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Haus am Waldsee

Argentinische Allee 30
14163 Berlin
Tel. 030 - 8091-2234; Fax 030 - 802 20 28
täglich 10 - 18 Uhr
info@hausamwaldsee.de
über das Haus am Waldsee
www.hausamwaldsee.de
vorausgegangene Ausstellung / previous exhibition

NEUE ÖFFNUNGSZEITEN AB 2. APRIL
Dienstag 11-18 Uhr
Mittwoch 11-20 Uhr
Donnerstag - Sonntag: 11-18 Uhr
Montag geschlossen

 

03.07. - 15.08. 2010

Zu Gast im Haus am Waldsee:

ALLORO

Villa Romana-Preisträger 2009/2010

Sebastian Dacey, Olivier Foulon, Anna Heidenhain, Kalin Lindena, Anna Möller, Martin Pfeifle, Eske Schlüters und Benjamin Yavuzsoy.

 

 

Mit "Alloro" stellt das Haus am Waldsee die acht Villa Romana-Preisträger der Jahre 2009/2010 vor. Anna Heidenhain, Sebastian Dacey, Anna Möller, Martin Pfeifle leben und arbeiten in diesem Jahr als Preisträger in der Florentiner Künstlervilla. Olivier Foulon, Kalin Lindena, Eske Schlüters und Benjamin Yavuzsoy haben 2009 ihren Aufenthalt bereits abgeschlossen. Erstmalig präsentieren sich diese acht international arbeitenden Künstler gemeinsam mit aktuellen, teilweise exklusiv für Berlin entstandenen Rauminstallationen, Gemälden, Videos und Papierarbeiten in einer Berliner Institution.

Der Villa Romana-Preis gilt als der älteste Preis für zeitgenössische Kunst in Deutschland und ist einer der aktuell renommiertesten Auszeichnungen für junge Künstler. Zu den Preisträgern zählten u.a. Georg Kolbe, Käthe Kollwitz und Max Beckmann, Horst Antes, Georg Baselitz, Anna Oppermann, Katharina Grosse, Simon Dybbroe MØller und Clemens von Wedemeyer. Mit den Preisträgern werden seit 2008 Ausstellungen in Deutschland organisiert.

Im Februar dieses Jahres haben die Künstler Anna Heidenhain, Sebastian Dacey, Anna Möller und Martin Pfeifle die Studios in der Villa Romana bezogen, 2009 lebten und arbeiteten Olivier Foulon, Kalin Lindena, Eske Schlüters und Benjamin Yavuzsoy an der Via Senese 68. In dieser Ausstellung im Berliner Haus am Waldsee stellen sich die Villa Romana-Preisträger erstmals gemeinsam mit neuen Arbeiten vor.

Anna Heidenhain, 1979 in Wiesbaden geboren, hat sich in ihrer künstlerischen Arbeit von der skulpturalen Form immer weiter in den sozialen Raum und die uneindeutigen Zonen zwischen Kunst und Design, Objekt und Repräsentation bewegt. Sebastian Dacey, 1982 in London geboren, arbeitet in seinen, zum Teil großformatigen Ölbildern, mit abstrakten wie mit figurativen Zeichen und ihrer Bindung an Malgrund und Kunstgeschichte. In den Arbeiten von Anna Möller, 1980 in Hamburg geboren, spielt das Verhältnis von Körper und Konzept eine wesentliche Rolle. In Installationen, Papierarbeiten und Videos verhandelt sie Topografien in ihrer Zugänglichkeit wie Unzuverlässigkeit. Martin Pfeifles Werk ist gekennzeichnet von ebenso großen wie leichten Konstruktionen, die architektonischen Raum zur physisch erfahrbaren Hülle werden lassen. Er ist 1975 in Stuttgart geboren.

Eske Schlüters, 1970 in Leer/Ostfriesland geboren, arbeitet mit dem Prozessieren von Texten und Bildern, indem sie sich visuelle und akustische Ausschnitte aus vorhandenem Filmmaterial aneignet, Einstellungen zum Teil zerlegt, neu montiert oder nachstellt. In Olivier Foulons Werk (1976 in Anderlecht geboren) geht es um Fragen der Repräsentation und den Akt des Zeigens, um Referenzsysteme der Bildproduktion, ihre Vorläufer und Wiederholungen, den Status von Modell und Kopie, Indizien und Geschichte. Benjamin Yavuzsoy, 1980 in Bremen geboren, produziert Textminiaturen, >Videobriefe" und kurze Videofilme, die den Kodex von intimen und öffentlichen Räumen, die Konstruktion von Eigenem und Fremdem in Zweifel ziehen. Kalin Lindena, 1977 in Hannover geboren, arbeitet mit Zeichnung, Malerei, Skulptur, Film. Angelpunkt ihrer künstlerischen Produktion ist eine Ambivalenz von Zitat und Authentizität, Expression und Hermetisch -Fragmentarischem.

