etage noch die Büros der Museumspädagogik und Öffentlichkeitsarbeit befinden, ist das Erdgeschoss entkernt worden und bietet mit seinen offenen und hellen Räumen neue Möglichkeiten, Ausstellungen für ein junges Publikum zu zeigen ­ die Premiere "Tierisch gut!" präsentiert Tierskulpturen von Irmela Maier und Thomas Putze. In einer zweiten Bauphase soll auch das Obergeschoss der Villa für das Kindermuseum baulich verändert werden. Die Lage zwischen Hauptgebäude und Orangerie der Kunsthalle wirkt verbindend in beide Richtungen, gleichzeitig öffnet sich das neue Museum zum Park.

Das Kindermuseum zählt seit jeher Kinder ab dem Vorschulalter, aber auch Jugendliche und Erwachsene zu seinen Besuchern. Als Kommunikationsort soll es junge Menschen anziehen. Der Umzug bot deshalb den Anlass, das Kindermuseum in "Junge Kunsthalle" umzubenennen. Gleich einer Museumsmeile reihen sich jetzt die verschiedenen Gebäude der Kunsthalle in der Hans-Thoma-Strasse aneinander und die Junge Kunsthalle steht mittendrin!

Eröffnung: Samstag, 28. Februar 2009, 15 Uhr

 

 

Das besondere Blatt

Hauptgebäude, Vorlegesaal
1.3. bis 30.4.2009

Jean-Honoré Fragonard (1732­1806)
Das Traumgesicht des Ruggiero: Bradamante wird von einem Riesen im Kampf zu Boden geworfen, Ende der 1780er Jahre
Pinsel in Braun über schwarzer Kreide

Einem Herkules gleich ist der muskulöse Kämpfer mit einer Keule in der Hand dargestellt. Er zeigt sich seinem Gegner, den er bereits zu Fall gebracht hat, deutlich überlegen. Dieser liegt hilflos auf dem Rücken, nahe bei seinem Pferd, das ebenfalls am Boden augestreckt ist und dessen Kraftlosigkeit den Eindruck der Unterlegenheit des Ritters verstärkt. Noch gibt sich dieser nicht geschlagen, sondern holt in einem letzten Versuch der Gegenwehr und zur selben Zeit wie sein Gegner zum Hieb aus. In diesem Augenblick treffen sich die Blicke der beiden Kämpfer und sie scheinen einen Moment innezuhalten.

Mit bewegten Kreide- und Pinselstrichen schildert Jean-Honoré Fragonard eine Kampfszene, in der sich die Ungleichheit der beiden Gegner offenbart. Der unterlegene Ritter hat in der Hitze des Gefechts seinen Helm verloren, so dass seine zarten Gesichtszüge und sein lockiges Haar sichtbar werden. Sie verweisen auf das Geschlecht des Gerüsteten, bei dem es sich entgegen dem ersten Anschein um eine Frau handelt. Als Vorlage für seine furiose Zeichnung diente Fragonard der von Ludovico Ariosto (1474­1533) in seinem "Orlando furioso" geschilderte Kampf der Bradamante mit einem Riesen. Ruggiero, der Bradamante in Liebe zugetan ist, wird Zeuge des Kampfes und der darauffolgenden Entführung seiner Angebeteten durch den Riesen. Fragonard zeigt ihn etwas entfernt stehend und deutet seine Gestalt lediglich mit wenigen Strichen an.

Jean-Honoré Fragonard führte insgesamt etwa 150 Zeichnungen zu dem berühmten Hauptwerk des Renaissancedichters Ariosto aus. Dabei zeichnet sich die Darstellung des Karlsruher Kupferstichkabinetts sowohl durch eine lebendige Zeichnung als auch durch die unruhig wirkende Hell-Dunkel-Gestaltung aus, in der die Dramatik des Geschehens sichtbar wird.

Der in der südfranzösischen Stadt Grasse geborenen Jean-Honoré Fragonard kam bereits in jungen Jahren nach Paris, wo er zunächst im Atelier von Chardin und dann von Boucher unterrichtet wurde. 1765 wurde er als vorläufiges Mitglied der Königlichen Akademie aufgenommen. Die ihm angebotene volle Mitgliedschaft als Historienmaler lehnte er jedoch ab und beteiligte sich 1767 letztmalig am Salon, der offiziellen Kunstausstellung der Akademie. In der Folgezeit arbeitete er vor allem für private Auftraggeber. Die Arbeiten auf Papier bilden neben den Gemälden und Ölstudien einen eigenen, beeindruckenden Werkkomplex. Zum Bestand des Karlsruher Kupferstichkabinetts gehören vier Zeichnungen des Künstlers.

Eine Führung zu dem Blatt findet am Mittwoch, dem 15.4.2009, um 13 Uhr statt (Kunstimbiss).

 

 

Noble Gäste
Meisterwerke der Kunsthalle Bremen zu Gast in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe

Die Sammlung Altdeutscher Malerei der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe zählt nicht nur zu den ältesten und größten, sondern auch zu den bedeutendsten Sammlungen ihrer Art weltweit. Zu dieser Abteilung, die mehr als 230 Gemälde umfasst, gehören die sechs Tafeln des Meisters der Karlsruher Passion, die eines der raren Zeugnisse für die wunderbare Blüte spätgotischer Kunst am Oberrhein sind. Einen Schwerpunkt der Sammlung bilden auch die Tafeln Dürers und seines Schülers Hans Baldung Grien sowie herausragende Werke Lucas Cranachs.

