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Galerie Conrads

Lindenstr. 67
0233 Düsseldorf-Flingern
Tel. 0211 - 323 07 20 und 0172 - 847 90 22; Fax 0211 - 323 07 22
mail@galerieconrads.de
Di - Fr 11 - 18 Uhr, Sa 12 - 16 Uhr
www.galerieconrads.de
aktuelle Ausstellung / current exhibition
vorausgegangene Ausstellung / previous exhibition

 

29.05. - 29.07. 2006

cross the line

extended drawings

Stephen Brande - Jan Broko - Blaise Drummond - Katja Eckert - Catharina van Eetvelde - Jana Gunstheimer - Dieter Mammel - Anja Schrey - Jelena Tomasevic

Crossing the line bezeichnet in der Terminologie des Films das Überschreiten einer gedachten Linie und sollte beim Positionswechsel der Kamera vermieden werden. Da der Achsensprung den kohärenten Rezeptionsablauf unterbricht und beim Betrachter zu Irritationen führt.
Zeichnungen, die die Grenzen des Mediums überschreiten, führen zu Irritationen, die als neue Qualität zur Beschäftigung mit dieser Darstellungsform auf-fordern. Dass die Zeichnung in den letzten Jahren erheblich an Aufmerksamkeit gewonnen hat, spiegelt die aktuell intensivierte Auseinandersetzung vieler Künstler mit den Möglichkeiten des Mediums wieder.
Die Wesensmerkmale der Zeichnung wie Spontaneität des Ausdrucks, Authentizität, das unmittelbare Erfassung einer Idee und einfache unverstellte Verfügbar-keit werden neu bewertet auch vor dem Hintergrund der entpersoni·zierten digitalen Bilder·ut in den Medien und der künstlerischen Photographie.
Das Spektrum der Zeichnung reicht vom klassischen Din-Format des Skizzenblocks bis zur wandfüllenden Lineatur. Sie hat sich in vielen Fällen von Papier und Bleistift verabschiedet und zeigt wie kein anderes Medium Wandlungsfähigkeit und gattungsübergreifendes Arbeiten.
Zu dieser Ausstellung haben wir KünstlerInnen eingeladen, die in unterschiedlicher Weise grenzüberschreitend mit Zeichnung umgehen.
Stephen Brandes' detailreiche Zeichnungen speisen sich aus vielfältigen Quellen wie mittelalterlicher Kartographie, Märchenillustrationen des 19. Jahrhundert und amerikanischen Comic Strips. Wir zeigen von ihm das großformatige Werk "Angstlustbaum". Es war erstmals auf der letzen Biennale von Venedig aus- gestellt. Eine feine, endlose, rote Lineatur wächst sich zu einem gigantischen Baum aus Geschichten, Orten und Figuren aus. Gezeichnet auf PVC-Auslegeware, deren Ober·äche ­ ein Steinimitat ­ zu dem Marmor überladenen Ausstellungsbereich des venezianischen Palazzos in einen ironischen Dialog trat.

 

Eröffnung: 27. Mai, 2006, 18 ­ 21 h

 

Jan Brokhof
Jugendzimmer (Detail)
2005
Holzschnitt/Installation
262 x 310 x 368 cm

 

Katja Eckert
Ohne Titel
neun digitale Zeichnungen, auf Fotopapier
à 85x124 cm

Blaise Drummond
Drop City Shelter
2005
oil & collage on canvas
127 x 167,5 cm

 

Dieter Mammel
Der Sprung
2003
watercolor on paper
80 x 100 cm

 

 

Jelena Tomasevic
Joy of life
2006
mixed media
77 x 95 cm



 

Anja Schrey
Hockende III
2006
crayon on paper
340 x 240 cm

 

 

Stephen Brandes
Der Angstlustbaum
2005
oil and permanent marker on vinyl
230 x 305 cm

 

 

Jana Gunstheimer
The wrong place
2006
watercolor, 6 parts
43x35,5 ­ 26,5x26 ­ 43,8x40,5 ­ 62x108 ­ 40x34 ­ 31x25,2 cm

