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Frankfurter Kunstverein
Steinernes Haus am Römerberg
Markt 44
60311 Frankfurt am Main
Tel. 069 - 28 53 30
Fax 069 - 219 314 11
Di - So 11-19 Uhr
post@fkv.de
www.fkv.de
vorausgegangene Ausstellung / previous exhibition
The Great Game to Come"
Aktionswoche mit großem Spiel- und Experimentierfeld im Frankfurter Kunstverein
14. 21. Mai 2008Presseumtrunk: 13. Mai 2008, 11 Uhr
Eröffnung: 13. Mai 2008, 19 Uhr
Finissage: 21. Mai 2008, 15 UhrDer Frankfurter Kunstverein wird in einer Aktionswoche im Mai in ein großes Spiel- und Experimentierfeld verwandelt. Ausgangspunkt sind zwei Künstlerprojekte aus den 1960er und 1970er Jahren: zum einen The Model for a Qualitative Society " (1968) von Palle Nielsen und zum anderen das Projekt Kinderplanet" (1971) von einer Gruppe der Hochschule für Gestaltung Offenbach um Thomas Bayrle, Wolfgang Schmidt und ihren Studenten Linette Schönegge, Regina Henze und Karin Günther-Thoma. Beide Projekte verwandelten Ausstellungs-, bzw. Messeräume in experimentelle Spiel- und Aktionsfelder für Kinder. Zu einem großen Spiel- und Experimentierfeld wird auch der Frankfurter Kunstverein während der Aktionswoche The Great Game to Come": Kinder, Jugendliche sowie alle anderen Besucher sind eingeladen sich aktiv am Entstehungsprozess zu beteiligen, mitzugestalten und auszuprobieren. Initiiert von Chus Martínez, Tobi Maier und Katja Schroeder, wird das Experimentierfeld mit Hilfe der beiden Künstler Palle Nielsen und Thomas Bayrle sowie Studentengruppen der Frankfurter Städelschule und der Kunstakademie in Kopenhagen entwickelt, die von ihren Professoren Tobias Rehberger (Frankfurt) und Nils Norman (Kopenhagen) unterstützt werden. Dabei steht ihnen die gesamte Ausstellungsfläche des Kunstvereins zur Verfügung.
Im Oktober 1968 installierte der dänische Künstler Palle Nielsen im Rahmen seines Experiments The Model for a Qualitative Society" im Moderna Museet in Stockholm einen riesigen Abenteuerspielplatz für Kinder. In einem Zeitraum von drei Wochen standen die Kinder im Mittelpunkt des Ausstellungshauses und ihr Spielen wurde zum Ausdruck von Freiheit und Kreativität. Das zweite Projekt entstand 1971 auf der Messe in Frankfurt. Ähnlich wie Nielsen baute auch die Gruppe der Hochschule für Gestaltung in Offenbach einen Hauptausstellungsplatz der Messe zu einem Kinderplaneten", einem Spielplatz für Kinder, um. Beide historischen" Künstlerprojekte stellen elementare Fragen: welche Art sozialen Raums kann Kunst produzieren? Wie konstituiert sich eine Gemeinschaft aus Mitspielern und Zuschauern? Wer sind die gesellschaftlichen Akteure und welcher Raum steht für die Wissensvermittlung zur Verfügung? Ausgehend von diesen Fragestellungen wird der Frankfurter Kunstverein in der Zeitspanne von einer Woche im Mai zu einem großen Aktionsfeld umfunktioniert. Hierbei soll das künstlerische Schaffen als Prozess im Mittelpunkt stehen, woran sich Kinder, Jugendliche sowie alle Besucher aktiv beteiligen können.
Zusätzlich zu der Entwicklung des Spielfeldes wird das Team des Umwelt-Exploratoriums (UX e.V.), im Rahmen der Aktionswoche mit einer Schülergruppe ein Solarluftobjekt realisieren. UX e.V. ist ein gemeinnütziger Frankfurter Verein, der von ehemaligen Studenten der Hochschule für Gestaltung Offenbach/Fachbereich Produktgestaltung gegründet wurde. Er hat sich zum Ziel gesetzt, aktuelle Tendenzen im Kontext von Umwelt und Gesellschaft aufzugreifen und diese in anschauliche Umsetzungen zu überführen.
Mit verschiedenen Informationsquellen, Fotomaterial und Büchern möchte der Frankfurter Kunstverein im Zeitraum des Projekts zudem über die beiden historischen" Künstlerprojekte informieren.
