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Galerie Dorn

Planckstraße 123
70184 Stuttgart
Tel. 0711 - 46 32 80, Fax 0711 - 48 58 03
oder (außerhalb der Geschäftszeiten):
Tel. / Fax 0711 - 640 89 97
Di - Fr 16.00 - 19 Uhr, Sa 10 - 13 Uhr,
sonst jederzeit nach Vereinbarung
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3.4. - 30.5. 1998

194. Ausstellung der Galerie Dorn

 

Willi Baumeister

Gemälde und Arbeiten auf Papier

 

Zur Ausstellung:

Innovative Ideen entwickeln sich u.a. aus spontanen Sinnesreizungen, Problemstellungen oder in kritischer verbaler Auseinandersetzung. Dies hat meist zur Folge, das sich Gruppen bilden die sich einer Idee verschreiben um diese zu erforschen und zu entwickeln. Oder herausragende Persönlichkeiten streitbarer, oder friedfertiger Naturen wirken mit ihren veröffentlichen Werken auf das bestehende Wissen und Regelwerk so massiv ein, daß sie Mittelpunkt einer neuen Bewegung und Bezugsperson werden. In der deutschen Stilgeschichte waren dies sicherlich Baumeister, Kandinsky, Hölzel. Für verbale und vergleichende Auseinandersetzungen braucht es Treffpunkte, die offizell an den Akademien eingerichtet waren. In Stuttgart gab es noch zwei besonders beliebte Plätze: das Restaurant Bubenbad und das Mineralbad Berg. Es trafen sich die Sammler (Dr. Dominik), Buchhändler, Verleger (Ledig-Rowohlt) und Künstler.

Max Ackermann (1887-1975) ein Entarteter während der Nazi Herrschaft, war A. Hölzel-Schüler u. fand bereits in den frühen 30iger Jahren zur Abstraktion. Seine unverkennbare Kunst d. "Polarität u. Synthese" (MA.) kreist um musikalische, frabharmonische Klänge. Thematisiert wurde auch das Motiv "Überbrückte Kontinente" über die Begeisterung durch Seheerfahrungen beim Fliegen.

Wili Baumeister (1889-1955) war ebenfalls Hölzelschüler. Ab 1920 Entwickelung er seine charakteristischen "Mauerbilder" u. Folgen typischer Themenbilder angeregt durch Schlemmer wie Maler m. Pallette u. Sportbilder. Auch er galt als Entartet. 1946 Berufung an die Stgt. Akademie. 1947 Veröffentlichung seiner Schrift "Das Unbekannte in der Kunst". Baumeister war auch ein hervorragender u. stilweisender Grahpiker, besonders die seit den 50iger Jahren entstehenden Siebdrucke setzen Maßstäbe. Zeichnungen (in Zyklen) wie z.B. "Gilgamesch" belegen seine Grandiosität in der Einfacheit u. der zeichnerischen Lyrik.

Bernd Berner ( *1930) war Baumeister-Schüler. Er gilt als typischer Vertreter der "Lyrisch Abstrakten Formensprache" und ist Mitbegr. der Gruppe Syn in den 60iger Jahren, die in Opposition zur Neo-Dada und Popart stand. Er erschafft eine stille, farbige und verinnertlichte Kunst.

Karl Bohrmann ( *1928) war 1948/49 Schüler von Baumeister. 1972-80 war er als Kunstlehrer am Sätdel in Frankfurt tätig. Seine Grandiosität wird in der Zeichnung, einer intuitiven, aus Erinnerung u. Realem wachsenden Gestaltung sichtbar.

Peter Brünig (1929-1970) studierte 1949-52 unter Baumeister in Stgt, lebte dann zwei Jahre in Paris und war seit 1969 Prof. d. Düsseldorfer Akademie. Seine typischen tachistischen, skripturalen Bildfindungen gab er in den 60igern auf für eine der PopArt zugewandten Kunst u. gilt mit Winfred Gaul als der Vertreter der Signalkunst.

Walter Dambacher (1911-1997) dessen Freundschaft zu Baumeister in den Kriegswirren begann und im Restuarnt Bubenbad pflegte, entwickelte sich aus seiner frühen Phase d. Abstraktion u. Informels hin zu seinen meditativen, lichten Farbflächengefügen.

Winfred Gaul (*1928) studierte u.a. 1950-53 in Stgt bei Baumeister. In den 50iger Jahren gründet er mit Brüning u. Hoehme u.a. die Gruppe 53. Als Individualist entwickelt er aus dem Informel die Malerei d. "Farbmanusskripte" u. "Farbmarkierungen". Seit den 70ger Jahren gilt er als einer der wichtigsten Vertreter der Signalkunst. Im Nov. 1998 wird Gaul u.a. bei Gal. Dorn m. einer Einzelausst. zum 70. Geburtstag gewürdigt.

K. O. Götz (*1914), befreundet seit den Kriegswirren mit Baumeister 1952. Gründungsmitgl. d. Gruppe Quadriga. Götz lehrte seit 1959 in Düdorf an d. Akademie. Seine Experimentierfreude führt ihn zu der typischen großzügigen Malerei kühner Gesten, konzentriert,vital und kraftvoll.

K. J.-Fischer (*1930) Studium 1950 bei Baumeister. Anfangs ein abstrakter Maler, ähnlich ausgerichtet wie Gaul. Gründungsmitgl. d. Gruppe Syn. Seit 1975 wieder an d. surreale Frühzeit ausgerichtete Malerei der Figuration.

Eduard Micus (*1925) Baumeister Schüler 1948-52. Seine Bildfindung der Zweiteilung u. Polarität sind spannungsreiche sensible Werke. Mitgl. d. Gurppe Syn. Seit 1985 vermehrt wieder Collagen auch mit Fundstücken.

Otto Ulmer (1904-73) Autodidakt. Um 1950 regelmäßige Treffen mit Baumeister. 1958 findet er seinen persönl. Stil in verblüffenden Collagen u. Materialbildern


Der Schwerpunkt dieser Ausstellung wurde subjektiv zusammengestellt und soll die künstlerische Haltung der ausgewlten Künstler mit ihren überragend Werken bewußt machen.

 

Wir laden Sie und Ihre Freunde und Bekannten zur Eröffnung herzlich ein.

Eröffnung:

Freitag, den 3. April 1998 um 20 Uhr

Einführungsrede:

Prof. Günther Wirth

 



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