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Frankfurter Kunstverein
Steinernes Haus am Römerberg
Markt 44
60311 Frankfurt am Main
Tel. 069 - 28 53 30
Fax 069 - 219 314 11
Di - So 11-19 Uhr
post@fkv.de
www.fkv.de
vorausgegangene Ausstellung / previous exhibition
20.08. - 31.10. 2010
Tales of Resistance and Change. Artists from Argentina
Tales of Resistance and Change. Artists from Argentina" wird gemeinsam präsentiert vom Frankfurter Kunstverein und der Botschaft der Republik Argentinien in Deutschland und ist eine Produktion des Organisationsausschusses für die Teilnahme Argentiniens als Ehrengast an der Frankfurter Buchmesse 2010 (COFRA).
Die Ausstellung zeigt Arbeiten von zwölf zeitgenössischen Künstlern und Künstlerkollektiven aus Argentinien, die ihre soziopolitische Umgebung als Terrain der Reflexion und Aktion begreifen und nutzen. Ausgehend von solchen Kontexten, manifestieren die künstlerischen Arbeiten investigative Prozesse, in denen sich Gegenwart, jüngste Vergangenheit und Tradition vereinigen. Die geopolitische Komplexität des Landes durchdringt die Arbeiten. In ihnen spiegeln sich städtische und ländliche Lebensrhythmen, das Erbe der Immigranten und der indigenen Bevölkerung, der soziale Wandel und politische Konflikte wider.
Nach der Wirtschaftskrise im Jahr 2001", erklärt der Kurator der Ausstellung Rodrigo Alonso, widmeten sich viele argentinische Künstler der Hinterfragung ihrer Lebensrealitäten, indem sie beispielsweise kritische Praktiken wiederbelebten, die in der vorangegangenen, neoliberal geprägten Zeit in Vergessenheit geraten waren. Während einige mit politischer Militanz interagierten, näherten sich andere verschiedenen Kommunen an oder initiierten Projekte sozialer Teilhabe mit besonders von der Wirtschaftskrise betroffenen Sektoren der Gesellschaft."
Zu den an der Ausstellung beteiligten Künstlerkollektiven zählt Eloísa Cartonera, das dafür bekannt ist einen Verlag aufgebaut zu haben, der auf der Wiederverwertung von Karton und speziell auf der kreativen Arbeit der Karton-Recycler (cartoneros) basiert. Die verlegten Bücher beinhalten Texte bekannter Schriftsteller, welche diese als Beitrag zur erfolgreichen Etablierung der Initiative beigesteuert haben. Proyecto Nido besteht aus der Designerin Mariana Cortés und einer Gruppe selbst organisierter Familien. Ziel dieses Kollektivs ist es, Designobjekte mittels der Wiederbelebung einer uralten brasilianischen Technik zu gestalten, die auf dem Verknoten alter Stoffreste beruht.
Der in Argentinien lebende Schweizer Künstler Gian Paolo Minelli gab mehr als zehn Jahre Fotografiekurse in dem Viertel Luis Piedrabuena' am Stadtrand von Buenos Aires, während er gleichzeitig ein Register des Ortes anlegte. Kürzlich gründete eine Gruppe seiner Schüler das Kulturzentrum Piedrabuenarte' und veränderte damit das Stadtbild. Tales of Resistance and Change. Artists from Argentina" zeigt sowohl Bilder von Minelli als auch eine Serie von Selbstportraits der Viertelbewohner.
Ein anderes Beispiel sozialer Teilhabe repräsentiert das Werk von Mónica Millán, die seit 2002 mit einer Gemeinschaft von Webern aus Paraguay zusammenarbeitet. Die gewebten Stoffe sind Inspirationsquelle für die Zeichnungen der Künstlerin, eine von den Arbeitern erzählte Chronik über deren Ideen und Alltagsroutinen. Eine weitere künstlerische Position ist die von Gabriel Baggio. In seinen Performances betont er die Traditionen argentinischer Immigranten durch die Thematisierung multikultureller Aspekte am Beispiel seiner eigenen italienischen und jüdischen Herkunft. Während der Ausstellungseröffnung wird er im Rahmen einer Performance Bezug auf deutsche Traditionen nehmen, indem er sich von einer Frankfurterin beibringen lässt, ein typisch hessisches Essen zu kochen.