Der Eintritt in den Frankfurter Kunstverein ist während der Aktionswoche The Great Game to Come" frei. Der Kunstverein bleibt an allen Tagen von 11 bis 19 Uhr geöffnet.
Das Projekt ist eine Kooperation des Frankfurter Kunstverein mit der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste - Städelschule, Frankfurt am Main, the Royal Danish Academy of Fine Art, School of Visual Arts in Copenhagen und des Umwelt-Exploratoriums (UX e.V.). Wir bedanken uns herzlich bei der Deutschen Bank, der PwC-Stiftung Jugend Bildung Kultur sowie bei Montana für die Förderung des Projektes.
Mit freundlicher Unterstützung durch:
The Royal Danish Academy of Fine Arts, School of Visual Arts in Copenhagen
Deutsche Bank
PwC-Stiftung Jugend Bildung Kultur
Montana
07.06. - 07.09. 2008
The Great Transformation - Kunst und taktische Magie
In den letzten Jahren zeigt sich in der westlichen Welt ein verstärktes Interesse an Spiritualität und den Möglichkeiten, unter Berufung auf transzendentale Kräfte einen gesellschaftlichen Wandel zu erwirken. Die gegenwärtige westliche Kultur ist eine bizarre Mischung aus einer rationalen, in der Aufklärung begründeten Basis und Anflügen von spirituellem Wahn. Das Paranormale übt einen unübersehbaren Reiz aus, was sich beispielsweise in den vielen Wahrsagershows und Mystery-Serien in den Fernsehprogrammen spiegelt.
Die Gruppenausstellung "The Great Transformation Kunst und taktische Magie" im Frankfurter Kunstverein vereint Arbeiten von internationalen Künstlerinnen und Künstlern, die sich der Magie als einer semiotischen Übung bedienen, um beispielsweise sozialen Wandel zum Ausdruck zu bringen und kritisch zu untersuchen. Dabei bezeichnet taktische Magie' eine große Palette möglicher künstlerischer Praktiken, die auf Themen der Magie zurückgreifen, um über gesellschaftsrelevante Fragen nachzudenken.
The Great Transformation" präsentiert neben Arbeiten bekannter Positionen wie Allen Ruppersberg und Mike Kelley zahlreiche Arbeiten jüngerer Künstler, die eigens für die Ausstellung Arbeiten entwickeln werden und die deutlich machen, wie Magie den Blick auf die Gesellschaft und ihre Kommunikationsformen auf die Probe stellen kann. Das Thema der Magie eröffnet darüber hinaus neue Perspektiven auf die Organisation von Raum sowie die Grauzone zwischen Rationalem und Irrationalem. Auf der Suche nach neuen Visualisierungsformen, neuen Kanälen der Kommunikation sowie kulturellen Aktionen ist sich die aktuelle Kunstproduktion der ideologischen Problematik im Umgang mit okkulten Praktiken bewusst. Einige junge Künstler und Künstlerkollektive setzten diese daher ganz gezielt als kritisches Element zur Erweiterung ihres künstlerischen Spektrums ein.
Das von Aaron Gach gegründete Künstlerkollektiv Center for Tactical Magic" (CTM) aus Berkley, USA, hat sich beispielsweise zum Ziel gesetzt mit seinen Projekten und Workshops im öffentlichen Raum schlummernde Energien zu aktivieren, um einen positiven sozialen Wandel zu evozieren. Die direkte Einbeziehung des Publikums spielt dabei eine wesentliche Rolle für das Kollektiv. In breit angelegten Analysen und Experimenten zieht die Gruppe praktischen Nutzen aus der Methode der taktischen Magie, mit denen aktiv Einfluss auf individuelle, kommunale und grenzüberschreitende Ebenen genommen werden kann.
Eine Analyse magischer Praktiken unternimmt die Videoarbeit des nordamerikanische Konzeptkünstlers Allen Ruppersberg (*1944). Er untersuchte das Thema Magie in den frühen 1970er Jahren. Seine Videoarbeit A Lecture on Houdini (For Terry Allen) (1971) zeigt den Künstler selbst wie er in eine Zwangsjacke gekleidet vor der Kamera einen Vortrag über den großen Magier und Entfesslungskünstler Harry Houdini hält. Durch seine Darstellung der Figur des Magiers, rückte Ruppersberg zudem die im Rahmen spiritueller Praktiken oft behandelte Auseinandersetzung mit Leben und Tod in das Blickfeld der Kunst.
