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Brandenburgische Kunstsammlungen Cottbus

seit 2009: Dieselkraftwerk Cottbus
über die Brandenburgischen Kunstsammlungen
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19.9. - 7.11.1999


Förderpreisträger 1999 und Stipendiaten 1998 für bildende Kunst des Landes Brandenburg

 

Erstmals in Cottbus werden in diesem Jahr die neuen Förderpreisträger und die Stipendiaten aus dem Vorjahr des Landes Brandenburg vorgestellt. Ausgeschrieben vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur sind Preise und Stipendien, eine fruchtbringende Form der Befrderung vielversprechender Ansätze und Prozesse. Dies hat im Lande inzwischen schon gewonnen, denn die Förderpreise werden (abgesehen von zwei abweichenden Varianten) bereits seit 1992 und die Stipendien seit 1994 vergeben. Für die hiesige Kunstlandschaft zeigt sich das als unverzichtbares belebendes Moment.

Wenn wir die sieben künstlerischen Handschriften in der Überschau betrachten, so fällt ins Auge, dass sich eigentlich keine mehr im konventionellen Bildbereich bewegt. Wir finden alle erdenklichen experimentellen Werkansätze bzw. Arbeitsrichtungen: interaktive Kontexte, raumbezogenes Arbeiten, prozeßhafte Werkgestalt, mediale Untersuchungen. Dabei finden unterschiedlichste Genres Anwendung, je nachdem, welcher Stoff zu bearbeiten ist und welches Medium sich als geeignet erweist. Hierin wird erneut deutlich: Wesentliche Strömungen der Gegenwartskunst siedeln schon längst nicht mehr in den kunsthistorisch abgesicherten Bereichen, sondern verstehen Kunst als ein greifbares Medium, um in spielerischer wie ersthafter Befragung von Bild, Welt, Raum, Selbst, Gesellschaft, Wahrnehmung, Alltag etc. eine eigene Werk- und Wirkspur zu setzen.

Die Arbeit des Förderpreistrgers und Stipendiaten Jörg Schlinke erweist sich in den letzten Jahren als sehr vielgestaltig und lässt sich kaum unter einen Begriff zwingen. Auffällig bleibt, dass er mit symbolischen Funktionen Bildbefragungen durchführt, die beispielsweise als provokative Griffe in den Stadtraum eindringen. Rolf Wicker, der andere Förderpreistrger, analysiert, quasi in ingenieur-technischen Untersuchungen, den privaten Raum, die eigenen vier Wände. Mit bildhauerischen Mitteln denkt er über die Struktur, die Ein-Richtung der uns umgebenden Räumlichkeiten nach.

Die Stipendiaten: Rainer Gottemeier wird Materialien seiner aufsehenerregenden Farbaktion zeigen, die er 1998 vor dem Nauener Tor im Potsdamer Stadtraum durchführte. Andrea Methner arbeitet mit Fundobjekten und Fotografie; so zeigt ihre Serie "E.B.A" in selbstvergewissernden Aufnahmen Großmutter, Mutter und sich. Ulrike Noack präsentiert ihre Dia-Installation "6 vor 5". Eine Projektion, die den Wahrnehmungsvorgang im Raum - konkret einem Café - in Facetten und Montagen vor Augen führt. Anke Pfisterer "malt" mit elektronischen Mitteln Bilder, die längst vom Tafelbild zum Leuchtbild übergegangen sind, neue Dimensionen erschließen. Matthias Schmidt wird in Cottbus ein interaktives Werk erstellen, so wie etwa in Buxtehude, wo er nach dem Zufallsprinzip Leute anrief, um sie einzuladen, ihren Lieblingstuhl im Museum zu präsentieren und anzuordnen.

Zur Ausstellungseröffnung wird der Minister die Preisverleihung vornehmen.

Jörg Sperling

Katalog, Plakat

Öffentliche Führungen: 28.9.; 26.10., jeweils 17 Uhr

 

 

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