Ab dem 20. Februar 2009 werden fünf bedeutende Kunstwerke Altdeutscher Meister als Leihgaben der Kunsthalle Bremen die Sammlung für circa zwei Jahre bereichern. Zwei Altarflügel mit Darstellungen des Heiligen Onuphrius und Johannes, des Täufers (um 1505) von Albrecht Dürer, "Die Geburt Christi" von Albrecht Altdorfer (1507), ein Andachtsbild vom Meister des Bartholomäus-Altares (um 1490) sowie eine alte Kopie nach einem verschollenen Gemälde Dürers fügen sich krönend in den Umkreis Dürers ein und eröffnen einen neuen Blick auf die Sammlung. Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe zählt damit zu den 21 deutschen Museen, die während des Umbaus der Kunsthalle Bremen ausgesuchte Werke aus deren Bestand beherbergen.
Mit Albrecht Dürer fiel die Wahl auf einen Künstler, der von jeher das Gesicht des Hauses mit prägte. Schon beim Eintritt in das 1837 ­ 1846 errichtete Hauptgebäude empfängt er die Besucher: Rechts neben der Eingangstür befindet sich ein von Franz Xaver Reich in Sandstein gemeißeltes Relief, das Dürer, flankiert von Hans Holbein d. J. und Peter Vischer, in pelzbesetzter Schaube und mit einer Palette in der linken Hand zeigt. Auf dem Weg zur altdeutschen Abteilung im ersten Obergeschoss begegnet man dem Nürnberger Meister erneut, diesmal repräsentiert durch eine monumentale Büste, 1840 vom Deutschrömer Johann Christian Lotsch in Marmor gehauen.

Lotsch schuf diese Skulptur zusammen mit ihrem Gegenstück, das Raffael darstellt, im Auftrag des badischen Großherzogs Leopold für den Ort, an dem sie sich noch heute befindet: das Wendepodest des großen Treppenhauses. Allen Kunstfreunden, die das Haus betraten, wurden auf diese Weise die überragenden Vertreter der deutschen und italienischen Hochrenaissance als über alle Jahrhunderte hinweg wirkende Leitfiguren vor Augen geführt. Ein Mangel dieses romantischen Konzepts war, dass weder Dürer noch Raffael mit Gemälden in der Sammlung vertreten waren, jedenfalls nicht mit eigenhändigen Bildern. Für Raffael gilt das bis heute. Doch mit dem Tafelbild "Christus als Schmerzensmann" gelangte 1941 ein bedeutendes Frühwerk Dürers in den Besitz der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe. Außerdem kann sein druckgraphisches uvre in großer Breite und hoher Qualität bewundert werden: Das Kupferstichkabinett besitzt 136 Holzschnitte, 97 Kupferstiche und neun Radierungen Dürers.

Die beiden Bremer Dürer-Tafeln "Der Heilige Onuphrius" und "Der Heilige Johannes der Täufer" sind vor diesem Hintergrund hochwillkommene Gäste. Während der Karlsruher Schmerzensmann um 1493, das heißt in Dürers oberrheinischer Zeit entstanden, stilgeschichtlich noch der Spätgotik angehört, sind die um 1505 gemalten Bremer Heiligen schon ganz vom Erlebnis der italienischen Renaissance geprägt. In der Gegenüberstellung wird die durch Dürers Venedigreise 1495 ausgelöste Entwicklung evident.

Auch zwei weitere Leihgaben der Kunsthalle Bremen laden zum Vergleich mit Dürers Schmerzensmann-Darstellung ein: Die dem "Meister des Bartholomäus-Altares" zugeschriebene Tafel, ebenfalls mit dem Motiv des "Christus als Schmerzensmann" sowie das Leinwandbild "Christus mit der Dornenkrone", eine alte Kopie eines anonymen Meisters nach einem verschollenen Gemälde Dürers. Alle diese Werke sind Andachtsbilder, die mit großer Eindringlichkeit zur compassio und Nachfolge Christi aufrufen.

Als weiterer Höhepunkt wird die bezaubernde "Geburt Christi" Albrecht Altdorfers auf Zeit eine empfindliche Lücke im ansonsten so reichen Karlsruher Bestand altdeutscher Gemälde füllen, da dieser Hauptmeister der Donauschule hier leider mit keinem Werk vertreten ist. Eindrucksvoll wird die Bremer Leihgabe hier mit Gemälden Lucas Cranachs harmonieren und zum Vergleich mit Hans Baldungs geheimnisvollem Weihnachtsbild herausfordern.
Mit der Kunst durch das Kirchenjahr
Zeit und Ewigkeit

Gemeinsam mit dem Roncalli-Forum bietet die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe eine Veranstaltungsreihe an, in der einmal im Monat ausgewählte Werke der Sammlung aus theologischer und kunsthistorischer Perspektive erläutert werden. Mit der Führung im März schließt der aktuelle Zyklus "Mit der Kunst durch das Kirchenjahr", ab April startet eine neue Themenreihe, in der einige Kunstwerke unter dem Aspekt "Zeit und Ewigkeit" beleuchtet werden.

Die Veranstaltungsserie "Zeit und Ewigkeit" führen wir gemeinsam mit dem Roncalli-Forum und dem Deutschen Uhrenmuseum Furtwangen in Kooperation mit dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport durch. Als Besonderheit der neuen Reihe findet zusätzlich zu den beiden Führungen dienstags um 20 Uhr und mittwochs um 13 Uhr eine dritte, etwa halbstündige Führung mittwochs um 14 Uhr statt, an der Sie exklusiv via Internet teilnehmen können. Ihre Anmeldung erbitten wir unter info@roncalli-forum.de.