Das Projekt Die Abenteuer von Guille und Belinda und die geheimnisvolle Bedeutung ihrer Träume" (Las aventuras de Guille y Belinda y el enigmático significado de sus sueños) von Alessandra Sanguinetti rückt den ländlichen Lebensrhythmus in den Fokus der Aufmerksamkeit. Die Künstlerin verfolgt in dieser Fotoserie das Aufwachsen zweier Frauen von der Kindheit bis zur Jugend und zeichnet damit ein typisches Portrait des argentinischen Landlebens. Sebastián Díaz Morales wiederum lenkt den Blick auf Patagonien und auf industrielle Spuren, die beispielsweise die verrottenden Überbleibsel der Ölförderung, die wichtigste Einkommensquelle der Region, hinterlassen. Tomás Saraceno schließlich entwirft Metaphern des Widerstands mittels schwebender sphärischer Strukturen, in und auf denen Pflanzen außerhalb ihres natürlichen Lebensraums wachsen. Sanguinetti, Díaz Morales und Saraceno sind Künstler argentinischer Herkunft, die ins Ausland emigriert sind, um ihre künstlerische Karriere in einem anderen kulturellen Kontext zu entwickeln.
Die Ausstellung vereint mit den gezeigten Projekten eine große Vielfalt kultureller und sozialer Situationen, die oft die Grenzbereiche der Kunst ausloten. Sie gewährt auf diese Weise einen exemplarischen aber konzentrierten Einblick in die noch wenig bekannte argentinische Kunstproduktion.
Tales of Resistance and Change. Artists from Argentina" zeigt eine Auswahl von Werken folgender Künstler und Künstlerkollektive: Ananké Asseff, Gabriel Baggio, Eloísa Cartonera, Florencia Levy, Sebastián Díaz Morales, Gabriela Golder, Mónica Millán, Gian Paolo Minelli, Proyecto Nido, Alessandra Sanguinetti, Tomás Saraceno, Taller Popular Serigrafía (TPS).
Kurator: Rodrigo Alonso
Zur Ausstellung erscheint eine Publikation mit einem Text von Rodrigo Alonso, einem Vorwort von Holger Kube Ventura (Direktor, Frankfurter Kunstverein) sowie Dossiers über die Arbeiten der beteiligten Künstler und Künstlergruppen, publiziert vom Argentinischen Außenministerium.
Ein Begleitprogramm zur Ausstellung mit verschiedenen Veranstaltungen und Vorträgen ist in Vorbereitung.
Pressevorbesichtigung: Donnerstag, 19. August 2010, 11 Uhr
Eröffnung: Donnerstag, 19. August 2010, 20 Uhr
Donnerstag, 8. Juli, 19 Uhr
"Internationale Kooperationen" - Kuratorengespräch mit Elsy Lahner (zu Gast im Deutsche Börse Residency Program)Für die Arbeit von Kuratorinnen und Kuratoren spielen internationale Kooperationen eine wesentliche Rolle. Sie arbeiten meist mit Künstlerinnen und Künstlern aus verschiedenen Ländern zusammen, realisieren Ausstellungen in oder gemeinsam mit internationalen Ausstellungshäusern und Galerien und kooperieren oft auch projektbezogen mit Kolleginnen und Kollegen. Residence-Programme auf künstlerischer wie kuratorischer Seite dienen dem internationalen Austausch und fördern die Vernetzung.
Wie und unter welchen Voraussetzungen findet ein Kunst- und Wissenstransfer im internationalen Kontext statt? Welche Dynamiken und Modalitäten spielen dabei eine Rolle? Welche Unterschiede in der kuratorischen Praxis und im Umgang mit Ressourcen bestehen im internationalen Vergleich? Welche Funktion haben internationale Kooperationen im non-profit-Bereich?
