german galleries / index cities / index galleries / index artists / index Düsseldorf
Galerie ConradsKronprinzenstr. 9
40217 Düsseldorf
Di - Fr 11 - 18 Uhr, Sa 12 - 16 Uhr
Tel. 0211 - 323 07 20 und 0172 - 847 90 22; Fax 0211 - 323 07 22
mail@galerieconrads.de
www.galerieconrads.de
aktuelle Ausstellung / current exhibition
vorausgegangene Ausstellung / previous exhibition
26.01. - 17.03.2001
Herman de VriesJournale
In unserer dritten Ausstellung mit herman de vries zeigen wir drei vielteilige und umfangreiche Werke, die in den letzten Jahren unter dem gemeinsamen Titel joumale entstanden sind:
diary of a visit to pashupatinath, with some additional facts from kritipur, patan, nogarkot, voira barahin, kathmandu & pokaral january - february 1989
joumal de mouans-sortoux, 1997
joumal d'une visite à L'île ste. marguerite, le 9me avril 1997Jedes Werk zeigt Ausschnitte der Wirklichkeit der genannten Gegend anhand einer vom Künstler angelegten Sammlung von präparierten Pflanzen, Erdausreibungen, Fotografien.
die tagebücher, vom künstler am liebsten journale genannt, bezeugen, daß de vries nicht den regeln der kunst, sondern der in der natur vorhandenen kreativität folgt. es ist interessant zu sehen, wie vielförmig de vries dieses konzept von wirklichkeit, die natur als selbstständiges, im werden und vergehen sich entfaltendes bewußtsein, in seinem werk bis jetzt verfolgt hat. 1970 präsentierte er zum ersten mal die natur als dokument ihrer selbst, als er am Strand der insel mahä im indischen ozean 24 muscheln aufhob und als Sammlung einrahmte. seitdem könnte man formulieren, sammeln und präsentieren der zeugnisse des universellen prozesses der natur sei der grundlegende akt von herman de vries. (...)
eine andauernde faszination, die das zusammenarbeiten mit der natur ausübt, liegt darin, wie herman de vries in diesen sammlungs- und präsentationsakten etwas vermittelt, dem letztendlich überhaupt keine konzeptuelle qualität zugeschrieben werden kann. de vries macht auf diese weise bewußt, daß die konzepte insgesamt menschenwerk sind, daß aber die natur immer konkret ist, unabhängig von menschlichen interpretationen existiert und in sich bedeutungsvoll ist.(...)
jedes seiner journale zeigt nicht das ich-sein eines künstlers, sondern das natur-sein des menschens namens herman de vries. diese journale rufen zur möglichst unmittelbaren korrespondenz auf, regen zum dialog mit der wirklichkeit, zum gewahrsein an. hier laßt sich erklären, warum das wort korrespondenz so schön ist: de vries cor-res-pondit, d. h., die Sachen, die zusammen einer spezifischen landschaft angehören, wiegt er und erwägt er. herman de vries schaut aus irgendeinem fenster hinaus und sieht bewußt sein. *
* Diese Textauszüge sind dem Beitrag die konkrete poesie der landschaft von Cornelis de Boer entnommen, der in Ganze im Ausstellungskatalog herman de vries, die reisejoumale, Kunsthaus Nürnberg, 1999, nachzulesen ist. Die vereinfachte Schreibweise, die auch herman de vries pflegt, wurde übernommen.