 

Die Villa Romana-Preisträger werden von einer jährlich wechselnden Jury benannt. Juroren für den Villa Romana-Preis 2010 waren Dr. Susanne Gaensheimer, Direktorin des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt/Main, und die Bildhauerin Rita McBride, die seit 2003 als Professorin an der Kunstakademie Düsseldorf lehrt. Im Jahr zuvor jurierten Susanne Titz, Direktorin des Museum Abteiberg in Mönchengladbach und der in Tel Aviv geborene und seit 1985 in Berlin lebende Künstler Eran Schaerf.

Die Villa Romana in Florenz ist ein Ort der künstlerischen Produktion und des Austauschs. Nur zehn Minuten vom Florentiner Stadtzentrum entfernt, vereint sie Ruhe inmitten eines großen Gartengrundstücks mit der urbanen Realität einer Großstadt. Mit Ausstellungen und einem breiten Spektrum an Veranstaltungen betreibt die Villa Romana den Dialog mit Produzenten und Publikum, platziert sich im internationalen künstlerischen Kontext und fördert die Kommunikation mit den Kulturen des Mittelmeerraums.

Im ganz besonderen Kontext des Haus am Waldsee lassen sich Wahlverwandtschaften konstruieren und kommunikative Konstellationen zwischen den Künstlern, Jahrgängen, Generationen und Orten aktivieren.

Träger der Villa Romana und Stifter des Villa Romana-Preises ist der gemeinnützige Villa Romana e.V.. Hauptförderer des Vereins sind die Deutsche Bank Stiftung sowie der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. Darüber hinaus unterstützen weitere Unternehmen, Stiftungen und Privatpersonen die Arbeit der Villa Romana: Daimler AG, Dr. Arend Oetker, Dr. Brigitte Oetker, RWE AG, Siemens AG, Marga und Kurt Möllgaard-Stiftung, Dr. Egon und Hildegard Diener-Stiftung, Osservatorio per le arti contemporanee / Ente Cassa di Risparmio di Firenze.

Villa Romana, Via Senese 68, I 50124 Firenze, 0039 055 221654, www.villaromana.org

ALLORO

Villa Romana-Preisträger 2009/2010

 

Eintritt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro

Pressevorbesichtigung Mittwoch, 30. Juni, 11 Uhr

Presseführung: Mittwoch, 30. Juni, 11 Uhr

 

 

10.09. - 14.11. 2010

Frank Nitsche

COCKTAILHYBRIDCONCEPT feat. Yves Netzhammer

 

Neue Gemälde von Frank Nitsche (* 1964 in Görlitz) im Kontext der letzten zehn Schaffensjahre und im Dialog mit einem der interessantesten Videokünstler seiner Generation, Yves Netzhammer (* 1970 in Schaffhausen), dies ist der Stoff, aus dem "COCKTAILHYBRIDCONCEPT aufgebaut ist. Getürmte Getränkedosenpakete mit extravaganten Aufklebern aus aller Welt sowie ein Medienfotoarchiv bilden den geistig-formalen Speicher der abstrakten Ölgemälde von Frank Nitsche. Die Bilder erinnern an technische Computerzeichnungen, Maschinen, Architekturkonstrukte, virtuelle Wissenschaftsmodelle oder auch an Materialreste von überwältigenden Verwüstungen durch die Natur.

Auf seinen Leinwänden sorgt der Künstler für die Kollision von Organischem und Künstlichem. Seine Abstraktionen in kräftigen Grau- und zarten Pastelltönen wirken artifiziell und bewegt. Linien- und Kurvenkonstrukte bilden absurde Handlungsräume, die vor neutralem Hintergrund ins Nichts führen. Sie reflektieren zersplittertes Glas und Beton. Zugleich berufen sie sich auf die wild wuchernde Bildproduktion unserer medienbesessenen Gegenwart.

Nitsches Gemälde schöpfen aus dem visuellen Wahnsinn, mit dem sich die Konsumgesellschaft langsam selbst auffrist. Sie beziehen sich auf den grafisch-medialen Überfluss, der uns täglich mit Wucht entgegenströmt. Seit über zwanzig Jahren fischt Nitsche in dieser Flut. Er ordnet, selektiert, fragmentiert und setzt aus Bruchstücken hochverdichtete Bilder zusammen. Am Ende geht es aber immer um die Malerei selbst. Zwischen Picassos analytischem Kubismus, Malewitschs Konstruktivismus und CAD gestützten Architekturrenderings eröffnen die Bilder von Nitsche am Beginn des 21. Jahrhunderts unbekannte Wahrnehmungsdimensionen, die aus dem Alltag schöpfen und als neue Denkräume gelesen werden können.