Elsy Lahner berichtet anhand dieser Fragestellungen aus ihrer eigenen Praxis und stellt mehrere Projekte vor.
Elsy Lahner (geboren 1975 in Frankfurt a.M.) arbeitet seit 2003 als Kuratorin in Wien. Sie kuratierte verschiedene Ausstellungen, unter anderem seit 2006 die Ausstellungsreihe "Space Invasion", "Into Position" (2007), Bauernmarkt, Wien, oder "DISPLACE- Junge Fotografie aus Wien", Frauenmuseum, Bonn. 2007 gründete sie gemeinsam mit Alexandra Grausam den Kunstverein "das weisse haus" und leitet seit 2008 mit Georg Russegger die O-sutoria Freespace Foundation (O.F.F.) in Yokohama und Wien. 2008 war sie als curator-in-residence an der Akademie der bildenden Künste in Wien.
Eintritt frei
Ort: Café im Kunstverein
Mittwoch, 4. August, 19 Uhr
Künstlergespräch mit Zsuzsanna Ardó (Gast im Deutsche Börse Residency Program)Die britisch-ungarische Künstlerin Zsuzsanna Ardó arbeitet als Fotografin und Autorin in London. Das Interesse ihrer Arbeit gilt vor allem den Themen Identität und Kultur. Darüber schrieb sie bereits in mehreren Artikeln und in ihrer bekanntesten Publikation "CultureShock! Hungary", die 2008 in dritter Auflage weltweit veröffentlicht wurde.
Ihre Fotografien wurden weltweit in Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, zum Beispiel "Creative Realities in the Mind of the Beholder" in der Europäischen Komission in Brüssel, "The Urbane Urban" in Florenz und "The Butterfly Flaps Its Wings" beim Roma Summit in Cordoba. Zur Zeit wird ihre Ausstellung "Meditation, on Woman and Shadow" im André Kertész Museum für Fotografie in Ungarn gezeigt. Im Auftrag von Amnesty International entstand eine Fotografieserie, die im Guardian veröffentlicht wurde. Ihre Arbeite beinhalten auch Fotografien der größten Minderheit Europas, die ethnisch-kulturelle Minderheit der Roma in Ungarn, Großbritannien und Sizilien oder auch afrikanische Flüchtlinge auf Malta. Sie sitzt in internationalen Juries für Fotografiewettbewerbe und kuratiert Ausstellungen. Kürzlich war sie Vorsitzende der Jury für den EC SEE Fotografiewettbewerb und hat die Ausstellung "The Spirit of Film" für die Britische Filmakademie (BAFTA) kuratiert. weiterlesen... <http://www.fkv.de/frontend/kalender_detail.php?id=767>
Eintritt frei
Ort: Café im Kunstverein
Gespräch in Englisch
10.08. - 22.08. 2010
Projekt- Display MOTHER:
Thomas Judin sucht aus!
Die neue Ausstellungsreihe "XY sucht aus!" des Projekt-Displays MOTHER lädt einen Künstler oder Kurator ein, das Programm im Schaufenster zu gestalten. Er kann frei wählen, ob ein Video, ein Spielfilm oder mehrere Formate hintereinander gezeigt werden sollen. Die erste Einladung erfolgt an den Künstler Thomas Judin, dessen Auswahl in der Display-Gestaltung von Christine Moldrickx gezeigt wird.
Eröffnung: Montag, 9. August 2010, 20 Uhr
5.11. - 20.11. 2010
NODE10 - Forum for Digital Arts
Eine Veranstaltung des NODE e.V. in Kooperation mit dem Frankfurter Kunstverein und der vvvv group
NODE10 - Forum for Digital Arts" ist zwischen dem 15. und 20. November mit einem umfangreichen Festivalprogramm aus Ausstellung, Symposium und Workshops zu Gast im Frankfurter Kunstverein. Ziel des intermedialen Forums ist der grenzüberschreitende Austausch zwischen interaktiven Medien, digitaler Kunst und generativem Design. Im Fokus der diesjährigen Veranstaltung steht die Untersuchung kultureller Konsequenzen einer postindustriell technisierten Gesellschaft. Die Ausstellung abstrakt Abstrakt - die systematisierte Welt" vertieft dabei den Diskurs um Technologie und Gesellschaft. Dabei werden unter dem Titel abstrakt Abstrakt" Arbeiten gezeigt, die in unsere Lebenswelt eingreifende Abstraktionssysteme, wie beispielsweise den Prozess von digitaler Bilderzeugung unter Ausschöpfung der Gestaltungsspielräume der Softwaretechnologie, lesbar machen.
