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Kunsthalle der Hypo-KulturstiftungTheatinerstraße 8
80333 München
Tel. 089 - 22 44 12, Fax 29 16 09 81
täglich 10 - 20 Uhr
kontakt@hypo-kunsthalle.de
www.hypo-kunsthalle.de
vorausgegangene Ausstellung / previous exhibition
19.09. 2008 - 25.01. 2009
Walt Disneys wunderbare Welt und ihre Wurzeln in der europäischen Kunst
Diese faszinierende, multimediale Ausstellung bietet überraschende Einblicke in die Bildwelt des Meistererzählers Walt Disney (1901-1966). Jeder kennt die großen Klassiker des Zeichentrickfilms, wie Schneewittchen und die sieben Zwerge (1937), Fantasia (1940) oder Das Dschungelbuch (1967). Dennoch bemerken nur die wenigsten, wie tief die Bilder dieser Filme in der europäischen Kunst des 19. und frühen 20. Jahrhunderts wurzeln. In der Gegenüberstellung von Originalzeichnungen, Malereien, Figurmodellen und Filmausschnitten des frühen Disney Studios (1928-1967) mit Gemälden und Skulpturen von Künstlern der deutschen Romantik, des französischen Symbolismus, der Viktorianischen Malerei und des Surrealismus zeigt die Ausstellung konkrete Verbindungen zwischen der populären und der hohen Kunst, zwischen Literatur und Film sowie zwischen der amerikanischen und europäischen Kultur.
Die Ausstellung beginnt mit einer Übersicht von Disneys Entwicklung des Zeichentrickfilms: Von den frühen Schwarz-Weiß-Kurzfilmen wie Steamboat Willie (1928) geht es zu seinem ersten großen Zeichentrickfilm Schneewittchen und die sieben Zwerge, der den internationalen Durchbruch für Disney bedeutete und das Medium der Animation auf das Niveau von Hollywood-Klassikern erhob. Anhand selten gezeigter Skizzen und Gemälde aus der Disney Animation Research Library in Los Angeles wird die Pionierrolle des Disney Studios anschaulich gemacht. Dort arbeitete ein Team internationaler Künstler, denn Walt Disney selbst hatte das Zeichnen schon früh aufgegeben, um sich ganz seinem eigentlichen Talent, der Erzählkunst zu widmen. Er konzentrierte sich darauf literarische und künstlerische Quellen zu entdecken, die er dann von seinem Team hochbegabter Künstler in Meisterwerke der Animation umsetzen ließ.
Als Walt Disney 1935 eine Reise nach Europa unternahm, erwarb er hier über 350 illustrierte Bücher, neben Märchenbänden auch Klassiker der Literatur- und Kunstgeschichte. Diese Bibliothek wurde zu einem wichtigen Grundpfeiler seines Studios: Künstler wie Albrecht Dürer, Pieter Breughel, Giovanni Piranesi, Honoré Daumier, Gustave Doré, Gustave Moreau, Victor Hugo, Arnold Böcklin, Franz von Stuck, Moritz von Schwind, Caspar David Friedrich und John Atkinson Grimshaw können anhand dieser Bibliothek als konkrete Inspirationsquellen für seine Zeichner nachgewiesen werden. Das gleiche gilt für die Arbeit Eugène Viollet-le-Ducs, die im 19. Jahrhundert zur Wiederentdeckung der gotischen Architektur führte. Der berühmteste Bau des bayerischen "Märchenkönigs" Ludwig II. ist Schloss Neuschwanstein. Seine Architektur war den Mitarbeitern Disneys, wenn nicht von Besuchen, so doch von Abbildungen bekannt.
Für sein Studio engagierte Disney die besten Zeichner, viele von ihnen kamen aus Europa, wo sie eine klassisch-akademische Ausbildung absolviert hatten. So zum Beispiel der Schweizer Albert Hurter (1883-1942), der Schwede Gustaf Tenggren (1896-1970) oder der Däne Kay Nielsen (1886-1957). Sie kombinierten ihre Kenntnis der europäischen Kunst und Folklore verschiedenster Epochen mit den Einflüssen ihrer neuen Heimat Amerika. Dies war die ideale Voraussetzung für eine innovative Bildsprache, die dann die ganze Welt eroberte.
