german galleries / index cities / index galleries / index artists / index Wuppertal


Galerie Epikur

Friedrich-Ebert-Straße 152 A
42285 Wuppertal
Tel. 0202 - 89 96 05 (Büro); 0202 - 88 70 11 (Galerie); Fax 0202 - 8 31 67
Di - Fr 14 - 19 Uhr, Sa 11 - 15 Uhr und nach Vereinbarung
info@galerie-epikur.de
www.galerie-epikur.de
aktuelle Ausstellung / current exhibition
vorausgegangene Ausstellung / previous exhibition

 

3.10. - 8.11. 1997


Helge Hommes

Begrünungen



Till Hausmann

Circle Plant

 

 

Helge Hommes, "Begrünungen 6; 96",
155 x 300 cm, 1996

 

Wer sich an die Ausstellung "Ausgrabungen" von Helge Hommes im Sommer 1995 in der Galerie Epikur erinnert, in der Zeichnungen seiner Kinder, Industrieabfälle, Schlacke und Asche auf der Leinwand verarbeitet wurden, wird von seinen neuen Bildern überrascht sein. Nichts erinnert mehr an die reliefartigen, materialbehafteten Bildoberflächen der früheren Jahre. Fahle, graugrüne Farbstreifen ziehen sich jetzt über die Leinwände.

Aus Übermalungen früherer Bilder entstanden, hat sich in seinen neuen Arbeiten der Gestus des Zumalens und Zudeckens verselbständigt. Was als Akt des Zerstörens begann, entwickelte sich zu eigenständiger Ausdrucksform, zu neuer schöpferischer Kraft. Grün als Hoffnungsfarbe kann bei Helge Hommes auch ganz konkret dafür angesehen werden, daß etwas Neues entsteht.

Seine "Begrünungen" sind reine Malerei, es sind Kraftlinien, die die Leinwand überziehen, Energieströme, die sich einem spontanen Malgestus, einer momentanen Aktion verdanken. Flüchtigkeit und Dauer, Gerichtetheit und Zufall, Kontrolle und Spontaneiität kennzeichnen deshalb die neuen Bilder von Helge Hommes. Im Spannungsfeld dieser Kontraste entwickelt sich eine Malerei, die Bewegung als bildkonstituierendes Element, die Leben als Energiestrom thematisiert.

 

"Cirele Plant", das sind sechs kreisförmig angeordnete und grob bearbeitete Platanenstämme; derb-massige topfpflanzenartige Skulpturen von bewußt-naiver Expressivität. Es ist dies wohl die spektakulärste Arbeit von Till Hausmann, Meisterschüler von Alfonso Hüppi an der Düsseldorfer Kunstakademie.

Die Metamorphose vom Baum zur Pflanze ist nicht nur ein künstlerischer Akt, sondern auch eine "ökologische Demonstration" (Stefan von Wiese): die sechs alten Platanen fielen einem Erweiterungsbau am Düsseldorfer Rheinufer zum Opfer. Till Hausmann rettet sie auf seine Weise, indem er sie "rekultiviert", sie aus dem Naturkontext in einen Kunstkontext überführt. Aus der toten Substanz bricht eruptionsartig neues Leben hervor.

Holz als bildhauerisches Material ist ein Werkstoff mit langer Tradition. Es ist für Till Hausmann das plastische Element, welches ihn am intensivsten zu künstlerischem Eingreifen anregt, ob als Platanenstamm oder Sägereststück, als ausgemusterte Sprungbrettlatte oder Obststeige, wie in seinen jüngsten Arbeiten. Hausmann löst das gewachsene oder zusammengefügte Holz aus seinem angestammten Kontext und bringt es in eine neue, vom ursprünglichen Cegenstand abstrahierte Konstellation. Kunstharz (Polyurethan) dient ihm dabei als verbindendes und gleichzeitig verfremdendes Element. Aus seiner Verwendung erwächst den Arbeiten ein zusätzliches Spannungselement in der Kontrastierung von Rohheit und Glätte, Archaik und Modernität, Naturnähe und Abstraktion.

 

Ulrike Becks-Malorny

 

 

german galleriesindex citiesindex galleriesindex artists