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Baukunst Galerie

Theodor- Heuss- Ring 7
50668 Köln
Tel. 0221 - 771 33 35, Fax 0221 - 771 33 10
art@baukunst- galerie.de
Di - Fr 10 - 18.30 Uhr, Sa 11 - 18 Uhr und nach Vereinbarung
KONTAKTPERSONEN / CONTACT PERSONS:
Jutta Müller, M.A. (Geschäftsführung), Anja Buck, M.A., Leonie Stachelscheid, M.A.
www.baukunst-galerie.de
www.artnet.com/baukunst.html
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07.09. - 30.10.2000


Joan Hernández Pijuan

Landschaften

Die BAUKUNST-GALERIE eröffnet am Mittwoch, den 6. September mit einer Einführung von Frau Ulli Seegers eine Ausstellung mit Werken von Joan Hernández Pijuan. Gezeigt werden Arbeiten aus den letzten 4 Jahren. Es werden sowohl Ölbilder zu sehen sein, als auch graphische Arbeiten. Der zur Ausstellung erschienene Katalog gibt einen guten Einblick in die Arbeitsweise von Joan Pijuan, sein Titel scheint Programm für die hier ausgestellten Werke zu sein: "Der Klang der Landschaft".

Joan Pijun wurde 1931 in Barcelona geboren, studierte von 1952-56 an der Akademie der Schönen Künste Sant Jordi in Barcelona. Er lebt und arbeitet in Barcelona und Folquer. Seit den 60er Jahren ist er sowohl in Spanien, als auch im europäischen Ausland in zahlreichen Museen vertreten. In den letzten Jahren gab es verschiedene retrospektive Ausstellungen, unter anderem "Espacios de silencio" im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia in Madrid 1993. Eine Ausstellung des Frankfurter Kunstvereins 1999 zeigte seine Werke unter dem Titel: "Sentiment de Paissage". Sein zeichnerisches Oeuvre wurde in diesem Frühjahr im Rupertinum in Salzburg gezeigt.

Die in den 70er Jahren entstandenen Arbeiten zeigen schwebende Objekte wie Gläser, Äpfel oder Eier vor einer monochromen Farbwand: Metaphysische Räume entstehen, die an surreale Bewußtseinszustände erinnern. Abgelöst wird diese Werkphase von "impressionistisch" anmutenden Leinwänden, die zum Beispiel mit "vertikales Licht", oder "Horizontat" betitelt sind und gleichzeitig darauf verweisen, daß hier nicht Materielles wie das Licht und der Raum thematisiert werden. Seit 1972 wird das Thema des Landschaftsraumes für ihn zum wichtigsten Motivfundus. Peter Weiermair beschreibt die Malerei Joan Pijuans mit folgendem Satz: Malen, um elementare Zustände zu definieren, den Ort im Raum, oben und unten, innen und außen. In frontalen, flächigen Ansichten wird die Landschaft mit reduzierter Farbigkeit und strukturgebenden Relikten aus der Wirklichkeit beschrieben. Die Farbpalette beschränkt sich auf erdige Töne, wie Ocker-Weiß, Siena oder Schwarz. Die Spannung zwischen Dichte und Leere, dem Rhythmus des Farbauftrages und der Ruhe, die diese Bilder einzufangen scheinen ist fesselnd und irritierend zugleich. Die gewohnte Wahrnehmung einer Landschaft mit Horizontlinie wird ad absurdum geführt. Landschaftsräume, die atmen, aber jede klassische Perspektive verweigern. Vielleicht kann die Funktion der Malerei auch für Joan Pijuan so beschrieben werden, wie dies ein taoistischer Mönch im 15. Jhd tat: Die Leute glauben, Malen und Schreiben bedeutet, Formen und Äußeres wiederzugeben. Nein, der Pinsel dient dazu, die Dinge aus dem Chaos hevorzuholen.

In einem Bild von 1999 mit dem Titel "Cami de Folquee" beschreiben lediglich zwei parallele Bögen einen Weg. Die Schwarze Spur, die die Kreide in die oberste Schicht der frischen Farbe gepflügt hat, hinterläßt insofern nur noch eine Assoziation, da hier kein identifizierbarer Weg beschrieben ist, sondern eher die Erfahrung aller Wege, die Joan Pijuan auf seinem Landsitz in Folquer gegangen ist.

Die Kargheit der Erzählung ist eine Chance, keine Beschränkung. Plötzlich wird dem Betrachter die Qualität bzw. die materielle Dimension der Malerei mit Öl auf Leinwand erfahrbar gemacht. Die Bühne ist die Leinwand, die mit der dick aufgespachtelten Farbschicht die Weite der Landschaft repräsentiert. In diese Farbschicht zeichnet Joan Pijuan mit einem Kohlestift seine Linien, wie Verletzungen legen sie die darunter liegende, verborgene Farbe frei. Die schnelle Malgeste, die Anwesenheit des Künstlers durch die kräftige, schnell gesetzte Linie, verleiht den Bildern eine große Präsenz und entlarvt den Maler als einen, der sich dem Zeichnen verschrieben hat. Der Baum, der Weg, die Raute, das Haus werden zu Verbündeten Pijuans, der ein Phänomen - die unendliche weite Landschaft, das Flirren der Sommerhitze - greifbar machen will. Je abstrakter die Sprache, je radikaler die Kürzungen, desto klarer die Aussage und desto universeller die Gültigkeit der Motive. Der Weg in dem oben erwähnten Bild, ist kein benennbarer mehr, er wurde transformiert zu einem Weg, der Symbol ist für für die Wege, die wir gehen ohne ein Ziel benennen zu können. Pijuans Wege enthalten die Kenntnis aller Wege.

 

 

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