 

 

Catharina van Eetvelde
undrawn, unit 2 - detail
2005
watercolour on paper
56X76cm

 

 

Stephen Brandes *1966 in Wolverhampton, U.K.
2006 RHA Gallagher Gallery, Dublin (Solo with catalogue)
West Cork Arts Centre (Solo), Ireland
2005 Irish Pavillion, 51st Venice Biennale, Italy
Travelogue, Rubicon Gallery, Dublin (Solo)
C2, Crawford Municipal Gallery, Cork, Ireland
2004 Tir na nOg, Irish Museum of Modern Art, Dublin
The Retreat, City Limits, Melbourne
ArtFutures, Contemporary Art Society, City of London School, London
Drawn, Schick Gallery, Skidmore College, Saratoga Springs, New York
Stephen Brandes

Jan Brokhof, der in einer heute nicht mehr existierenden Plattenbausiedlung nahe der polnischen Grenze seine Kindheit verbracht hat, bildet im Maßstabe 1:1 sein altes Jugendzimmer nach. Mittels Holzschnitt hat er in schwarzweiß die gesamte Einrichtung mit ihren charakteristischen Ober·ächen, sowie Dekorati-onen und Fensterausblick nachgebildet und in einem Holzkubus aufgebracht, in den man hineintreten kann. Ein Stück Erinnerungsarbeit, bei die verwendete traditionelle Drucktechnik zu einem wirkungsvollen Verfremdungseffekt führt.
Die Bilder des irischen Künstlers Blaise Drummond beschäftigen sich mit der Verbindung von Natur und modernistischer Architektur. Seine sparsam eingesetz-ten Bildmittel wie Farbe, Collage und Zeichnung auf weißem Grund verstärken den thematischen Gegensatz und formulieren dennoch eine romantische Idee des Unisono. In der Galerie wird er eine Wandinstallation mit der Kombination von Bild, Zeichnung und Wandmalerei ausführen.
Katja Eckerts Bilder erscheinen beim ersten Betrachten wie unscharfe Fotogra·en, die in nuancierten Farbabstufungen changieren. Es handelt sich jedoch um Zeichnungen, die mit Hilfe eines Gra·ktabletts und einem Bildbearbeitungsprogramm am Computer entstehen. Der Schritt, keine vorgefundenen Bilder zu über-arbeiten, sondern die digitalen Gestaltungsmöglichkeiten unmittelbar im zeichnerischen Sinne zur Realisierung eigener Bildvorstellungen zu nutzen, zeigt den innovativen Umgang mit einem bereits bekannt geglaubten Medium. Katja Eckert führt uns in eine Welt die den bedrohlichen mit geheimnisvoller Bedeutung aufgeladenen Filmbildern eines David Lynch ähneln.



Blaise Drummond * 1967
solo exhibitions
2006 Musee de l'Abbaye Sainte-Croix,
Les Sables d´Olonne, France
Butler Gallery, Kilkenny Castle, Kilkenny, Ireland
PERUGI artecontemporanea, Padua
2005 Adventures in Contentment Aliceday, Brussels
Western Parkway, Blancpainstepczynski, Geneva
Its So Hard to be a Saint in the City,
Rubicon Gallery, Dublin
2002 Stedelijk Museum, Aalst, Belgium
group exhibitions
2005 Contemporary Art from Ireland, European
Central Bank, Frankfurt
2004 John Moores 23, Walker Art Gallery, Liverpool
2002 No Object, No Subject, No Matter...,
Irish Museum of Modern Art, Dublin

Katja Eckert *1976
solo exhibitions
2003 Soziales, Galerie Dina4 Projekte, München
2005 leaves left, Institut für Moderne Kunst /
Zumikon, Nürnberg group exhibitons
2004 Kleine Formate,
Galerie "Neue Kunst", Mannheim
2005 Punkt und Linie, Fläche und Raum,
Overbeck-Gesellschaft, Lübeck
2006 Bea Emsbach ­ Katja Eckert,
Galerie May Moré, Madrid
2007 Zeichnung heute V Katja Eckert, Urich Kochinke, Karim Noreldin, Kunstmuseum Bonn

