german galleries / index cities / index galleries / index artists / index Heidelberg


Heidelberger Kunstverein

Hauptstraße 97
69117 Heidelberg
Tel. 06221 - 18 40 86: Fax 06221 - 16 41 62
Di - So 11 - 17 Uhr, Mi 11 - 20 Uhr
hdkv@hdkv.de
www.hdkv.de
aktuelle Ausstellung / current exhibition
vorausgegangene Ausstellung / previous exhibition

 

 

19.04. - 28.05.2000


Robert Lebeck

Robert Lebeck, 1929 in Berlin geboren, ist der vermutlich bedeutendste Bildjournalist der bundesdeutschen Nachkriegszeit. Schon früh reizte ihn der Blick in die "große weite Welt, er sammelte Briefmarken, Postkarten, Zeitschriften, längst bevor es ihm möglich war selbst auf Reisen die Ferne zu erkunden. In Zürich, später in den USA studierte er Völkerkunde, Illustrierten wie"Life " und "Look" vermittelten dem fotografischen Autodidakten erste wichtige Anregungen. Die Gebrauchsanweisung seiner Retina, sagte Lebeck einmal, sei die einzige Fotoschule gewesen, die er je genossen habe. Die Aussicht, im Koreakrieg eingezogen zu werden, veranlaßte ihn zur Rückkehr nach Deutschland. Erste Sporen als Fotoreporter verdiente sich Lebeck bei Heidelberger Zeitungen. Es folgte eine beispiellose Karriere, die immer wieder von Glück bestimmt war- etwa, im richtigen Moment an der richtigen Stelle zu sein -, vor allem aber von zwei Eigenschaften, die Hans-Michael Koetzle im Katalog-Buch zur Ausstellung wie folgt beschreibt:

"Zweierlei zeichnet den Bildjournalisten Robert Lebeck aus und ist - fernab wohlwollenden Schicksals - von jeher die Basis seiner Arbeit gewesen. Ein früh sich ausprägendes Gefühl für Themen und Situationen. Sowie ein professionelles Selbstverständnis, das das Terrain des Bildjournalismus als arbeitsteilige Disziplin begreift. Nie hat er sich als Künstler verstanden. Was nicht bedeutet, daß nicht auch seinen Arbeiten Regeln formal-ästhetischer Natur zugrunde lägen. Im Gegenteil: Gerade indem er sich auf die Bedingungen des Printmediums - das Heftformat, die Doppelseite, den visuellen Rhythmus einer Geschichte mit Höhen und Tiefen - einläßt, gelingen ihm Ikonen des Fotojournalismus. Nennen wir es "Kunst" oder nicht, Robert Lebeck hat Maßstäbe gesetzt in einem Bereich, der es im Prinzip gar nicht nötig hat, die Museumswand zu zieren. Auch ihm geht es vorderhand um Informationen. Je schlichter, je besser. Er selbst nennt dies "direkte Fotografie". Was extreme Perspektiven, technische Mätzchen oder verfremdende Effekte ausschließt.

Die Ausstellung zeigt ein breites Panorama sowohl alltäglicher als auch zeitgeschichtlich bedeutsamer und zuweilen witziger Szenen, sie beginnt im Deutschland der Nachkriegszeit, umfaßt Themen wie Jazz, das Ende des Kolonialismus in Afrika, Ereignisse und Impressionen aus zahlreichen Ländern, etwa: Italien und der Papst, Spanien unter Franco, die unruhigen Sechziger Jahre, Krisen in Nah- und Fernost und nicht zuletzt jede Menge eindrucksvoller Porträts aus Politik und Kultur. Sehen Sie auf diesen und den folgenden Seiten einige Kostproben."

 


Portrait des Künstlers


Biographie
Robert Lebeck wird am 21. März 1929 in Berlin geboren, gerät mit 15 Jahren als Flakhelfer an die Ostfront und in Gefangenschaft. Nach dem Krieg studiert er Völkerkunde in Zürich und New York, kehrt aber 1951 nach Deutschland zurück. Zu seinem 23. Geburtstag schenkt ihm seine Frau die erste Kamera. Fortan arbeitet Lebeck als freier Fotograf für Heidelberger Tageszeitungen. 1955 Wechsel in den Magazinjournalismus und als Frankfurter Büroleiter zur Zeitschrift Revue. Ab 1960 Fotoreporter für die Springer-Zeitschrift Kristall in Hamburg, später für Henri Nannens Stern. Bereits 1962 die erste Einzelausstellung im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe: "Tokio - Moskau - Leopoldville". 1966 zieht Lebeck nach New York, um für den Stem aus den USA zu berichten. 1968 Rückkehr nach Hamburg und Aufnahme ins Stern-Fotografenteam. 1977/78 wechselt Lebeck als Chefredakteur zu Geo, danach wieder Fotoreporter beim Stern. 1991 wird ihm von der Deutschen Gesellschaft für Photographie der Dr. Erich Salomon-Preis verliehen. Robert Lebeck, der sich auch als Fotosammler einen Namen gemacht hat, lebt seit 1995 als freier Fotograf in Südwestfrankreich.

 

Eröffnung:
Mittwoch, 19 April, 19 Uhr
Begrüßung: Hans Gercke
Einführung: Robert Lebeck

Katalog: DM 79, für Mitglieder DM 75

Führungen:
So., 7.5., 13 Uhr: Christine Breitschopf
Mi., 17.5., 18 Uhr: Christine Breitschopf
So., 21.5., 13 Uhr: Christine Breitschopf
Mi., 31.5., 18 Uhr: Hans Gercke

 

german galleriesindex citiesindex galleriesindex artists