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Akademie der Künste
Pariser Platz 4
10117 Berlin-Mitte
Tel. 030 - 200 57-10 00
Hanseatenweg 10
10557 Berlin-Tiergarten
Tel. 030 - 39 07 60; Fax 030 - 39 07 61 75
Di bis So 11 - 20 Uhr
info@adk.de
www.adk.de
vorausgegangene Ausstellung / previous exhibition
24.01. - 05.04.2010
George Grosz
Korrekt und anarchisch
Sonntag, 24.01.2010, 11.30 Uhr, Ausstellungseröffnung
Erstmals stellt die Akademie der Künste die Fülle an Material, das sie zu George Grosz in Kunstsammlung und Archiv bewahrt, in großem Umfang vor. 200 Skizzenbücher, Zeichnungen aus seiner Jugend bis in die Zeit der Neuen Sachlichkeit, darunter so bekannte Blätter wie "Friedrichstraße" und "Christus mit Gasmaske", Mappenwerke, Zeitschriften, Collagen, Fotografien und schriftliche Dokumente erlauben einen Einblick in Leben und künstlerische Werkstatt von George Grosz. Dabei wird der unbestechliche Blick des genialen Zeichners und politischen Künstlers deutlich, der wie kein anderer unser Bild der Weimarer Republik geprägt hat.
Wie früh Grosz die Repräsentanten der Gesellschaft ins Visier nahm und in der Darstellung von Typen und Typischem auch deren Geisteshaltungen erfasste, offenbart ein noch weithin unbekanntes, umfassendes Konvolut an Blättern aus den Jugendjahren, das zusammen mit 23 Porträtstudien zu seinen Bildnissen von Max Herrmann-Neisse erst 1984 in Berlin wiedergefunden wurde.
Insbesondere die Skizzenbücher dokumentieren als Kern der Ausstellung das Vokabular des Künstlers, der überall, in Berlin und New York, in den Straßen der Großstädte und am Urlaubsstrand mit Stift und Notizbuch bewaffnet war, um seine Eindrücke spontan und präzise zu notieren.
Seine mit spitzem Stift erfassten An- und Einsichten zeigen sich so pointiert wie komprimiert in den Zeichnungen, in graphischen Folgen und zeitgenössischen Publikationen. Dieses Zusammenwirken von Original und gedrucktem Werk zur größtmöglichen medialen Verbreitung seiner Kritik an Gesellschaft, Staat und Kirche findet sich in Zeitschriften wie "Der blutige Ernst", "Die Pleite" und berühmten Graphikfolgen wie "Gott mit uns", "Hintergrund" oder "Ecce Homo", die den Künstler mehrfach vor Gericht brachten.
Dadaistische Montagen, Künstlerpostkarten sowie Bild- und Textcollagen verdeutlichen, wie konsequent Grosz mit dem Prinzip der Montage Lebenswirklichkeiten verdichtet hat. Eine Vielzahl privater und offizieller Fotografien, darunter Porträts von Arnold Newman und Irving Penn, sowie Film- und Tondokumente komplettieren den vielschichtigen Überblick.
Zur Ausstellung erscheint eine reich bebilderte Publikation:
"George Grosz montiert". Herausgegeben von der Akademie der Künste, Berlin 2010.
ISBN 978-3-88331-140-1, 17 Euro
Die Ausstellung wird gefördert von der Gesellschaft der Freunde der Akademie der Künste.
13.03. - 30.05.2010
Wiederkehr der Landschaft
Die Stadt des 21. Jahrhunderts ist aus der Landschaft zu entwickeln. Sie muss Nachhaltigkeit und Überlebensfähigkeit sichern und sie gibt dem Lebensraum Stadt Schönheit und Identität. Die Akademie der Künste stellt diese Thesen ins Zentrum einer großen, interdisziplinären Ausstellung "Wiederkehr der Landschaft". Lange galt "Landschaft" als neutrale Verfügungsmasse des boomenden Städtebaus, bestenfalls als logistische oder bautechnische Herausforderung. Dabei verursacht der urbane Raubbau an Landschaften weltweit längst Umweltprobleme in unvorstellbarem Ausmaß Stichwort Klimaveränderung, Wasserknappheit, Nahrungsmangel und Artenschwund. Spektakuläre ökologische Einzelbauten werden diese Entwicklung nicht umkehren können. Urbane Nachhaltigkeit muss umfassender gedacht werden.