In München werden Meisterwerke der Animation, die zu Lebzeiten Disneys entstanden, nun also Meisterwerken der europäischen Kunst gegenübergestellt. Mit dem Kurzfilm Destino, der auf eine Zusammenarbeit zwischen Walt Disney und Salvador Dalí zurückgeht, kulminiert dieser Austausch zwischen den Bildmedien. Die beiden Genies schätzten sich als Künstler gegenseitig und so beauftragte Disney den großen Surrealisten einen Kurzfilm zu gestalten, wofür Dalí zahllose Skizzen und Gemälde anfertigte. Der Film wurde erst nach dem Tod beider Künstler, 2003, realisiert. Diese Filmrarität ist ebenfalls in der Ausstellung zu sehen.
Unter dem Titel: Il était une fois Walt Disney, aux sources de l'art des studios Disney wurde diese Ausstellung unter der Leitung von Bruno Girveau, Guy Cogeval und Pierre Lambert für das Pariser Grand Palais und das Montreal Museum of Fine Arts konzipiert, wo die Schau 2006 und 2007 mit großem Erfolg zu sehen war. In Zusammenarbeit mit der Réunion des Musées Nationaux und dem Montreal Museum of Fine Arts wurde das Projekt für München und Helsinki neu gestaltet. Bruno Girveau, Chefkurator an der Pariser École Nationale Supérieure des Beaux-Arts, und Roger Diederen, Kurator der Kunsthalle, adaptierten diese außergewöhnliche Ausstellung für München mit beeindruckenden neuen Leihgaben. Die Ausstellung wird im Anschluss noch im Helsinki City Art Museum zu sehen sein (25. 2. - 31. 5. 2009). Neben vielen Leihgebern aus aller Welt danken wir besonders der Walt Disney Feature Animation Research Library und dem Musée d'Orsay für die großzügige Unter-stützung des Projekts.
Gleichzeitig zeigt das Münchner Stadtmuseum seine Walt Disney Sammlung. Eine Ausstellung der Abteilung Puppentheater/Schaustellerei in Zusammenarbeit mit dem Filmmuseum
12. 9. 2008 15. 2. 2009, Di So 10.00 18.00 Uhr St.-Jakobs-Platz 1, 80331 München | Telefon 089/2 33-2 23 70 www.stadtmuseum-online.de
Öffnungszeiten
19. September 2008 bis 25. Januar 2009
täglich 10 bis 20 Uhr
24. 12. geschlossen
31. 12. nur bis 14 Uhr geöffnetEintrittspreise
Regulär: 10,- ¤
Gruppen (ab 10 Personen) und Rentner: 8,- ¤
Schüler/Studenten/Arbeitslose: 4,- ¤
Weitere ErmäßigungenFührungen
Öffentliche Führungen der Volkshochschule
(Teilnahme ist ohne Anmeldung möglich)
Mo, Sa: 11:30 Uhr
Di, Do, Fr: 15:30 Uhr
Mi: 18:30 UhrSchulklassen
dürfen nur zu Sonderöffnungszeiten als Gruppe die Ausstellung besuchen! Die Sonderöffnungszeiten sind dienstags, mittwochs und donnerstags von 9 bis 10 Uhr. Die Sonderöffnung gilt nur für die angemeldeten Gruppen!
Anmeldung Montag bis Freitag, 10 bis 17 Uhr unter Tel. 089/224412 oder per E-Mail: kontakt@hypo-kunsthalle.deMehr zu Privatführungen, Kinderführungen,
Exklusiv-Veranstaltungen mit SonderführungenAudioführung von ANTENNA Audio
Begleitprogramm
Faltblatt
Katalog bei Hirmer
Der Katalog kostet in der Ausstellung 25,-
13.02. - 07.06. 2009
Frans Hals
und Haarlems Meister der Goldenen Zeit
In Zusammenarbeit mit dem Frans Hals Museum in Haarlem, zeigt die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung erstmals eine Ausstellung mit Meisterwerken aus der Goldenen Zeit der niederländischen Tafelmalerei. Für die Neuerungen in der holländischen Malerei des 17. Jahrhunderts spielten die Künstler in Haarlem eine führende Rolle. Über 120 Arbeiten von Hendrick Goltzius, Frans Hals, Jacob van Ruysdael, Pieter Saenredam, Jan Steen, und vielen anderen Künstlern, verdeutlichen wie sich in jenen Jahren erstmals ein freier Kunstmarkt und damit Spezialisten für die verschiedenen Bildthemen entwickelten. Porträt, Landschaft, Stadtansicht, Marine, Stillleben und Genreszenen werden in der Ausstellung vorgestellt. Neben einer außerordentlich großzügigen Gruppe von Leihgaben aus dem Frans Hals Museum - darunter die beiden noch nie in Deutschland gezeigten, weltberühmten Gruppenporträts der Regenten und Regentinnen des Altmännerhospizes von Frans Hals - kommen Meisterwerke der Haarlemer Schule aus vielen anderen öffentlichen und privaten Sammlungen Europas und der Vereinigten Staaten nach München.