 

März
Ostern

Johannesevangelium 20, 11-18
Die Erscheinung Jesu vor Maria aus Magdala

"Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Während sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein. Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten. Die Engel sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin man ihn gelegt hat. Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen. Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf hebräisch zu ihm: Rabbuni! Das heißt: Meister. Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria von Magdala ging zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte."
In ein langes Gewand gehüllt, steht Jesus vor Maria Magdalena und mahnt mit sanfter aber doch deutlicher Geste zum Innehalten. Auf die Knie gefallen blickt sie selbst ergriffen zu ihm auf, die Arme freudig ausgebreitet, als wolle sie ihn willkommen heißen. Beide Figuren sind einfach und ruhig wiedergegeben und klar als Vertikale in der Komposition verankert. Diagonale Verbindungslinien entstehen durch Hände und intensiven Augenkontakt. Die Sonnenstrahlen, die gleich einer "Gloriole" Christus Kopf hinterfangen, verstärken noch die enge Verbindung Beider. Den klaren Aufbau dieser Szene unterstreichen die streng angelegten Blumenbeete ebenso wie eine quer gelagerte Mauer, die diese Begegnung von der Außenwelt abtrennt und sie zu einem sehr besonderen Ereignis werden lässt. Das Gemälde ist in gedeckten Farben gehalten. Lediglich das Rot der Maasliebchen und Äpfel bilden einen abweichenden Farbakzent.

Thoma verzichtet in seinem Spätwerk auf Detailzeichnung zugunsten einer großzügigen Zusammenfassung der Formen. Auch in "Die Erscheinung Jesu vor Maria aus Magdala" wird sein Farbauftrag zunehmend lasierend und flächig, der Bildaufbau ruhig.

Zahlreiche Künstler haben sich der Darstellung dieses Kapitels aus dem Johannes-Evangelium in unterschiedlicher Art angenommen. Hans Thoma konzentriert sich in der Darstellung der Begegnung zwischen Christus und Maria Magdalena ganz auf den Moment des Wiedererkennens und verzichtet auf jedes ablenkende oder erzählende Beiwerk.

Am 2. Oktober 1909, dem 70.Geburtstag Thomas, wurde die "Thoma-Kapelle" in der Kunsthalle eingeweiht. Diesen eigens für einen Zyklus von Wandbildern konzipierten Museumsraum, der das Leben Jesu thematisiert, bezeichnete Thoma selbst als sein Testament.

Führungen:
Dienstag, 24.3.2009, 20 Uhr
Mittwoch 25.3.2009, 13 Uhr (Kunstimbiss)
Mittwoch, 25.3.2009, 14 Uhr (Internetübertragung aus der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe)
Dipl. Theol. Stephan Langer und Petra Erler-Striebel

 

April
Ein Maximum gelebten Lebens

Rembrandt Harmensz. van Rijn
Selbstbildnis, um 1650

Rembrandt Harmensz. van Rijn tritt uns hier in einem seiner zahlreichen Selbstbildnisse entgegen. Der Ausnahmekünstler, das Genie, der "Riese der Malerei" ­ die Kunstgeschichtsforschung der letzten hundert Jahre überschlug sich fast mit Superlativen. Doch nicht immer genoss er diese ungeteilte Hochachtung. Anfang des 19. Jahrhunderts war das Ansehen Rembrandts auf einem Tiefpunkt. Konnte doch der als derb und unästhetisch empfundene Stil des Holländers in den Augen einer klassizistischen Kunstauffassung nicht bestehen. Erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde er von der französischen Avantgarde ­ insbesondere Eugène Delacroix ­ als Vorbild für ihr Streben nach einer wahrhaften, realistischen Malerei wiederentdeckt.

Rembrandt steht uns hier seltsam unmittelbar gegenüber. Weder Attribut noch Kleidung weisen auf den Maler hin. Auch sein damals noch vorhandener Wohlstand wird nur sehr dezent durch die Perlenohrringe und den goldenen Saum des Gewands und der Mütze angedeutet. Keine Pose, keine Kulisse, keine "Maske" verdecken den Menschen.

Das Phänomen, dass wir als Betrachter die Menschen in Rembrandts Gemälden so gegenwärtig empfinden, als ob wir mit alten Bekannten zusammenträfen, beschrieb erstmals der Philosoph und Soziologe Georg Simmel in seiner bahnbrechenden Publikation "Rembrandt ­ Ein kunstphilosophischer Versuch" von 1916:
"Jeder Augenblick des Lebens", so Simmel, "ist das ganze Leben, dessen stetiger Fluss [...]; jeder jetzige Moment ist durch den ganzen vorherigen Lebensablauf bestimmt [...] Sucht man für die Rembrandtsche Lösung seiner Bewegungsprobleme [...] einen theoretischen Ausdruck so steht sie völlig im Zeichen dieser Auffassung des Lebens. Während in der klassischen [...] Kunst die Darstellung einer Bewegung durch eine Art Abstraktion geschieht, dadurch, dass der Anblick eines bestimmten Momentes dem bis zu ihm hin und unter ihm fortströmenden Leben entrissen wird und zu einer selbstgenugsamen Form kristallisiert ­ scheint bei Rembrandt der dargestellte Moment den ganzen, bis zu ihm sich hinlebenden Impuls zu enthalten, er erzählt die Geschichte dieser Lebensströmung. []."

Wie erreichte Rembrandt diese "Ausdrucksbewegung"? Gründet sich vielleicht darauf der Nachruhm des Künstlers? Hatte Simmel überhaupt Recht mit seiner Analyse?