Jan Brockhoff *1977 in Schwedt/O.
2006 heile Welt, Kupferstichkabinett Dresden
2005 Marion-Ermer-Preisträger, HfBK Dresden
neues leben ­ neues wohnen, Kunsthaus Erfurt
Hegenbarth-Stipendiaten, Senatssaal, Dresden
2004 Wohnkomplexe, Galerie für Junge Kunst, Dresden

Catharina van Eetveldes Arbeiten bewegen sich in einem Spektrum von Zeichnung, Malerei, Trick·lm und Installation. Ihre farbigen Zeichnungen auf Papier sind mit der Präzision einer Konstruktionszeichnung mit feinstem Pinselstrich gezogen. Abstrakte Formen, die neben der bildimmaneten Bedeutung eine dem verborgene Funktion zu haben scheinen, verbinden sich mit gegenständlichen Fragmenten und bilden ein Konglomerat geheimnisvoller Bezüge. Freundliche menschenähnliche Wesen, die in nur ihnen bekannten Versorgungssystemen gefangen sind, bevölkern diese sparsam ausgestatteten Orte. Diese im weißen Raum des Bildes schwebenden Formen und Figuren besitzen eine einen solchen Grad der Schwerelosigkeit, dass sie fast gänzlich entmaterialisiert dem Blatt zu entschwinden scheinen. In Ihren Videoarbeiten greift van Eetfelde Elemente ihrer Zeichnungen auf und animiert sie zu Trick·lmen.
Jana Gunstheimer, die ihre Beratungs·rma NOVA PORTA bereits in verschiedenen Ausstellungen vorgestellt hat, treibt ein vielfältiges Spiel mit Wirklichkeit und Fiktion. Ihr bevorzugtes Medium ist das monochromatische Aquarell in einem Ton der zu DDR-Zeiten Normaltinte hieß. Die Aquarelle kombiniert sie in raum-greifenden Inszenierungen mit Scherenschnitten und Objekten wie bei der aktuellen Fallstudie "Über F."
Dieter Mammel zeigt Bilder aus der Werkgruppe "Family Works" mit Motiven aus der eigenen Biogra·e. Wie beim Blättern in einem Familienalbum treffen wir auf vertraute Motive von Kindergeburtstagen, Spaziergängen, Familienfeiern. Er verwendet eine Technik, bei der Malerei und Zeichnung verschmelzen. Aus ·ießenden amorphen Farb·ächen und Drippings kristallisieren sich Motive von fast fotogra·scher Schärfe, vergleichbar mit Erinnerungsbildern, die ungerufen ins Bewusstsein kommen und sogleich wieder verschwinden.



Catharina van Eetvelde *1967 in Gent/Belgium
2006 animated stories, Sala Rekalde, Bilbao
animated stories, Caixaforum, Barcelona
new media, Saint Louis Art Museum
1m show, Galerie Tanit, München
2005 over de mensen en de dingen, Z33, Hasselt
dessins animés, Le Crédac, Ivry sur Seine
Dieter Mammel *1965 in Reutlingen
2006 Thanassis Frissiras Gallery, Athen
Auf eigene Art, Thomas-Mann-Haus, München [g]
2004 Direct Painting, Kunsthalle Mannheim
2003 Kunstmuseum Bonn
Museum am Ostwall, Dortmund
Interfaces Fukumitsu Art Museum, Kyoto [g]
Musée Pierre Noel, Saint-Diè-des-Vosges, Arthouse Tel Aviv [g]
Sonic Self, Chelsea Art Museum, New York [g]
2001 Christopher Cutts Gallery, Toronto
Monique Goldstrom Gallery, New York
1999 Reconzeptualisation of a vision, Goldstrom Gallery
New York [g]
1997 Hans-Thoma-Gesellschaft, Kunstverein Reutlingen
Kunsthalle Göteborg
1996 Goethe Institut, Rotterdam
Jana Gunstheimer *1974 in Zwickau
2006 Stammsitz, Städtische Museen Jena
FALLOUT Cold War Culture,
Mitchell-Innes & Nash, New York
2005 Marion-Ermer-Preis, Oktogon, HdK Dresden
2004 Stammsitz, Galerie im Künstlerhaus 188, Halle
Personen ohne Aufgabe, Kunsthaus Essen
World Watchers. Demokratie. Information. Subjekte. Kunst Haus Dresden,
Galerie für Gegenwartskunst