Haarlem erlebte zwischen 1610 und 1630 eine grundsätzliche Neuentwickelung der Künste. Die Grundlagen hierzu stammten schon aus dem 16. Jahrhundert, als wichtige politische, soziale und religiöse Änderungen große Folgen für die nördlichen Niederlande hatten. Der Aufstand gegen Philipp II., der zum 80-jährigen Krieg (1568-1648) gegen Spanien führte, mündete 1588 in der unabhängigen Republik der Nördlichen Provinzen. Einige Städte erlangten dabei ungeheure Macht. Vom fortdauernden Krieg in den südlichen Niederlanden profitierte der Norden durch einen unablässigen Strom von Emigranten mit Erfahrung, Handelskontakten und Kapital. So blühte ab 1590 die Haarlemer Textilindustrie, wovon auch der Mittelstand profitierte.
An diese neue Situation passten sich auch die Künstler an. Wenngleich nach der Reformation die Kirche als wichtigster Auftraggeber wegfiel, und die Städte nur teilweise dafür einsprangen, konnten die Künstler neue Abnehmer für ihre Arbeit gewinnen. Die reich gewordenen Patrizier und Handelsleute, die sich als neue Mäzene profilierten, aber auch einfache Bürger, die auf Messen und Märkten nun Bilder erwarben. Große Altarstücke und komplexe allegorische Darstellungen traten daher in den Hintergrund, während das direkte Umfeld des Bürgers zum neuen künstlerischen Thema avancierte. Der Stadt, ihrer abwechslungsreichen ländlichen Umgebung, dem täglichen Leben, Lebensmitteln und Gebrauchsgegenständen galt nun das Interesse. Aber auch der Bürger selbst, aus allen sozialen Schichten, wurde in Porträts und Alltagsdarstellungen festgehalten. Dieser neue Typus der Genremalerei wurde von den calvinistischen Predigten und deren biblisch inspirierter Bildsprache angeregt. Auch die Grafik spielte eine wichtige Rolle bei der Verbreitung dieser modernen Gattungen. Haarlem stützte sich dabei auf eine lange Tradition als aufgeklärte Verlags- und Druckereistadt. Die Stichserien von Maerten van Heemskerck (1498-1574) und Hendrick Goltzius (1558-1616/17) waren weltweit bekannt und lockten viele Künstler nach Haarlem. 1583 kam der Maler und Theoretiker Karel van Mander (1548-1606) hierher und gründete mit Cornelis Cornelisz van Haarlem (1562-1638) und Goltzius eine Akademie, die noch sehr unter dem manieristischen Einfluss des Antwerpener Künstlers Bartholomeus Spranger (1546-1611) stand, der am Hofe Rudolf II. in Prag Furore gemacht hatte.
Der in Antwerpen geborene Frans Hals (um 1581-1666), kam als kleines Kind nach Haarlem und wurde hier zum Meister, dessen geniale Porträts die ganze Bildgattung revoluzionierten. Mit seinen Gruppen- und Schützenbildnissen war er seiner Zeit weit voraus. Er brachte Bewegung in das Porträt und wusste die Individualität der Dargestellten perfekt zum Ausdruck zu bringen. Es folgten ihm Johannes Verspronck (1606/11-1662) und Jan de Bray (um 1627-1697), der übrigens auch ein wichtiger Historienmaler war.
Um 1610 etablierten sich Esaias (1590/91-1630) und Jan van de Velde (1568-1623) sowie Willem Buytewech (1591/92-1624) in Haarlem. Sie erforschten in der Tradition von Pieter Brueghels Brüsseler Studien nun die malerische Umgebung Haarlems mit ihren Dünen, Stränden, Dörfern, Wiesen, Kanälen und Bauernhöfen. Sie hielten ihre Eindrücke in Zeichnungen fest und vertrieben Stiche, die das Haarlemer Umland pittoresk verherrlichten. Es waren die realistischen Landschaftsmaler aus Haarlem, wie Jan van Goyen (1596-1656), Salomon van Ruysdael (1600/03-1670) und Pieter Molijn (1595-1661), die um 1625-1630 der holländischen Landschaft ihr definitives Gesicht gaben. Jacob van Ruisdael (1628/29-1682) gehörte zur nächsten Generation, die ab 1650 den Landschaften einen dramatischeren Charakter gab.