Führungen:
Dienstag, 21.4.2009, 20 Uhr
Mittwoch, 22.4.2009, 13 Uhr (Kunstimbiss)
Mittwoch, 22.4.2009, 14 Uhr (Internetübertragung aus der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe)
Dipl. Theol. Stephan Langer und Dr. Markus Lörz

 

 

Tag der offenen Tür im Kupferstichkabinett der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe

Sonntag, 26. April 2009, 11­18 Uhr

Die deutsche Museumslandschaft ist im internationalen Vergleich besonders reich an Grafischen Sammlungen. Insgesamt werden in diesen historisch gewachsenen, rund 100 Beständen etwa 1.000.000 Zeichnungen, mehr als 5.000.000 Druckgrafiken und über 7.000.000 Fotografien aufbewahrt. Das Sammeln von Kunstwerken auf Papier erfordert besondere konservatorische Bedingungen, sind die Bestände doch zahlenmäßig wesentlich umfangreicher als die von Gemäldegalerien und die Bildträger weitaus lichtempfindlicher und fragiler als Leinwand oder Holz. Da Werke auf Papier nicht ständig ausgestellt werden können, sind sie lediglich in kürzeren Wechselausstellungen oder aber bei einem persönlichen Besuch in der Sammlung zu sehen. So findet im Karlsruher Kupferstichkabinett neben individuell vereinbarten Terminen jeden Mittwoch von 14 bis 17 Uhr eine Grafikvorlage statt.

Um auf diese verborgenen Schätze vom Mittelalter bis zur Moderne aufmerksam zu machen, haben die Grafischen Sammlungen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz das Jahr 2009 zum "Jahr der Grafik" erklärt und ein umfangreiches Programm erstellt, das dem Publikum die herausragenden Qualitäten von Kunst auf Papier präsentiert. Unter anderem gehört Ende April ein "Wochenende der offenen Tür" dazu. Im Rahmen dieser Veranstaltungen wird das Karlsruher Kupferstichkabinett am Sonntag, dem 26. April, seine Türen öffnen und eine spezielle Führungsreihe zu Themen aus dem Bereich der Grafischen Kabinette anbieten: Neben historischen Informationen zum Karlsruher Bestand, der zu den ältesten in Europa gehört, werden Tipps zur Grafik-Aufbewahrung, technologische Betrachtungen zur Druckgrafik, Zeichnung und zum Papier sowie das Erkennen von Wasserzeichen und Sammlerstempeln einen umfassenden Einblick in die Besonderheiten der Sammlung geben.

Wer sich bereits vorher einen kleinen Einblick verschaffen möchte, kann dies auf der Homepage der Kunsthalle unter der Rubrik "Kupferstichkabinett" tun. Dort wird parallel zum ausgestellten Original in der Kunsthalle alle zwei Monate ein "Besonderes Blatt" der Sammlung präsentiert, das den Reichtum des etwa 90.000 Blatt umfassenden Bestandes offenbart.

 

Programm

11 Uhr Die Sammlung des Karlsruher
Dr. Dorit Schäfer Kupferstichkabinetts

12 Uhr Tipps für Grafik-Freunde
Ulrich Thiesies und Dieter Peter

13 Uhr Druckgrafische Techniken:
Dr. Astrid Reuter Holzschnitt, Kupferstich, Radierung

14 Uhr Wasserzeichen und Sammler-
Dr. Ariane Mensger stempel

15 Uhr Papierkunde
Ulrich Thiesies und Dieter Peter

16 Uhr Techniken der Zeichnung
Dr. Dorit Schäfer

17 Uhr Druckgrafische Techniken:
Dr. Astrid Reuter Lithographie und Siebdruck

 

 

Eintritt in die Gemäldegalerie: Euro 6,- / ermäßigt Euro 4,-, Schüler frei!

 

Kalender

Jeden Sonntag um 15 Uhr: Führung durch die Ausstellung "Tony Cragg: Second Nature"

Sonntag, 1.3.2009 Mit Vergnügen! Landleben auf
11 Uhr, HG niederländischen Gemälden des
Dr. Arthur Mehlstäubler Barock

Sonntag, 1.3.2009 Paul Gauguin: Häuser in Le
15.30 Uhr, HG Pouldu, 1870
Pfarrer i. R. Franz Scherer,
kath. Kirche

Dienstag, 3.3.2009 Wechselwirkungen in der Wunderkam-
20 Uhr, HG + OR mer ­ zum Dialog von Skulptur und
Dr. Kirsten Voigt Zeichnung bei Tony Cragg

Mittwoch, 4.3.2009 Kunstimbiss:
13 Uhr, HG (KiMu) Tierplastiken von Irmela Maier
Dr. Markus Lörz

Sonntag, 8.3.2009 Tony Cragg ­ Führung durch die
11 Uhr, HG Ausstellung
Regine Heß M.A.

Dienstag, 10.3.2009 Meister in Form und Farbe
20 Uhr, OR ­ Franz Marc, seine Kunst und
Simone Dietz M.A. seine Kollegen

Mittwoch, 11.3.2009 Kunstimbiss:
13 Uhr, HG Von Farbe und Poesie ­ Die
Dr. Astrid Reuter Pastellmalerin Rosalba Carriera

Donnerstag, 12.3.2009 Zeit für Kunst: Führung für Senioren:
10.30 Uhr, HG Vom Klassizismus zum Impressionis-
Dr. Arthur Mehlstäubler mus ­ französische Plastik des 19.
Jahrhunderts

Samstag, 14.3.2009 Führung in Gebärdensprache:
15 Uhr, HG Tierdarstellungen in der Kunst
Dr. Markus Lörz,
Monika Bonnes

Sonntag, 15.3.2009 Entwicklung der Landschaftsmalerei
11 Uhr, HG ­ vom Mittelalter bis 1800
Dr. Ursula Schmitt-Wischmann

Dienstag, 17.3.2009 Gefährliche Liebschaften
20 Uhr, HG ­ François Boucher
Thomas Angelou M.A.

