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Galerie Dorn
Planckstraße 123
70184 Stuttgart
Tel. 0711 - 46 32 80, Fax 0711 - 48 58 03
oder (außerhalb der Geschäftszeiten):
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Di - Fr 16.00 - 19 Uhr, Sa 10 - 13 Uhr,
sonst jederzeit nach Vereinbarung
aktuelle Ausstellung / current exhibition
vorausgegangene Ausstellung / previous exhibition
19.6. - 8.8. 1998
195. Ausstellung der Galerie Dorn
Hubert BerkeKlee-Schüler und Individualist der Gruppe Zen 49 und des Informel
Gemälde und Arbeiten auf Papier und Kleinplastiken
sowie
Sonderausstellung ZEN 49Eine Auswahl der Künstlermitglieder
Hubert Berke (1908 - 1979) war ein begabter Schüler von Paul Klee. Sein stilsicheres und erfinderisches Kunstschaffen lagen in seiner Natur. Voller Neugier und mit großer Tatkraft entwickelte er seinen herausragenden Stil. 1933 zog er nach dem Lehrverbot Klees an der Düsseldorfer Akademie nach Köln. Dort hatte er 1936 die erste große Einzelausstellung im Wallraf-Richartz-Museum, Köln. Ein großer Erfolg und schon frühe Anerkennung für diesen noch jungen Künstler.
Privat fand Berke seine große Liebe in Brunhilde Hoppe, und Trauung war im Jahr 1937. Mit ihr unternahm er sein Leben lang viele Reisen, so u.a. nach Spanien, Nordafrika, Syrien, Griechenland und Frankreich. Die dort gewonnenen Natur- u. Kulturerfahrungen flossen stets ein in seine Kunst und bleiben immer spürbar.
1940 erhält Berke ein Stipendium der Stadt Köln. Die zunehmenden Kriegswirren machten seiner Karriere jedoch bis 1946 (Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft) ein jähes Ende. Die "Alfterer Donnerstagsgesellschaften'' sind 1947 u.a. der Neubeginn für die künstlerisch geistige Identifikation des Rheinlandes. Berke hatte großen Anteil daran. 1948 Verleihung des Corneliuspreises, Düsseldorf. 1950 wird Berke mit dem wichtigen "Preis des Jungen Westens" der Stadt Recklinghausen ausgezeichnet. Bis dahin hatte sich Berke über die Figuration hin zur geometrischen Abstraktion entwickelt, und über die "Anschauung" des Jazz eine emotionale, rhythmische, improvisierende Leichtigkeit in seine Malerei gebracht, die fortan stilerkennend für seine Kunst ist. Um 1954 entstanden kinetische und benagelte Skulpturen. Anregungen fand er bei fremden Kulturen, aber auch bei Max Bense in den Schriften zu "Technik und Ästhetik".
1951 wird Berke Mitglied der Gruppe ZEN 49, ein nach geistiger- und künstlerischer Erneuerung suchender loser Zusammenschluß unterschiedlichster Künstlerpersönlichkeiten (Ackermann, Baumeister, Cavael, Fietz, Geiger, Meier-Denninghoff, Sonderborg, Thieler, Winter u.a.). Berke hatte schon sehr früh die geistigen und künstlerischen Inhalte der fernöstlichen Zenkultur studiert. Er partizipierte von dieser Auseinandersetzung und die gewonnenen Erkenntnisse flossen ein in seine Weltanschauung und sein Handeln. 1957 bezieht er mit seiner Frau ein Atelierhaus bei Köln, und brachte dort diese Neuerungen erstmals auch grandios in die Gartengestaltung mit ein.
1953 Ausstellung II. Biennale, Sao Paulo.
1959: II. Documenta, Kassel und Museum of Modern Art, Tokyo.In Berkes Kunst wurden scripturale, tachistische Formulierungen immer wichtiger. Das Informel ist der neue Stilbegriff dieser Weiterbildungen. Für Berke aber blieb die Landschaft immer elementarer Ausgangspunkt seiner Weltanschauung und seiner Kunst. Davon zeugen besonders die Serien "Sylt" u. "Syrien". Es entstanden Papierarbeiten von feinfarbiger, haptischer, delikater Art. Hier kommt u.a. ein Gestaltungselement wieder zum Vorschein, das er schon in den 50iger Jahren anwandte: das teilweise Herausreißen bzw. Freistellen von Malfläche. 1960 nahm Berke den Lehrstuhl für "Freihandzeichnen und Aquarellieren" in Aachen an. Auszeichnungen und Preise, so der Große Kunstpreis der Stadt Köln 1961, und viele Ausstellungen in Galerien, auf Kunstmessen, und 1992 im Von-der-Heydt-Museum, Wuppertal, würdigen ihn als bedeutenden und stilweisenden Künstler.
Die Galerie Dorn ist froh, diese Einzelausstellung ausrichten zu können, hat sie doch in den letzten Jahren immer wieder Arbeiten von Hubert Berke in vielen Ausstellungen präsentiert.
Dank an die immer charmante und hilfsbereite Frau Berke, die uns ihr Vertrauen und die Bilder gab. Dank auch an Herrn Dr. Teuber, der uns spontan zusagte für die Einführungsrede, und der als besonderer Kenner der Gruppe ZEN 49 gilt (1986 Kurator der einzigartigen Ausstellung "ZEN 49, Die ersten zehn Jahre - Orientierungen" ).
Im Obergeschoß zeigen wir ergänzend eine Auswahl von Künstlern der Gruppe ZEN 49: Max Ackermann, Willi Baumeister, Julius Bissier, Rolf Cavael, Erich Fuchs, Hans Hartung, Wilhelm Imkamp, Matschinsky-Denninghoff, Emil Schumacher, Fred Thieler, Fritz Winter, u.a. mit Arbeiten auf Papier und Leinwand.