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Galerie Epikur

Friedrich-Ebert-Straße 152 A
42285 Wuppertal
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18.10. - 21.11. 1998


Nan Goldin

Memories are made of this

anläßlich des Jubiläums von Pina Bausch

"Bilder zu machen ist für mich eine Art, jemanden zu berühren, eine Form von Zärtlichkeit. Ich schaue mit einem warmen, nicht mit einem kalten Auge. Ich analysiere nicht, was vor sich geht - ich fühle mich schlicht von der Schönheit und Verletzlichkeit meiner Freunde und Freundinnen inspiriert."

Nan Goldin wurde 1953 in Washington geboren. Sie wuchs in Boston auf. Von ihrem sechzehnten Lebensjahr an beschäftigt sie sich mit der Fotografie. Seit 1978 lebt sie in New York. Ihre berühmte Dia-Schau Die Ballade von der sexuellen Abhängigheit, die 700 Dias mit Musik umfaßt, wurde immer wieder neu überarbeitet und in Galerien, Kinos, Museen, Film-Festivals in Amerika und Europa gezeigt. Sie erschien 1986 auch als Buch unter dem selben Titel.

Mit achtzehn begann Nan Goldin ihre weitverzweigte "Familie" zu fotografieren, das Leben ihrer "Family of friends" in Boston, New York, London, Berlin und Mexiko in allen Details festzuhalten, um die "wirkliche Erinnerung" nicht zu verlieren. Durchgehendes Thema ihrer Farbfotos (von Männern, Frauen, Kindern, allein, in Gruppen, als Paar) ist die Frage nach dem Wesen unserer Beziehungen, unserer Wünsche und Bedürfnisse nach emotionalen, nach erotischen Kontakten - aufgezeigt vor dem oft desolaten Hintergrund eines Hotelzimmers, einer Bar, eines Waschraums. Dabei nimmt sich die Fotografin selbst nicht aus, wie zahlreiche Selbstportraits eindrucksvoll zeigen: sie vermittelt diese Welt als ihre eigene, unmittelbar und bewußt erlebte Geschichte, und nirgendwo liefert sie die Menschen ihrer Umgebung der Kamera aus, sondern erreicht, daß ein ehrliches, ein wirkliches Bild des Augenblicks entsteht.

Ihre Fotografien wurden in zahlreichen Ausstellungen in den USA, in Japan ebenso wie in Europa gezeigt. Darüberhinaus wurden sie auch in zahlreichen Anthologien und Zeitschriften publiziert. Nan Goldin erhielt für ihre Arbeit mehrfach Preise und Stipendien, so lebte und arbeitete sie 1991 und 1992 auf Einladung des DAAD in Berlin.

Die in dieser Ausstellung gezeigten Arbeiten waren Teil von Nan Goldins großer Einzelausstellung im New Yorker Whitneymuseum 1996, die Auswahl für Wuppertal wurde auf Bitte der Fotografin von Pina Bausch selbst getroffen.

 

Für Pina Bausch

Ich traf Pina Bausch zuerst über Peter Kowald, den Jazz Musiker, in Wuppertal. Ich hatte schon eine Aufführung gesehen und danach wurde ich ein standhafter Fan ihrer Arbeit. In dieser Zeit hatte ich das Privileg, bei einigen der Proben des Ensembles dabei zu sein, und ich verbrachte einige wilde Nächte mit ihnen in der Bar nebenan. Während der Aufführungen in New York haben einige Mitglieder des Tanztheaters 1984 und 1985 bei mir in meinem Loft in der Bowery gewohnt.
Ich habe immer eine tiefe Verbindung zwischen Pinas Vorstellungsweise, zwischen ihrer Vision und meiner Arbeit empfunden; die Mühen um Zweierbeziehungen und Intimität, die fließenden Grenzen zwischen den Geschlechtern, die Kämpfe der Geschlechter untereinander, die bedrängende Zerissenheit und Unberechenbarkeit der menschlichen Natur und die existenzielle Einsamkeit, Mensch zu sein.
Da ich viele ihrer Aufführungen in New York und in Europa erlebt habe, bedeutet Pina Bausch für mich als Künstlerin seit vierzehn Jahren eine fortwährende Inspiration.

Nan Goldin

 

Es erscheint ein Katalog.

Am 30.10. 1998, 20 Uhr, spricht Oliver Zybok zu den Arbeiten von Nan Goldin
Anschließend Gesprächsrunde, Moderation: Ilske Konnertz

 

 

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