Mittwoch, 18.3.2009 Kunstimbiss:
13 Uhr, OR Tony Cragg ­ Die Großskulpturen
Britta Borger M.A. in der Rotunde

Sonntag, 22.3.2009 Freikörperkultur ­ Körperkult?
11 Uhr, OR Von Heckel bis Baselitz
Dr. Lieselotte Benedict

Dienstag, 24.3.2009 Mit der Kunst durch das
20 Uhr, HG Kirchenjahr: Hans Thoma:
Dr. Albert Käuflein, Christus als Gärtner (Noli me
Petra Erler-Striebel tangere), 1901

Mittwoch, 25.3.2009 Kunstimbiss: Mit der Kunst durch
13 Uhr, HG das Kirchenjahr:
Dr. Albert Käuflein, Hans Thoma: Christus als
Petra Erler-Striebel Gärtner (Noli me tangere), 1901

Freitag, 27.3.2009 Kunst mit Muße:
10.15 Uhr, OR 100 Jahre "Futuristisches Mani-
Britta Borger M.A. fest". Gino Severini

Samstag, 28.3.2009 Führung in russischer Sprache:
15 Uhr, HG Französische Malerei im 19.
Eugenia Jäger Jahrhundert

Sonntag, 29.3.2009 Tony Cragg und die Plastik der
11 Uhr, OR Moderne
Dr. Siegmar Holsten

Dienstag, 31.3.2009 Flirren, Glitzern, Leuchten
20 Uhr, HG ­ Natur mit den Augen des 19.
Simone Dietz M.A. Jahrhunderts

Mittwoch, 1.4.2009 Kunstimbiss:
13 Uhr, HG Was für ein Tier!
Dr. Sibylle Brosi

Samstag, 4.4.2009 Führung in französischer Sprache:
15 Uhr, OR Art européen du 20e siècle: le langage
Julia Walter M.A. du corps et de la matière

Samstag, 4.4.2009 Führung für Blinde und Sehbehinderte:
15 Uhr, HG Tierisch gut ­ Besuch der Ausstellung
Angelika Zinsmaier "Schwein gehabt!" im Kindermuseum

Sonntag, 5.4.2009 Entwicklung der Landschafts-
11 Uhr, HG malerei ­ 19. Jahrhundert
Dr. Ursula Schmitt-Wischmann

Sonntag, 5.4.2009 Kunst und Kirche:
15.30 Uhr, OR Otto Dix: Die sieben Todsünden
Pfarrer i. R. Eike Schmidt-Lange,
evang. Kirche

Dienstag, 7.4.2009 Familienglück ­ Peter Paul
20 Uhr, HG Rubens und François-André
Thomas Angelou M.A. Vincent

Mittwoch, 8.4.2009 Kunstimbiss:
13 Uhr, HG Tony Cragg ­ Die autonome
Regine Heß M.A. Zeichnung

Sonntag, 12.4.2009 Tony Cragg ­ Skulptur und
11 Uhr, HG Zeichnung
Britta Borger M.A.

Dienstag, 14.4.2009 Tony Cragg ­ Führung durch
20 Uhr, HG Ausstellung
Regine Heß M.A.

Mittwoch, 15.4.2009 Kunstimbiss:
13 Uhr, HG "Das Traumgesicht des Ruggiero".
Dr. Astrid Reuter Fragonard als furioser Illustrator

Sonntag, 19.4.2009 Geschichte und Geschichten.
11 Uhr, HG Deutsche Historienmalerei des
Dr. Arthur Mehlstäubler 19. Jahrhunderts

 

 

Dienstag, 21.4.2009 Zeit und Ewigkeit:
20 Uhr, HG Rembrandt Selbstbildnis, um 1650
Dipl.Theol. Stephan Langer,
Dr. Markus Lörz

Mittwoch, 22.4.2009 Kunstimbiss:
13 Uhr, HG Zeit und Ewigkeit: Rembrandt
Dipl. Theol. Stephan Langer, Selbstbildnis, um 1650
Dr. Markus Lörz

Donnerstag, 23.4.2009 Zeit für Kunst: Führung für Senioren:
10.30 Uhr, HG Bilanz eines Künstler-Lebens:
Dr. Arthur Mehlstäubler Die Hans-Thoma-Kapelle

Freitag, 24.4.2009 Kunst mit Muße:
10.15 Uhr, HG "ein Spötter ist's und scharf sein
Dr. Astrid Reuter Scherz". Honoré Daumier

Samstag, 25.4.2009 Führung in spanischer Sprache:
15 Uhr, HG El retrato francés del realismo al impre-
Isabel García Fuente M.A. sionismo: Courbet, Manet y Degas

Sonntag, 26.4.2009 "Nun will ich wieder malen".
11 Uhr, OR Ludwig Kirchner auf der Staffelalp
Dr. Lieselotte Benedict

Sonntag, 26.4.2009 Tag der offenen Tür im Kupferstich-
11­17 Uhr, HG kabinett: Stündlich Führungen zum
Thema Grafik, siehe Programm