In der Ausstellung "Wiederkehr der Landschaft" werden zwei der ,künstlichsten' Städte der Welt paradigmatisch gegenüber gestellt: Las Vegas und Venedig. Obwohl sie landschaftlich und historisch unterschiedlicher kaum sein könnten, kämpfen beide Städte mit ähnlichen ökologischen Problemen: Zersiedlung, Luftverschmutzung, Wasserknappheit. Die Luftbilder des amerikanischen Fotografen Alex S. MacLean, entstanden im Herbst 2009 im Auftrag der Akademie der Künste, belegen das eindringlich. Die neuen Arbeiten von MacLean werden erstmals zu sehen sein.
Die Stadtanalysen Las Vegas Venedig werden von herausragenden Beispielen zeitgenössischer Architektur und Landschaftsarchitektur ergänzt. Gezeigt werden Entwürfe, die ökologische Effizienz mit hohem ästhetischem Anspruch verbinden.
Folgende Büros stellen ihre Arbeiten vor: Shlomo Aronson Landscape Architects, Jerusalem; Astoc, Köln; RMP, Bonn; Batlle i Roig, Barcelona; Workshop: Ken Smith Architect, New York; Studio Boeri, Mailand; Turenscape, Peking; Atelier Corajoud, Paris; Kiefer, Berlin; Kienle, Stuttgart; Lohrberg, Stuttgart, und Venturi, Venedig.
Parallel zur Ausstellung finden zahlreiche Symposien und Lectures sowie ein Filmfest (9. bis 11. April 2010) statt. Das Begleitbuch "Wiederkehr der Landschaft" erscheint im März 2010 im Jovis Verlag.
Die Ausstellung "Wiederkehr der Landschaft" wird gefördert durch Hauptstadtkulturfonds, Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und Gesellschaft der Freunde der Akademie der Künste.
Freitag, 12. März
19 Uhr Ausstellungseröffnung
Eintritt frei
Programm am Eröffnungswochenende
Freitag, 12. März
19 Uhr Ausstellungseröffnung
Eintritt frei
Mit Klaus Staeck, Präsident der Akademie der Künste,
Mojib Latif, Meteorologe und Klimaforscher, LeibnizInstitut für Meereswissenschaften, Universität Kiel,
Donata Valentien, Direktorin der Sektion Baukunst, Kuratorin der Ausstellung
Sonnabend, 13. März
15 Uhr Führung durch die Ausstellung
Mit Donata Valentien und Anna Viader Soler
Eintritt ¤ 6/4
16.30 Uhr Meet the artists
Führungen und Werkberichte von Adrian Villar Rojas (Bildender Künstler, Argentinien) und Stipendiaten der Jungen Akademie
Eintritt frei
19 Uhr 33. AkademieGespräch. Das Klima und die Künstler
Mit Ai Weiwei, Alex S. MacLean, Klaus Staeck; Werkpräsentationen und Gespräch, moderiert von Johannes Odenthal
Ai Weiwei, Alex S. MacLean und Klaus Staeck haben den Klimawandel und den urbanen Paradigmenwechsel zum zentralen Thema ihrer künstlerischen Arbeit gemacht. Anlässlich der Ausstellung "Wiederkehr der Landschaft" stellen sie Positionen ihrer Werke vor. Der chinesische Konzeptkünstler, Bildhauer und Kurator Ai Weiwei kommentiert in seinen Bildern, Installationen, Skulpturen, Filmen, Performances und Büchern die gravierenden Veränderungen im wirtschaftlich boomenden China. Der Fotograf, Architekt und Pilot Alex S. MacLean zeigt mit seinen Luftaufnahmen Spuren, die u.a. in Venedig und Las Vegas durch einen radikalen Landschaftsmissbrauch entstanden sind. Klaus Staeck hat sein erstes Umweltplakat 1970 veröffentlicht. In der Schwarzwald-Aktion 1985 konfrontierte er seine Kunst mit der realen Zerstörung der Natur.
Eintritt 5/3.-
Gefördert vom Hauptstadtkulturfonds
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