Vertiefend hierzu stellen sich in Vorträgen mit anschließendem Symposium, internationale Künstler, Kulturschaffende und Technologen aktuellen und grundsätzlichen Themen im Spannungsfeld zwischen Kunst, Technologie und Gesellschaft. Die vvvv group stellt für das Forum ein umfangreiches Programm aus Fach- und Einsteigerworkshops für ein breites Spektrum von Anwendern zusammen. In den Workshops werden konkrete Hard- und Softwarelösungen, sowie neue Ideen und Konzepte für mediale Installationen aufgezeigt und diskutiert.
NODE e.V. i.G. macht es sich zur Aufgabe, digitale Kultur in Kunst, Gesellschaft, Wissenschaft und Forschung zu fördern. Dem Verein werden Mitglieder der vvvv Entwickler- und Benutzergemeinschaft angehören. VVVV ist ein Softwareprojekt, das als grafische Programmiersprache für Medieninstallationen bei einer Vielzahl von Gestaltern, Künstlern und Agenturen Anwendung findet. Für die Entwicklung von vvvv zeigt sich die vvvv group verantwortlich.
Kuratoren der Ausstellung: Eno Henze, Marius Watz
Kuration der Workshops: Jörg Diessl (vvvv group)
Veranstalter: NODE e.V. in Kooperation mit dem Frankfurter Kunstverein
Weitere Informationen / Kontakt: NODE e.V. (in Gründung); http://node.vvvv.org
11.12. 2010 - 13.02. 2011New Frankfurt Internationals
Eine Kooperation zwischen dem Frankfurter Kunstverein, dem MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main und dem Portikus/Städelschule
Kunst, Künstler/innen und deren Schaffensprozesse sind ein wichtiger Bestandteil der Identität Frankfurts. Mit mehr als 1.000 in der Stadt lebenden Künstler/innen, über 200 Atelierräumen, einer breiten Landschaft an Museen, Ausstellungsorten und Kunstförderern sowie der international profilierten Städelschule ist Frankfurt am Main ein Hot Spot" des Betriebssystems Kunst. Die Ausstellung New Frankfurt Internationals" möchte dem in der Stadt vorhandenen künstlerischen Potential Rechnung tragen. Sie konzentriert sich auf Arbeiten von Künstler/innen, die in Frankfurt am Main und Umgebung leben und/oder hier studiert haben (an der Staatliche Hochschule für Bildende Künste - Städelschule, Frankfurt am Main, an der Akademie für Bildende Künste in Mainz oder an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach) - und nun zum Teil auch schon zu den "New Internationals" im Kunstbetrieb gehören. New Frankfurt Internationals" wird zeitgleich im Frankfurter Kunstverein, dem MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, dem Portikus und der Städelschule gezeigt. Für jeden der vier Präsentationsorte werden thematische Klammern entwickelt, die unterschiedliche Aspekte des Lebens und Arbeitens in Frankfurt und Umgebung aufgreifen.
Kuratoren: Lilian Engelmann, Jonas Leihener, Bernd Reiß
Ausstellungsorte: Frankfurter Kunstverein, Steinernes Haus am Römerberg, Markt 44, 60311 Frankfurt am Main; MMK Museum für Moderne Kunst, Domstraße 10, 60311 Frankfurt am Main; Portikus, Alte Brücke 2 Maininsel, 60594 Frankfurt am Main, Staatliche Hochschule für Bildende Künste - Städelschule, Dürerstraße 10, 60596 Frankfurt am MainEröffnung: 10. Dezember 2010