 

"COCKTAILHYBRIDCONCEPT erhebt die Verdichtung des Fremden, Artifiziellen, sinnlich Neutralisierten zum Prinzip. Während Nitsches Malerei dekonstruiert, kondensiert und abstrakt weitere, noch unbekannte Dimensionen anspricht, antizipiert Netzhammer, von artifiziellen Wesen ausgehend, ein Leben, bei dem sinnliche Wahrnehmung neu gedacht wird. Seine am Bildschirm geborenen Figuren haben weder Augen noch Ohren. Ohne Münder und Geschlechtsorgane sind sie allein auf ihren Tastsinn sowie diverse Hilfsgeräte angewiesen. Signale wie Schmerz oder Zuneigung werden ganz unemotional an die Gehirne weitergegeben.

Wie selbstverständlich vollzieht sein Personal atemberaubende Metamorphosen vom Baum zum Elch zum Menschen oder umgekehrt. Sie gebären, in dem sie in die Leiber hineinschneiden und aus sich selbst heraus doppelt werden. Wie chemisch durchgereinigt, erreichen Netzhammers Protagonisten die Gefühlswelt des Betrachters, unmittelbar und tief.

Vor dem Hintergrund der Entwicklung des letzten Jahrzehnts stellt >COCKTAILHYBRIDCONCEPT" Nitsches jüngste Werkserie (o.T., 2010) mit großen Formaten in den Mittelpunkt. Sie nehmen einen anregenden Dialog mit zwei Arbeiten von Yves Netzhammer, "Furniture of Proportions (2008) und "Junge Äste ahmen alte Geweihe nach und alte Geweihe junge Äste (1999) auf. Gerade durch diesen Dialog der Werke zeigt sich das verwandte Denken zweier Künstler, die im 21. Jahrhundert angekommen sind.

Das Haus am Waldsee freut sich, mit Frank Nitsche einen der innovativsten deutschen Maler der Gegenwart in einer ersten institutionellen Ausstellung in Berlin vorstellen zu können. Eine Schau, zu der der schweizer Videokünstler Yves Netzhammer, der 2007 die Schweiz bei der Biennale von Venedig vertreten hat, zwei wichtige Arbeiten beiträgt. Beide Künstler vereint die Frage nach der Spannung zwischen dem Organischen und dem Künstlichen in einer Welt, in der das Leben bis in die intimsten Träume hinein artifiziell, konsumorientiert, marketingabhängig und fremdgesteuert geworden ist.

 

Der Katalog erscheint im Verlag Walther König, Köln (16,80 Euro)

Frank Nitsche COCKTAILHYBRIDCONCEPT feat. Yves Netzhammer

Ausstellung 10. September bis 14. November 2010

Eintritt 5,- Euro, ermäßigt 3,- Euro

Pressevorbesichtigung Donnerstag, 09. September / 11.00 Uhr

BEGLEITPROGRAMM ZUR AUSSTELLUNG:

Künstleressen Mi., 22.September / 19.30 Uhr (28,- Euro, mit Anmeldung)

mit Frank Nitsche

 

NEU: Forscher unterschiedlicher Disziplinen diskutieren mit den Künstlern über die Frage: >Wie kommt das Neue in die Welt?". Moderation: Dr. Katja Blomberg:

Künstlergespräch Mi., 27.Oktober / 19.30 Uhr

mit Frank Nitsche Gerrit Gohlke (Softwarespezialist und Chefredakteur von artnet.de) und Matthias Dietz

(Designer und Leiter einer Corporate Design Agentur) diskutieren in Anwesenheit des Künstlers

über die Frage: >Wie kommt das Neue in die Welt?" (7,- Euro, mit Anmeldung)

 

Künstlergespräch Mi., 10. November / 19.30 Uhr (7,- Euro, mit Anmeldung)

mit Yves Netzhammer

Kuratorenführungen 15.09., 29.09., und 13.10., jeweils Mittwoch um 19.30 Uhr

(7,- Euro, mit Anmeldung)

 

Öffnungszeiten Dienstag 11-18 Uhr, Mittwoch 11-20 Uhr, Donnerstag - Sonntag: 11-18 Uhr, Montag geschlossen

Ort Haus am Waldsee Ort internationaler Gegenwartskunst

Argentinische Allee 30, 14163 Berlin

www.hausamwaldsee.de
Pressekontakt Veronika Floch, presse@hausamwaldsee.de, Tel: 030. 801 89 35

Unterstützer Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf von Berlin, Freunde und Förderer des Hauses am Waldsee e.V.

Medienpartner Kulturradio

 

 

 
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