Der französische Künstler Aurélien Froment untersucht im Rahmen unterschiedlicher Personenporträts unter anderem den Aspekt der Magie und analysiert besondere professionelle Fähigkeiten im Umgang und Einsatz von Bildmaterialien. In Froment's Film Théâtre de poche, der im November 2007 entstand und der thematisch mit einem umfangreichen Buchprojekt verknüpft ist, zeigt ein Zauberer Kartentricks und Bilder, die in der Luft zu schweben scheinen. Ebenso wie der Zauberkünstler die Fotos, Karten und Bilder über eine für den Zuschauer unsichtbare Fläche schiebt, wird er selbst im Film mit samt seiner Umgebung auf einer imaginären Achse verschoben. Hierdurch entsteht für den Betrachter eine zusätzliche Illusion, denn die Bewegungen des Zauberers vor der Kamera verschwimmen mit dem Schwenken der Kamera und den mit den technischen Möglichkeiten des Filmtricks erzeugten Verschiebungen.
Die künstlerischen Arbeiten und Installationen der Ausstellung The Great Transformation" konfrontieren den Betrachter oft weniger mit dem tatsächlich Sichtbaren, als mit seinem eigenen sinnlichen und intuitiven Empfinden. Die Werke eröffnen vielfältige mediale Wahrnehmungsebenen als neue Möglichkeiten der Kulturanalyse. Sie erweitern die auf eigene Erfahrungswelten übertragbaren Bedeutungen und bieten auf diese Weise Chancen des Widerstandes gegen eine mediale Domestizierung."The Great Transformation Kunst und taktische Magie" präsentiert unter anderem Werke von Jonathan Allen, Center for Tactical Magic, Roberto Cuoghi, Claire Fontaine, Aurélien Froment, Mike Kelley, Joachim Koester, Maria Loboda, Goshka Macuga, Michelle di Menna, Eduardo Navarro, Olivia Plender, ride.1, Allen Ruppersberg, Kerstin Stoll, Joanne Tatham & Tom O'Sullivan, Banks Violette und Adrian Williams.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in deutscher und englischer Sprache mit Essays von Lars Bang Larsen, Simon During und Chus Martínez; herausgegeben von Chus Martínez.
Die Ausstellung ist eine Kooperation mit MARCO, Museo de Arte Contemporánea de Vigo und wird dort vom 19. September 2008 bis zum 11. Januar gezeigt.
The Great Transformation" wird ermöglicht durch die freundliche Unterstützung von:
American Center Foundation
Hessische KulturstiftungWeitere Förderer sind:
bdap - bureau des arts plastiques; Cultures France; Ambassade de France en Republique Federale d'Allemagne
The Danish Arts Foundation
Pressevorbesichtigung: 6. Juni 2008, 11.00 Uhr
Eröffnung: 6. Juni 2008, 19.oo Uhr
22.06. - 26.10. 2008
Teilnahme an SITE Santa Fe International Biennial 2008
Der Frankfurter Kunstverein ist eingeladen als Partnerinstitution an der kommenden internationalen Kunstbiennale in Santa Fe (22. Juni 26. Oktober 2008) im amerikanischen Bundesstaat New Mexico teilzunehmen. Chus Martínez wird somit auch Teil des Kuratorenteams der Biennale sein. Der Frankfurter Kunstverein freut sich sehr, als ausgewählte deutsche Gastinstitution auf der Biennale sein Programm vertreten zu dürfen und wird im Rahmen seiner Präsentation neue Arbeiten des in Berlin lebenden Künstlers Mandla Reuter (*1974, Nqutu, Südafrika) zeigen. Die SITE Santa Fe International Biennial" ist eine Biennale für zeitgenössische Kunst, die seit über zehn Jahren zu den wegweisenden Biennalen gehört. Santa Fe ist heute mit ca. 200 Galerien einer der bedeutendsten Orte der amerikanischen Kunstszene.