Esaias van de Velde, Willem Buytewech und Dirck Hals (1591-1656) - der jüngere Bruder von Frans Hals - legten mit ihren Gartenpartien und fröhlichen Gesellschaften um 1615 in Haarlem die Basis für die Genremalerei. Darauf bauten Jan Miense Molenaer (um 1610-1668), Judith Leyster (1609-1660) und Hendrick Pot (um 1585-1657) auf. Zwischen 1627 und 1628 war der aus Oudenaarde stammende Adriaen Brouwer (1605/06-1638) in Haarlem tätig. In dieser kurzen Zeit führte er hier das Bauernstück mit Darstellungen von raufenden, saufenden und Karten spielenden Bauern ein. Adriaen van Ostade (1610-1685) und sein Bruder Isack (1621-1649) spezialisierten sich auch auf dieses Thema, wobei zuerst das ungepflegte, ungebremste Bauernleben dargestellt wurde, doch später die Einfalt ihres Daseins, in fast naiver Form, zum Ausdruck gebracht wurde. Ihre Arbeiten erreichten eine außerordentliche Popularität. Jan Steen (1626-1679) gehörte zur nächsten Generation, und während seines Aufenthalts in Haarlem, zwischen 1660 und 1670, schuf er seine besten Arbeiten.
Um 1610 malte Floris van Dijck die ersten Frühstücksstillleben und verarbeitete darin die internationale Entwicklung aus Mailand, Frankfurt und Antwerpen. Der Stilllebenmaler Pieter Claesz (um 1597-1660) kam um 1620 von Antwerpen nach Haarlem. Hier entwickelte er aus der Antwerpener Tradition von Clara Peters und Osias Beert seine für ihn typischen Frühstück- und Bankettbilder. Sie zeichneten sich durch einen stärkeren Realismus aus und führten ab 1627/28 zu immer monochromer gearbeiteten Werken. Willem Heda (1594-1680) arbeitete gleichzeitig in dieser Art, gemeinsam prägten sie lange Zeit das holländische Stillleben.
Bei der Historienmalerei setzten die Maler Pieter de Grebber (um 1600-1652/53), Salomon (1597-1664) und Jan de Bray (um 1627-1697) die Tradition des Hendrick Goltzius und Cornelis Cornelisz van Haarlem fort. Obwohl ihre Arbeit nicht so innovativ war, haben sie doch den holländischen Klassizismus in der Historienmalerei mitbestimmt, der auch sehr am Hofe des Stadthalters Frederik Hendrik geschätzt wurde.
Das Genre der Architekturmalerei stammt aus Antwerpen, wo es von Hendrick van Steenwijck und seinem Sohn eingeführt worden war. Mit den Kircheninterieurs von Pieter Saenredam (1597-1665), der mit Hilfe von mathematischen Perspektivstudien Werke von zeitlose Schönheit schuf, wurde dieses Genre in Haarlem noch spezialisiert. Mit Darstellungen des Haarlemer Rathauses, der Großen oder St. Bavokirche, den Stadttoren, Marktplätzen und Straßen, visualisierte Gerrit Berckheyde (1638-1698) den Stolz der Bürger auf ihre schöne Stadt.
Die Haarlemer Marinemalerei geht auf Hendrick Vroom (um 1566-1640) und seine jüngeren Zeitgenossen Cornelis Claesz van Wieringen (um 1580-1633) und Cornelis Verbeeck (1590-1637) zurück und ist Ausgangspunkt für die Gattung des holländischen Seestücks. Zwischen 1600 und 1625 erhielt Hendrick Vroom einige wichtige Aufträge; um die gewünschten Seeschlachten möglichst richtig zu inszenieren, informierte er sich bei Augenzeugen und studierte die Schiffe und ihre Pläne.
Nach 1610 also begannen sich die niederländischen Künstler als Spezialisten in bestimmten Gattungen zu profilieren. Dadurch erwarben sie sich Ansehen und bauten sich einen festen Kundenkreis auf. Daneben verkauften sie ihre Arbeiten aber auch auf dem freien Markt, also über Lotterien und auf Jahrmärkten. Die Haarlemer Malerei erlangte sehr schnell großen Ruhm, so dass auch ausländische Sammler, Händler und Agenten in die Stadt gelockt wurden.
19.06. - 30.08. 2009
Jean Dubuffet - Ein Leben im Laufschritt
25.09. - 10.01. 2010
Alphons Mucha