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Galerie Dorn

Planckstraße 123
70184 Stuttgart
Tel. 0711 - 46 32 80, Fax 0711 - 48 58 03
oder (außerhalb der Geschäftszeiten):
Tel. / Fax 0711 - 640 89 97
Di - Fr 16.00 - 19 Uhr, Sa 10 - 13 Uhr,
sonst jederzeit nach Vereinbarung
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23.1. - 14.3. 1998

193. Ausstellung der Galerie Dorn


Rolf Cavael

zum 100. Geburtstag

Retrospektive mit Ölbildern, Zeichnungen und Graphiken

 

Cavael-Ausstellung der Ostdeutschen Galerie Regensburg

 

Zur Ausstellung: Am 27. Februar 1998 wäre Rolf Cavael 100 Jahre alt geworden. Sein Lebensweg ist bemerkenswert und schicksalhaft.

Als Sohn eines Architekten und Studienrates wird er in Knigsberg geboren. Seine Mutter, Magdalene Cavael, ist eine ausgebildete Violinistin. 1907 stirbt sie. Rolf Cavael kommt zu den Großeltern nach Straßburg. Der Vater siedelt 1911 mit ihm nach Oberschlesien über. Dort bekommt Rolf Cavael Geigenunterricht, wird Mitgl. des Schulorchesters und geht mit diesem auf Tourneen. 1914 fällt sein Bruder im 1. Weltkrieg. Von 1915-18 muß auch Rolf Cavael als Soldat zum Kriegseinsatz, erleidet den harten Stellungskrieg in Flandern und erkrankt schwer. 1918 Kriegsende. 1920-23 Arbeit als Kameramann und Aufnahmeleiter in Berlin.

1923 Besuch der Kunstschule. 1924-26 Studium der angew. Graphik am Sätdel, Frankfurt (finanziert mit der Hilfe seiner Tante und eines Stipendiums). 1925-33 Werbegraphiker in Frankfurt u. Berlin. 1926-31 bekleidet Cavael ein Lehramt für angewandte Grafik in Frankfurt a.M. 1925 erste konstruktivistische Zeichnungen. 1929 stirbt sein Vater. Am 16.7.1929 lernt er seine große Liebe und spätere Frau Dorothea Schemel kennen. 1930 Heirat und Umzug nach Berlin. Hier läßt er sich als freier Maler (der "absoluten Malerei" ohne jeglichen gegenständlichen Bezug) nieder.

1931 erste pers. Kontakte zu Kandinsky. Durch die Musik wird Cavaels Malerei schöpferisch beeinflußt. 1933 wird die gemeinsame Ausst. mit Josef Albers in Braunschweig aus polit. Gründen geschlossen. Mal- u. Ausstell.-Verbot. 1933 Geburt d. ersten Tochter. 1934 Übersiedlung nach Bayern. Dorothea Cavael muß mit ihrer Arbeit den Lebensunterhalt sichern. Trotz Malverbot findet Cavael zur Stilsicherheit (ist aber auch weiterhin als Werbegraphiker, u.a für die Olymp. Spiele 1936, tätig). 1936 Festnahme und neunmonatige Inhaftierung im Konzentrationslager Dachau. Beschlagnahme und Zerstörung eines Großteils seiner Bilder. Geburt der 2. Tochter. 1937 Entlassung aus der Gestapohaft. 1938-39 kaufm. Tätigkeiten, aber auch Weiterbildung seiner Kunst. 1944 Übersiedl. in das neue Atelier in Garmisch. 1945 Kriegsende. 1947-56 betreiben Rolf und Dorothea Cavael ein Kino.

1949 Vorträge und Teilnahme an der Ausstellung "Deutsche Malerei u. Plastik d. Gegenwart, Köln 1949". Er lernt die Maler Hartung u. Trier kennen und begegnet erstmals Bildern von Berke und Fassbender. Otto Stangel zeigt Cavael in München.

1949 Gründung der Gruppe ZEN 49 mit Baumeister (als Protektor). Die Gründungsmitglieder: Cavael, Fietz, Geiger, Hempel, Meier-Denninghoff und Winter. 1950 erste Ausst. der Gruppe ZEN 49 in München. 1954 Umzug nach München u. Ausst. in der Parnass-Galerie, Wuppertal. 1955 Gastprof. in Hamburg. 1956-73 Lehrtätigkeit an der VHS. München. 1957 Kunstpreis d. Stadt München, Teilnahme am deutschen Beitrag d. 29. Biennale Venedig. 1958 Preis d. Intern. Graphikausst., Grenchen-CH. 1963 Gemeinschaftsausst. Gran Guardia, Verona, I. Cavael macht viele intern. Reisen. 1964 erste Monographie. 1968 Ehrenmedaille "München leuchtet". 1974 Umzug in eine neue Atelierwhg, in München. 1978 Verdienstkreuz 1. Klasse d. BRD, Ausst. und Verleihung des Lovis Corinth Preises in Regensburg, 1. Retrospektive Lehnbachhaus, München. Am 6. November 1979 stirbt Rolf Cavael in München.

Rolf Cavael war mit dem Ehepaar Dorn freundschaftlich verbunden und wurde bei Galerie Dorn 1973 mit d. Ausst. zum 75. Geburtstag erstmals in Stgt gewürdigt. Und auch 1980, 1985, 1988, sowie 1991, anlässlich der Buchneuerscheinung von Prof. Günther Wirth zu Cavaels Druckgraphik, mit Einzelausstellungen geehrt.

Bibliographien u.a.: Brockhaus-Enzyklopädie; Kindlers Malereilexikon; Herder Enzyklopd. d. Malerei; Kunst in d. BRD 1945-85, Berlin; U. Geiger, Cavael Frühw. 1925-50; G. Wirth, Cavael Zeichnungen; Edition Scheffel, Ostdeut. Museum Regensburg.

Wir laden Sie und Ihre Freunde und Bekannten zur Eröffnung herzlich ein.

Eröffnung: Freitag, den 23. Jaunar 1998 um 20 Uhr

Einführungsrede: Prof. Dr. Helge Barthelt

 



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