Dienstag, 28.4.2009 Lucas Cranach d. Ä.
20 Uhr, HG
Dr. Holger Jacob-Friesen

Mittwoch, 29.4.2009 Kunstimbiss:
13 Uhr, HG Lucas Cranach: Luther auf dem
Dr. Holger Jacob-Friesen Totenbett

 

 

Malen für (Groß-)Eltern und Kinder

Samstag, Farbe tanken
21.3.2009 und 25.4.2009 Gemälde im Museum betrachten und
15­17.30 Uhr anschließend in der Malwerkstatt
Andrea Germann eigene Bilder malen (ab 6 Jahre).
Gebühr: Euro 4,- je Veranstaltung

Anmeldung erforderlich unter Telefon 0721/926-6261, Mo­Do 14­17 Uhr, Fr 14-16 Uhr oder per e-Mail unter
muse@kunsthalle-karlsruhe.de.
Für Kinder und Jugendliche

Kurse: Sehen und Malen im Museum

Jeder Nachmittag kann separat gebucht werden!

jeden Mittwoch Die Mittwochsmaler
(außer in den Ferien) Spürnasen streifen durchs Museum
16­18 Uhr und sind Farbspione, Geräuscheklauer,
Ines Bingler Duftsprüher, Denkmalforscher
Gebühr: Euro 3,50 Bilder betrachten, malen, werken oder
je Veranstaltung mit Ton gestalten (5­6 Jahre).

jeden Donnerstag Offenes Atelier für junge Meister
(außer in den Ferien) Kunstwerke in der Galerie inspirieren
16­18 Uhr zum Malen, Drucken, Modellieren oder
Simone Pache Experimentieren in der Malwerkstatt
Gebühr: Euro 3,50 (ab 5 Jahren).
je Veranstaltung

jeden Freitag Kunst als Experiment
(außer in den Ferien) Farbenrausch, Schwarz-Weiß, Schicht
14­16 Uhr auf Schicht, dreidimensional gemaltes
Silvia Perez Bild, Druckgraphik, Collage. Gemälde
Gebühr: Euro 3,50 und Skulpturen betrachten, umsetzen
je Veranstaltungen und begreifen (ab 12 Jahren).

jeden Freitag Vorsicht Kunst! ­ Farbwege,
(außer in den Ferien) Farbräume
17.30­19 Uhr Integratives Angebot für Behinderte
Silvia Bolz und Nichtbehinderte. Einstieg jederzeit
Gebühr: Euro 3,50 möglich!
je Veranstaltung

 

 

 

In den Osterferien

9.4., 14.­17.4.2009 Ferienmalen
10.30­12.30 Uhr Bilder betrachten, spielen, malen
Gebühr: Euro 3,50 oder werken (5­10 Jahre).
je Veranstaltung Jeder Vormittag kann separat
gebucht werden.

 

 

Für alle Veranstaltungen ist eine Anmeldung erforderlich unter Telefon 0721/926-6261, Mo­Do 14­17 Uhr, Fr 14-16 Uhr oder per e-Mail unter muse@kunsthalle-karlsruhe.de.
14.­16.4.2009 Piggeldy & Co. ­ ein tierisches
14­17 Uhr Vergnügen
Gebühr: Euro 12,- Wir gestalten und bauen allerlei
Silvia Perez Viehzeug aus den unterschied-
Junge Kunsthalle lichsten Materialien (ab 8 Jahren).

 

 

 

Im Kindermuseum und in der Jungen Kunsthalle

Sonntag, 8.3.2009 Muh-Malerei
15­18 Uhr Hinterwälder Kühe in Öl gemalt!
Gebühr: Euro 7,- (Ab 8 Jahren, inklusive Ölfarbe
Kindermuseum und Keilrahmen)

17.3., 24.3., 31.3., "Tierisch unterwegs"
7.4., 21.4., 28.4.2009
im Kindermuseum der Kunst-
15­17 Uhr halle, im Naturkundemuseum
Gebühr: Euro 20,- und im Zoo.
Petra Erler-Striebel Hier kommt jeder auf seine
Kindermuseum Kosten! An 6 Nachmittagen ha-
ben wir viel Zeit und Gelegen-
heit, Tiere zu beobachten, zu
skizzieren und zu malen, sie aus
Draht und Fundstücken zu bauen, mit einem Biologen, Tierpfleger und Präparator zu sprechen, in Tierkostüme zu schlüpfen und beispielsweise für einen Tag ein Pferd zu sein (ab 8 Jahre)

Sonntag, 22.3.2009 Brillen-Schlange und Ski-Hase
15­18 Uhr experimentieren ­ zeichnen ­
Gebühr: Euro 5,- formen
Junge Kunsthalle
Witzige Tiere erfinden und mit
den unterschiedlichsten Materia-
lien (Ton, Fundstücke vom
Schrott, Holz) gestalten
(ab 8 Jahren).

Sonntag, 5.4.2009 Palmsonntag am Golf von
15­18 Uhr Akabah
Gebühr: Euro 5,- Orientalische "Guckkästen"
Kindermuseum gestalten (ab 5 Jahren).