Anja Schrey wählt als Motiv immer die Selbstinszenierung. Sie zeichnet die eigene Gestalt in immer neuen Haltungen monumentalisiert und fotogra·sch genau mit Farbstiften auf riesigen Papierbögen. Die äußerst detailliert gezeichnete Ober·ächenbeschaffenheit vermittelt eine intensive stof·iche Präsenz des Darge-stellten und schafft einen hohen Grad an Intimität. Zugleich löst das feine Ge·echt des Stifts jede physische Illusion wieder auf.
Das Werk von Jelena Tomasevic haben wir im Pavillon von Montenegro auf der Biennale von Venedig entdeckt und kürzlich in New York wieder gesehen. Unter dem Titel "Joy of Life" installiert sie kleine Leinwände mit narrativen Szenen direkt auf die Ausstellungswände. Die Bilder, obwohl mit Farbe und Pinsel gemalt, behalten alle Elemente der Zeichnung: Betonung der Linie und des graphischen Schwarzweiß, schnelle Erfassbarkeit des Dargestellten und gesteigertem Aus-druck. Ihre Themen sind Gewalt, Isolation und Verletzlichkeit der menschlichen Existenz. Die Inszenierung der nicht aufgespannten Leinwände im Ausstellungs-raum erinnert an eine wild plakatierte Bauabsperrung. Wie zufällig angeordnet verteilen sich die Bilder auf der gesamten Wand·äche. Für ihre eindringlichen Motive ·ndet die Künstlerin damit eine überzeugende Präsentation.
Dank an: Galerie Patrick Baer, Dresden, Dina4 Projekte, München, Rubicon Gallery, Dublin, Galerie Tanit, München

Jelena Tomasevic * in 1974 in Podgorica/Montenegro
2006 Jelena Tomasevic: Joy of Life II,
Thrust Projects, NYC
2005 The Eros of Slight Offence, Pavilion of Serbia and Montenegro at the 51st Venice Biennial
2004 Violenta imaginii, imaginae violenti, I Tinteret Biennial, Bucharest
In the Cities of the Balkans presented at the 4th International Biennial of
Contemporary Art, Cetinje, Montenegro
2003 5th International Biennial of New Art, Vrsac, Serbia
2002 4th International Biennial of Contemporary Art, Cetinje, Montenegro
Anja Schrey *1967 in Viersen
solo exhibitions
2006 Milton Keynes Gallery, Milton Keynes, GB
Face to Face, Hallen für Neue Kunst, Münster
Museum Goslar
2004 Anja Schrey, Junge Kunst, Wolfsburg
Mach mir ein Bild von mir, Kunstverein Bochum
2002 Private Öffentlichkeit, Projekt der Städtischen Galerie im Museum Folkwang, Essen
2001 Big Jim and friends, Förderverein Aktuelle Kunst, Münster
group exhibitions
2005 Neue Malerei aus Düsseldorfer Ateliers,
Museum für zeitgenössische Kunst, Eupen, Belgium
Et le Canard était toujours vivant,
Centre d'Art contemporain, Meymac, France
2004 Madame Réalité, E-Werk Hallen für Kunst, Freiburg
Re: Figurative; Gahlberg Gallery, McAninch
Arts Center, Glen Ellyn, USA
2000 Trendwände, Kunstraum Düsseldorf

 

 

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