24.09. - 30.11. 2008
Ibon Aranberri
Die Präsentation der Arbeiten des baskischen Künstlers Ibon Aranberri im Frankfurter Kunstverein im Rahmen einer großen Einzelausstellung beschäftigt sich mit dem Beziehungsgefüge von Natur und Politik. Als thematischen Ausgangspunkt nimmt die Aus-stellung Bezug auf das bereits im Jahr 2003 realisierte Projekt The Cave", und schließt an die Arbeiten des Künstlers Exercises on the North Side" und Política Hidráulica" auf der documenta 12 an. Ibon Aranberri hinterfragt und erforscht mit seinen installativen Arbeiten mittels unterschiedlicher Medien die Verbindungen zwischen nationalistischer Ideologie und Naturwissenschaft sowie von Kunst im öffentlichen Raum. Als Bezugspunkt seiner Arbeiten dient Aranberri meist die Kulturgeschichte des Baskenlandes.Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit dem Van Abbemuseum, Eindhoven und wird dort im Anschluss gezeigt. Zur Ausstellung wird ein Katalog in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Basel und dem Van Abbemuseum, Eindhoven erscheinen. Ibon Aranberri (*1969, Itziar-Deba) lebt und arbeitet in Bilbao.
Eröffnung: 23. September 2008
24.09. 2008 - 30.11. 2008
Natasha Sadr Haghighian
Die Einzelausstellung der in Deutschland aufgewachsenen Künstlerin Natascha Sadr Haghighian (*1967, Teheran) besteht aus einer Projektarbeit, welche die Künstlerin speziell für den Frankfurter Kunstverein entwickeln wird. Ausgangspunkt bildet ihre Auseinandersetzung mit der Struktur von Bürgervereinen allgemein und dem Kunstverein im Speziellen. Natascha Sadr Haghighian beschreibt ihre Arbeit als einen fortlaufenden Prozess des Forschens, Hinterfragens und Manövrierens, den sie mit unterschiedlichen Medien wie Video, Diaprojektionen, Kurzfilmen, Website-Präsentationen, Fotografie und Veranstaltungen artikuliert. In ihrem Beitrag zur Manifesta / Frankfurt Present But Not Yet Active" (2002) lud sie beispielsweise das Kuratorinnenteam in den Frankfurter Zoo ein, um Fragen der Authentizität und Sichtbarkeit in der gegenwärtigen kuratorischen Praxis am Beispiel der Inszenierung eines neuen Tigergeheges zu dis kutieren.
Eröffnung: 23. September 2008
Der Frankfurter Kunstverein
Zentrum für zeitgenössische Kunst, Ort der Begegnung und
des sozialen DialogsDer Frankfurter Kunstverein ist national und international eines der wichtigsten Ausstellungshäuser für zeitgenössische Kunst. Als Kunstzentrum ist sein Hauptziel, dem Besucher schlüssig recherchierte Ausstellungen zu präsentieren, die in der Gegenwart verankert sind und in erster Linie auf die Entwicklung und Produktion neuer künstlerischer Werke und Projekte gründen. Ein weiteres Anliegen besteht darin, zur kritischen Diskussion über die zeitgenössische Kunst anzuregen. Dabei spielt die Organisation regelmäßiger Künstlergespräche, Diskussionen und Lesungen eine zentrale Rolle, die Zugangswege in die Kunst und ihre Beweggründe anbieten. Die aktuelle Gesprächsreihe When Kittens become Cats" ist nur ein Beispiel für diese Art der Vermittlung.
Der Frankfurter Kunstverein wurde im frühen 19. Jahrhundert als einer der ersten Kunstvereine in Deutschland mit dem Ziel der Förderung und Vermittlung zeitgenössischer Kunst gegründet. Im frühen 20. Jahrhundert zeigte der Frankfurter Kunstverein beispielsweise Werke von Max Beckmann, als dieser noch kaum bekannt war. Nach dem II. Weltkrieg profilierte sich der Kunstverein mit international ausgerichteten Einzelausstellungen und thematischen Gruppenausstellungen, auch hier mit Fokus auf das Aufspüren wichtiger Tendenzen. Diese Arbeit wird seitdem auf kontinuierlich hohem Niveau fortgeführt. Raum für Experimente ist dabei, ebenso wie die Neuentdeckung wegweisender Positionen, grundlegend.
Im Zentrum der Stadt zwischen dem Rathaus Römer und der Schirn Kunsthalle gelegen, bietet das Steinerne Haus - eines der wenigen erhaltenen historischen Gebäude im Stadtkern - dem Frankfurter Kunstverein eine Ausstellungsfläche mit über 1000 qm. Der Frankfurter Kunstverein ist eine von seinen über 1.700 Mitgliedern aus der Region Rhein-Main, dem gesamten Bundesgebiet und dem Ausland getragene Institution.