 

 

 

Für alle Veranstaltungen ist eine Anmeldung erforderlich unter Telefon 0721/926-6261, Mo­Do 14­17 Uhr, Fr 14-16 Uhr oder per
e-Mail unter muse@kunsthalle-karlsruhe.de
.
KLiK ­ 4. KinderLiteraturtage in Karlsruhe

Donnerstag, 23.4.2009 Das Land unter dem Wasser ­
14­17 Uhr Meredith, die schöne Königstochter
Gebühr: Euro 4,- erzählt ihre Geschichte.
Andrea Schendekehl Vor den Toren der Stadt Cork in Irland liegt ein großer Weiher. Im Winter, wenn das Wasser gefroren ist, vergnügen sich dort Alt und Jung beim Schlittschuhlaufen. Aber all das rege Treiben über der gefrorenen Wasserfläche ist nichts gegen das, was sich unter dem Wasser tut
Ein Besuch in der Orangerie und die Geschichte von Meredith werden euch genügend Ideen geben, ein eigenes Buch zu schreiben und dieses mit wunderschönen Bildern zu illustrieren (ab 8 Jahren).

Mittwoch, 29.4.2009 "Der Hahn, der Löwe und die
14­17 Uhr Kuh, die sahen mit Erstaunen
Gebühr: Euro 4,- zu "
In der Ausstellung "Schwein gehabt! Eine kleine Tierschau im Museum" sind unterschiedlichste Tiere auf Bildern versammelt. Kleine Dichter und erfindungsreiche Erzähler lassen sich dadurch zu Versen oder phantastischen Geschichten inspirieren und bringen diese mit kleinen selbst gemalten Bildern zu Papier. Ein Riesenspaß im launigen Tierreich für witzige Tierliebhaber ab 8 Jahren.

Für alle Veranstaltungen ist eine Anmeldung erforderlich unter Telefon 0721/926-6261, Mo­Do 14­17 Uhr, Fr 14-16 Uhr oder per e-Mail unter muse@kunsthalle-karlsruhe.de.

 

 

 

Kurse für Jugendliche und Erwachsene

Malen und Zeichnen am Vormittag

Montags, Aquarellmalerei
ab 9.3.2009
Im Mittelpunkt des Kurses steht
11­13 Uhr die Aquarellmalerei mit ihren
Thomas Biedermann Stimmungen und Ausdrucks-
Gebühr: Euro 84,- möglichkeiten. Nicht nur die Ver-
7 Veranstaltungen mittlung der verschiedenen Techniken, sondern auch das Sehen lernen gehört zur künstlerischen Arbeit, deshalb werden auch zeichnerische Grundlagen vermittelt. Für Anfänger und Fort-
geschrittene, Einstieg jederzeit
möglich (Material bitte mitbringen).

Dienstags, ab 24.3.2009 Mit dem Zeichenstift durch die
und ab 28.4.2009 Kunsthalle
10.30­12 Uhr (Material bitte mitbringen).
Anne-Kristin Schaller
Gebühr: Euro 25,-
4 Veranstaltungen

Für alle Kurse ist eine Anmeldung erforderlich unter
Telefon 0721/926-6261, Mo­Do 14­17 Uhr, Fr 14-16 Uhr oder per
e-Mail unter muse@kunsthalle-karlsruhe.de.

 

 

 

Malen und Zeichnen am Abend

Montags, Malzeit
ab 27.4.2009
Nach anregenden Bildbetrach-
17­19 Uhr tungen in der Abteilung der
Petra Erler-Striebel Moderne werden in diesem Kurs
Gebühr: Euro 80,- unterschiedliche Maltechniken
8 Veranstaltungen vermittelt. Acryl-, Temperafarbe,
Pigmente, Kreide oder Füllmate-
rial kommen zum Einsatz.

 

Montags, Figürliches Zeichnen nach
ab 23.3.2009 Vorbildern
18­20 Uhr Die menschliche Figur steht im
Candace Carter Mittelpunkt dieses Zeichenkur-
Gebühr: Euro 100,- ses. Im historischen Ambiente
8 Veranstaltungen des Vorlegesaals werden zu-
nächst Originale von Künstlern
aus verschiedenen Epochen stu-
diert. Beim anschließenden
Zeichnen bietet ein Modell die Möglichkeit, sich einerseits von der realen Menschengestalt und andererseits von der künstlerischen Vorlage inspirieren zu lassen. Zusätzliche Modellkosten werden am ersten Abend erhoben.

Montags, Freies malerisches und
ab 20.4.2009 plastisches Gestalten
19.30­21 Uhr
Clapeko
Gebühr: Euro 110,-
10 Veranstaltungen

Dienstags, Malstudio: Frische Farbe!
ab 17.3.2009
Die Farben werden als Ausdrucksmittel
18.45­21 Uhr von Frühlingsstimmungen oder Gefüh-
Bruno Kurz len, Räumen, Atmosphären, Landschaf-
Gebühr: Euro 40,- ten etc. erfahren. Dabei werden unge-
3 Veranstaltungen wohnte Wege im Umgang mit Material erkundet. Lebhafte Anregung erhalten die Teilnehmer durch die Sammlung der Moderne. Mit der Freude am Experimentieren werden verschiedene Techniken kombiniert und neu erprobt, z. B. Acryl- und Aquarellmalerei in Kombination mit Monotypie, Frottage- oder Collagetechniken. Für Anfänger und Fortgeschrittene (inklusive Material).

Donnerstags, Alles neu macht der Mai
ab 23.4.2009
Ein Aquarellkurs nicht nur für Wieder-
19­21 Uhr einsteiger. Nach eingehender Bespre-
Sabine Brand-Scheffel chung eines Themas und gemeinsa-
Gebühr: Euro 56,- mem Sammeln von Eindrücken und
4 Veranstaltungen Stimmungen versucht jeder, seiner eigenen Vorstellung Farbe und Gestalt zu geben. Expression und Strahlkraft der frühsommerlichen Farben werden untersucht, wobei uns die Farbe Grün besonders begleiten wird. Motive aus der Natur wie auch Originale in der Galerie geben Anregung für das eigene Bildschaffen. Für Fortgeschrittene (Material bitte mitbringen).

Freitags, Ölmalerei
ab 6.3.2009
Grundlegende Fragen zur Malerei wie
19­21 Uhr Motivwahl, Abstraktion und Expression,
Thomas Biedermann Komposition, Farbmischung, Farbauf-
Gebühr: Euro 95,- trag, stoffliche Qualitäten der Farbe,
6 Veranstaltungen Einsatz von Pinsel oder Spachtel werden angesprochen. Am Anfang des Kurses stehen Übungen, später kann jeder Teilnehmer individuell arbeiten. Die Themen und Motive werden mit den Teilnehmern abgestimmt. Offen für alle, die sich intensiv mit Malerei auseinandersetzen möchten. Für Anfänger und Fortgeschrittene (inklusive Material).

14.­17.4.2009 Von Angesicht zu Angesicht
15­18 Uhr Die einzigartige Eigenschaft der Öl-
Thomas Biedermann farbe fasziniert seit Jahrhunderten und
Gebühr: Euro 70,- (Jugendl.) ist mit keiner anderen vergleichbar.
Euro 90,- (Erw.) Kurze theoretische Einführung zu Fragen der menschlichen Figur, Bildaufbau, Farben mischen, Farbauftrag, Einsatz von Pinsel oder Spachtel (für Jugendliche ab 13 Jahre und Erwachsene, Anfänger und Fortgeschrittene, Material bitte mitbringen).

 

 

 

Malen am Wochenende

Samstags, 7.3., Das Spiel mit Farbe und Form
25.4. und 9.5.2009 Jeder Mensch hat nicht nur ganz per-
10­15 Uhr sönliche Fähigkeiten, sondern auch
Dietmar Israel sehr individuelle Kenntnisse und spe-
Gebühr: Euro 75,- zielles Wissen. In Bezug auf Kunst
3 Veranstaltungen versteht sich dieser Kurs als Angebot, eigene Stärken im Umgang mit Kunst kennenzulernen und in individueller Betreuung zu verfeinern. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Samstag, 7.3. und Porträtzeichnen mit Farbstiften
Sonntag, 8.3.2009
Wir wollen uns an diesem Wochen-
10­17 Uhr ende zeichnerisch mit dem mensch-
Hans Piene lichen Bildnis beschäftigen. Proportions-
Gebühr: 60,- gerechte Darstellung des Kopfes und charakteristische Gesichtszüge eines Menschen stehen dabei im Mittelpunkt unserer Beobachtungen. Für Anfänger und Fortgeschrittene (Material bitte mitbringen).

 

Für alle Kurse ist eine Anmeldung erforderlich unter
Telefon 0721/926-6261, Mo­Do 14­17 Uhr, Fr 14-16 Uhr oder per
e-Mail unter muse@kunsthalle-karlsruhe.de.

 

 

"Familienmonat Mai" in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe:
Ermäßigte Familienkarten und viele kostenlose Angebote

Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe hat den Monat Mai zum Familienmonat erklärt, da im Mai neben Mutter- und Vatertag auch der Internationale Tag der Familie (15. Mai) gefeiert wird. Während des gesamten Monats sind die Familienkarten um 20 % reduziert. Ein gemeinsamer Besuch mit der ganzen Familie kostet statt ¤ 10,- nur ¤ 8,-. Die Familienkarte ist eine Tageskarte. Sie berechtigt zum Eintritt in alle Abteilungen der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe. In der Jungen Kunsthalle, zwischen Hauptgebäude und Orangerie, ist der Eintritt frei!

Kunstinteressierte sollten sich den 15. und 17. Mai im Kalender vormerken:

Am 15. Mai findet der Aktionstag "Zeit für Familie" des Karlsruher Bündnisses für Familie statt. Hierzu werden in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe in Kooperation mit dem Kinderbüro der Stadt Karlsruhe eine Reihe von kostenlosen Veranstaltungen angeboten: Von 14-16.30 Uhr können Kinder und Erwachsene bei der Aktion "Malen wie die Meister" nach einer anregenden Bildbetrachtung in der Galerie eigene Gemälde schaffen. Um 15 Uhr besteht für Kinder und Erwachsene die Gelegenheit, an der Führung "Rund ums Tier" in der Jungen Kunsthalle teilzunehmen. In der aktuellen Ausstellung "Tierisch gut" der Jungen Kunsthalle findet um 16 Uhr eine Familienführung mit anschließender kreativer Aktion statt; eine Voranmeldung zu den Aktionen um 14 Uhr und 16 Uhr ist aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl erforderlich.

Am 17. Mai, dem Internationalen Museumstag, ist der Eintritt in sämtliche Abteilungen der Staatlichen Kunsthalle frei. Die Teilnahme an allen Führungen ist kostenlos: Um 11 Uhr und 13 Uhr finden Führungen durch die Sonderausstellung "Vom Glück zu sammeln. Erwerbungen des Kupferstichkabinetts seit 1995" statt. Highlights der Sammlung werden in einer weiteren Führung um 15 Uhr präsentiert. Zeitgleich gibt es als spezielles Familienangebot eine "Lustige Expedition zu sonderbaren Tieren" in der Jungen Kunsthalle (ebenfalls nur mit Voranmeldung).
Anmeldung zu den Veranstaltungen über die Museumspädagogik der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, muse@kunsthalle-karlsruhe.de, oder per Telefon 0721 / 926 ­ 3370, Mo-Do 14-17 Uhr, Fr 14-16 Uhr.

 

 

 

 

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